10. September 2026

Trauerfeier für Klaus-Michael Kühne

10. September 2026

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher im Michel. Es gilt das gesprochene Wort.

  • Senatskanzlei

Sehr geehrte Frau Kühne,
sehr geehrte Freunde und Wegbegleiter von Klaus-Michael Kühne,

mit dieser Trauerfeier nehmen wir Abschied von einem Hamburger, der in seinem fast 90-jährigen Leben vieles bewegt hat, weil er klug, fleißig und diszipliniert und zugleich voller Ideen und unternehmerischer Ambitionen war.

Der für ihn typische Tatendrang und Gestaltungswillen haben ihn erst ganz am Ende seines Lebens verlassen, als ihm gesundheitliche Einschränkungen dafür die Kraft nahmen.

Der Tod von Klaus-Michael Kühne ist vor allem für diejenigen ein Einschnitt, die eng mit und für ihn gearbeitet, die mit ihm gelebt und seine Projekte begleitet haben.

Am schwersten fällt der Abschied Ihnen, liebe Frau Christine Kühne, die ihr Leben über Jahrzehnte gemeinsam mit ihm geführt, die ihn auf seinen Reisen begleitet, seine Interessen geteilt und ihn persönlich unterstützt haben.

Hamburg verliert mit Klaus-Michael Kühne einen großzügigen Stifter, eine seiner erfolgreichsten Unternehmerpersönlichkeiten sowie einen engagierten Partner für Projekte, die im besonderen Interesse der Stadt liegen.

Eine Stadt, die ihm bis zum Ende seines Lebens am Herzen gelegen hat.

Die Medien zitierten ihn einmal mit den Worten: „Hamburg ist ganz klar meine Heimat. In der Schweiz bin ich ein Gast. Ich habe meine Nationalität nicht gewechselt.“

Viele seiner unternehmerischen Projekte sind in Hamburg sichtbar:

Die Europazentrale seines Logistikunternehmens befindet sich in der HafenCity, das von ihm persönlich mitentworfene First-Class-Hotel The Fontenay in bester Lage an der Außenalster.

Um Nachwuchs für die Logistikbranche zu gewinnen, rief er zunächst mit der Technischen Universität Hamburg einen eigenen Studiengang ins Leben, den er später über die Kühne-Stiftung zu einer privaten Logistikuniversität ausbauen ließ.

Gemeinsam mit der Stadt und weiteren privaten Investoren hat er die Hamburger Traditionsreederei Hapag-Lloyd trotz großen eigenen wirtschaftlichen Risikos in schweren Zeiten unterstützt, eine Übernahme durch ausländische Investoren abgewendet und das Unternehmen durch kluge Transaktionen vergrößert und für die Zukunft wettbewerbsfähig gemacht.

Ein besonderes Anliegen war ihm dabei, dass der Hauptsitz und der wesentliche Geschäftsbetrieb der Reederei in seiner Heimatstadt am Ballindamm verankert bleibt.

2024 wurde er mit dem Haspa-Gründerpreis für sein „Lebenswerk“ geehrt, was ihn angesichts seiner Verbundenheit zur traditionsreichen Kaufmannsstadt Hamburg sehr gefreut und gerührt hat.

Auch seine Ambition für die Kultur, die Wissenschaft und den Fußballsport kamen der Hansestadt zugute.

Als Privatperson und über seine Stiftung unterstützte er die Hamburgische Staatsoper, die Elbphilharmonie, das Philharmonische Staatsorchester, das Internationale Musikfest Hamburg und viele weitere Einrichtungen und Initiativen.

Der Hamburger Sportverein trauert um einen treuen Gesellschafter, einen leidenschaftlichen Anhänger und einen ambitionierten Förderer und Kritiker zugleich.

Denn wenn sich Klaus-Michael Kühne irgendwo einbrachte, hatte er klare Vorstellungen und zögerte nicht, seine Erwartungen zu formulieren. Er wollte immer helfen und auch gestalten.

Dabei verfolgte er seine Ziele mit Leidenschaft und kämpfte gern – wie er es selbst nannte – mit offenem Visier.

Wenn es sein musste, arbeitete er bis in die Nacht und scheute nicht den Konflikt.

Und doch war er – wie ich es 15 Jahre persönlich erlebt habe – immer bereit zur Einigung und verlässlichen Partnerschaft.

Eine der größten Leidenschaften von Klaus-Michael Kühne, die er mit seiner Frau Christine teilte, galt der Opernkunst.

Mit der Stiftung eines neuen Opernhauses, das derzeit von der Stadt, der Staatsoper und der Kühne-Stiftung geplant wird, verband er den großen Wunsch, Hamburgs Kultur und ihre internationale Strahlkraft noch einmal mit einem großartigen Projekt zu fördern.

Dieses außergewöhnliche Engagement von Klaus-Michael Kühne ist ein besonderes Vermächtnis an seine Stadt, das über seinen Tod hinausreicht.

Sehr geehrte Damen und Herren,
der Senat hat Klaus-Michael Kühne 2007 im Rahmen seines Engagements für die Logistikwissenschaften den Ehrentitel Professor und 2017 für seine Verdienste um Hamburg die Ehrendenkmünze in Gold verliehen.

Sie gehört zu den höchsten Auszeichnungen unserer Stadt.

Der Senat wird Klaus-Michael Kühne ein ehrendes Andenken bewahren.

Ich sage Ihnen, liebe Frau Christine Kühne, auch persönlich herzliches Beileid und wünsche Ihnen viel Kraft in dieser Zeit der Trauer und des Abschieds.

Zum Weiterlesen

Portrait Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher
Senatskanzlei Hamburg / Jan Pries

21. September 2026 Jahresdinner des Konsularischen Korps

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher beim Jahresdinner des Konsularischen Korps.

21. September 2026
Sara Wickström (Mitte) zeigt die Auszeichnung. Daneben Patrick Cramer, Eva Nemela, beide Körber-Stiftung, Bürgermeister Tschentscher, Thomas Paulsen, Körber Stiftung (v. l. n. r.).
Senatskanzlei

18. September 2026 Preisverleihung der Körber-Stiftung 2026

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher bei der Verleihung des Körber-Preises für die Europäische Wissenschaft an Sara Wickström.

18. September 2026
Laudator Daniel Kehlmann, Bürgermeister Tschentscher, Preisträger Norbert Gstrein, Günter Berg, Vorstand Siegfried Lenz Stiftung (v. l. n. r.).
Senatskanzlei

11. September 2026 Verleihung des Siegfried Lenz Preises an Norbert Gstrein

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher bei der Verleihung des Siegfried Lenz Preises.

11. September 2026