18. September 2026

Preisverleihung der Körber-Stiftung 2026

18. September 2026

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher. Es gilt das gesprochene Wort.

  • Senatskanzlei
Sara Wickström (Mitte) zeigt die Auszeichnung. Daneben Patrick Cramer, Eva Nemela, beide Körber-Stiftung, Bürgermeister Tschentscher, Thomas Paulsen, Körber Stiftung (v. l. n. r.).
Senatskanzlei

Sehr geehrte Frau Wickström,
Herr Paulsen, 
Herr Cramer,
Frau Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft,
sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen im Hamburger Rathaus zur Verleihung des Körber-Preises für die Europäische Wissenschaft 2026!

Die Preisverleihung findet in diesem Jahr im Rahmen des Hamburg Science Summits statt, den die Körber-Stiftung und die Hamburger Wissenschaftsbehörde organisiert haben, um mit Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Think-Tanks über die Zukunft von Wissenschaft und Innovation in Europa zu diskutieren.

Denn gerade in geopolitisch disruptiven Zeiten brauchen wir neben einer guten wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit auch die Kooperation in Wissenschaft und Forschung, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben und uns zu behaupten im globalen Wettbewerb um Innovation und technologischen Fortschritt.

Es geht für uns darum, zwischen den immer offensiver auftretenden großen Mächten der Welt – China, Russland, USA – unsere Interessen, unsere Souveränität und unsere europäischen Werte von Demokratie und Freiheit zu verteidigen.

Der Körber-Preis steht für die Idee einer engen europäischen Zusammenarbeit in der Wissenschaft.

Er wurde 1985 zum ersten Mal vergeben, ursprünglich für herausragende gemeinsame Arbeiten von Forscherinnen und Forschern aus Ost- und Westeuropa.

Prämiert werden exzellente und innovative europäische Forschungsansätze in den Physical Sciences oder den Life Sciences mit hohem Anwendungspotenzial.

Mit einer Million Euro zählt der Körber-Preis zu den höchstdotierten Forschungspreisen weltweit. 
Die Preisträgerinnen und Preisträger forschen auf höchstem Niveau: Bislang haben acht von ihnen für ihre Arbeit später auch den Nobelpreis erhalten.

Der Körber-Preis ist eine Ehre für die Preisträgerinnen und -träger und stärkt den europäischen Wissenschaftsstandort.

Mit diesem besonderen Preis setzt die Körber-Stiftung in der Heimatstadt ihres Stifters seit über 40 Jahren ein starkes Zeichen für wissenschaftliche Exzellenz und europäische Zusammenarbeit.

In diesem Jahr erhält den Körber-Preis die Wissenschaftlerin Sara A. Wickström, die ihre akademische Laufbahn mit einem Medizinstudium und der Promotion an der Universität Helsinki begann.

Anschließend forschte sie an Max-Planck-Instituten in Martinsried und Köln.

Nach einer Professur in Helsinki ist sie Ende 2021 nach Deutschland zurückgekehrt und nun Direktorin des Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin in Münster.

Sara Wickström erhält den Körber-Preis 2026 für ihre wegweisenden Entdeckungen zur Rolle mechanischer Kräfte bei der Regulation von Stammzellen.

Sie hat die Zellkern-Mechanobiologie mitbegründet und geprägt, die den Einfluss physischer Kräfte auf Zellen untersucht.

Sie hat beschrieben, wie Zellen mechanische Einflüsse in Form von Dehnung oder Kompression wahrnehmen und als Signale an den Zellkern weiterleiten.

Auf diesem Weg werden Gene an- oder ausgeschaltet und damit die Entwicklung von Zellen oder die Regeneration von Geweben nach Verletzungen beeinflusst.

Sara Wickströms Entdeckungen sind von großer Bedeutung für das Verständnis der Genregulation im Zusammenhang mit der Entwicklung und Regeneration menschlicher Gewebe.

Sie eröffnen neue Perspektiven für die Medizin, zum Beispiel für die Erkennung und Behandlung von Fibrosen, die die Funktion von Geweben und Organen beeinträchtigen.

Sehr geehrte Frau Wickström,

der Körber-Preis und das Preisgeld sind eine besondere Anerkennung Ihrer bisherigen wissenschaftlichen Leistungen und deren Bedeutung für die Wissenschaft in Europa.

Die Mittel des Körber-Preises geben Ihnen zusätzliche Möglichkeiten, Ihre Forschungsarbeit fortzuführen und neue Projekte anzugehen im Dienst der Wissenschaft und der Medizin, bei der es ja letztlich nicht nur um einen akademischen Erkenntnisgewinn geht, sondern die immer darauf gerichtet ist, Gesundheit zu bewahren, Krankheiten zu behandeln und damit den betroffenen Patientinnen und Patienten Hoffnung auf Linderung oder sogar Heilung zu geben.

Im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg danke ich Ihnen und Ihrem Team für Ihre Arbeit, wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und gratuliere zum Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2026!

Vielen Dank!

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