1. Juni 2026

Statement zum Ausgang des Olympia-Referendums

01. Juni 2026

Pressestatement des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher. Es gilt das gesprochene Wort.

  • Senatskanzlei
Bürgermeister Tschentscher steht am Rednerpult im Kaisersaal bei seinem Statement zum Ausgang des Olympia-Referendums.
Senatskanzlei

Sehr geehrte Damen und Herren,
beim Referendum zur Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele haben über 650.000 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme abgegeben.

Das ist für ein Referendum außerhalb regulärer Wahlen eine sehr gute Beteiligung.
Sie entspricht der Bedeutung der Frage, die wir den Bürgerinnen und Bürgern zur Entscheidung vorgelegt haben.
Die Hamburgerinnen und Hamburger haben entschieden, dass sich die Freie und Hansestadt Hamburg nicht um Olympische und Paralympische Spiele bewerben soll.

Das Votum des Referendums ist für den Senat verbindlich. 

Ich habe dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes Thomas Weikert und dem deutschen Vertreter im Internationalen olympischen Komitee, Michael Mronz, daher gestern mitgeteilt, dass Hamburg seine Bewerbung als Austragungsort für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Deutschland zurückzieht bzw. nicht weiterverfolgt.
Viele Bürgerinnen und Bürger, die sich auf die Spiele in ihrer Stadt gefreut haben, die sich professionell oder ehrenamtlich in der Kampagne des Senats engagiert haben, sind über die Entscheidung enttäuscht.

Ich bin es auch.

Gleichwohl war es wichtig, diese grundlegende Entscheidung für die Zukunft unserer Stadt in die Hände der Bürgerinnen und Bürger selbst zu legen.

Als der Senat sich dazu entschieden hatte, war uns bewusst, dass die Skepsis gegenüber Olympia in Hamburg höher ist als in vielen anderen Städten Deutschlands.

Doch das Ergebnis zeigt: Eine parlamentarische Mehrheit bedeutet nicht in jeder Einzelfrage eine entsprechende Mehrheit in der Bevölkerung.

Genau deshalb wurden die Instrumente der Volksgesetzgebung und Referenden auch in unsere Verfassung aufgenommen.

Wir haben uns dafür entschieden, weil eine Olympia-Bewerbung nicht nur den aktuellen Senat und die aktuelle Bürgerschaft bindet, sondern auch eine Verpflichtung für künftige Verantwortliche im Rathaus darstellt, und deshalb eine besondere Legitimation benötigt.

Ich haben in meiner Regierungserklärung vor dem Referendum eindeutig formuliert, dass wir mit Olympischen und Paralympischen Spielen Ziele umsetzen wollen, die weit über den Sport hinausreichen und die wir für unsere Stadt auch ohne Olympia erreichen müssen.

Und genau das ist nach der Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger jetzt unsere Aufgabe.

Wir werden daher die Umsetzung der großen Infrastrukturprojekte, für die wir die Unterstützung der Bundesregierung benötigen, auch ohne Olympia mit Nachdruck verfolgen.

Es wird nicht leichter, aber es ist unser Auftrag und wir werden es mit aller Kraft angehen.

Wir werden auch eine Active City bleiben, in der Sport und Bewegung für alle möglich sind, in der der Breiten- und Spitzensport zu Hause ist, der die Menschen inspiriert und motiviert.

Wir freuen uns schon jetzt auf die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer und auf die künftigen großen, internationalen Sportereignisse, an denen wir uns als Austragungsort oder im Public Viewing beteiligen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Bewerbung Hamburgs um Olympia und die Kampagne zum Referendum haben in den letzten Wochen eine breite öffentliche Debatte bewirkt über die Zukunftsthemen, die für uns wichtig sind, die uns von anderen, weniger attraktiven Metropolen unterscheiden und die Menschen in Hamburg verbinden.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen, die das Ziel, die Spiele nach Hamburg zu holen, unterstützt und die sich im Vorfeld des Referendums mit großem persönlichen Einsatz an der Kampagne des Senats beteiligt haben.

Die Kampagne hat viele neue Ideen und Impulse gegeben, die wir auch ohne Olympia weiterverfolgen und umsetzen können.

Olympia in Deutschland ist eine große Chance, die jetzt andere ergreifen, doch auch wir werden uns in den kommenden Jahren neue Chancen erarbeiten oder sie ergreifen, wenn der Gang der Dinge sie eröffnet.

Dafür werden wir weiter hart arbeiten, gut planen und Kurs halten. 

Dafür benötigen wir Motivation und Zuversicht, und die können wir haben, denn wir bleiben auch ohne Olympia die schönste Stadt Deutschlands.

Stark, vielfältig, tolerant und weltoffen. 

Vielen Dank.

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