14. Juni 2026

Senatsempfang Veteranentag 2026

14. Juni 2026

Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher. Es gilt das gesprochene Wort.

  • Senatskanzlei
Bürgermeister Tschentscher steht an Rednerpult im bestuhlten Festsaal.
Senatskanzlei

Sehr geehrter Herr Brigadegeneral Markus,
Herr Kapitän Leonards, 
Herr Doyen [Generalkonsul Shinsuke Toda], 
sehr geehrte Abgeordnete, 
sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen im Rathaus zum zweiten bundesweiten Veteranentag, an dem wir allen aktiven und ehemaligen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr für ihren Dienst danken.

Der Veteranentag soll Respekt und Anerkennung gegenüber unseren Soldatinnen und Soldaten zum Ausdruck bringen und die Bundeswehr stärker in der Gesellschaft verankern. 

Viele Hamburgerinnen und Hamburger feiern heute auf dem Rathausmarkt ein Fest der Begegnung mit den Kameradinnen und Kameraden der Bundeswehr und den Beschäftigten der sogenannten Blaulicht-Organisationen, die sich gemeinsam mit der Stadt um die Sicherheit in Hamburg kümmern.

Der protokollarische Weg, den besonderen Dank des Senats auszusprechen, ist ein Senatsempfang im Rathaus. Und deshalb sage ich den Vertreterinnen und Vertretern der Bundeswehr heute: Herzlichen Dank für Ihr Engagement und Ihre Arbeit.

Die Bundeswehr ist in Hamburg mit 3.500 Beschäftigten und 2.300 Studierenden stark verankert, obwohl wir – schon aus Mangel an Flächen – keine großen Kasernen, Fliegerhorste oder Truppenübungs-plätze haben.

Die Führungsakademie der Bundeswehr ermöglicht den militärischen Nachwuchs- und Führungskräften eine hervorragende Schulung und Weiterbildung. Die Bundeswehr-Universität bietet moderne Studienplätze, beteiligt sich in Wissenschaft und Forschung in Zukunftstechnologien sowie in relevanten geistes- und sozial-wissenschaftlichen Themen und kooperiert dabei mit anderen Hamburger Universitäten oder Instituten wie dem DESY und dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik.

Das Bundeswehrkrankenhaus Wandsbek sorgt für die medizinische Behandlung von Angehörigen der Bundeswehr und beteiligt sich mit hoher Expertise an der medizinischen Versorgung von zivilen Patientinnen und Patienten und der akademischen Ausbildung des UKE. Es ist zugleich eine starke Säule der Notfallmedizin und Unfallrettung in Hamburg.

Seit über 70 Jahren sind die Bundeswehr und das Landeskommando in Hamburg zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wird. 

  • Bei der Sturmflut-Katastrophe 1962, 
  • im Schneewinter 1978/79,
  • in der Flüchtlingskrise 2015,
  • in der Corona-Pandemie und
  • in vielen weiteren kleinen und großen Lagen, in denen Hamburgerinnen und Hamburger in Not sind und schnelle Hilfe erforderlich ist.

Das gilt für Hamburg und ganz Deutschland. Nach einer aktuellen Umfrage schätzen drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland die Arbeit und den Dienst der Soldatinnen und Soldaten sehr. Auch deshalb sagen wir heute am Veteranentag: Herzlichen Dank!

Der Kernauftrag der Bundeswehr ist die Landes- und Bündnisverteidigung. Dazu gehört in einer zunehmend komplexeren geopolitischen Lage eine gute zivil-militärische Zusammenarbeit und die Vorbereitung auf sogenannte hybride Krisenlagen.

Die Bundeswehr mit dem Landeskommando hilft Hamburg, sich besser auf Krisen und kritische Lagen vorzubereiten – mit gemeinsamen Tagungen und im Rahmen von Übungen wie Red Storm Alpha im Jahr 2024 und Red Storm Bravo im vergangenen Jahr, bei denen jeweils über 500 Soldatinnen und Soldaten und zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter ziviler Behörden und Institutionen teilnahmen.

In die Übung Red Storm Charlie, die für September geplant ist, sollen über die Handelskammer, die Handwerkskammer und den UV Nord auch Unternehmen der Wirtschaft einbezogen werden, um das Vorgehen in kritischen Situationen wie bei einem Stromausfall zu üben.

Mit anderen Worten: Die Bundeswehr und die Stadt Hamburg bekennen sich zu ihrer Verantwortung, durch eine gute zivil-militärische Zusammenarbeit einen wirksamen Beitrag zur Verbesserung der Resilienz und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu leisten.

Hamburg und der Hafen übernehmen in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle: Im Spannungsfall an der NATO-Ostflanke wird Hamburg zur Drehscheibe für die Verlegung von Truppen und Material ins Baltikum.

Im April war ich gemeinsam mit Schleswig-Holsteins Minister-präsident Daniel Günther zu Gast bei der Panzerbrigade 45 in Litauen, die Ende 2027 vollständig aufgebaut einsatzbereit sein soll. 

Die Sicherung an der Grenze zu Russland ist der Auftrag und die Erwartung an Deutschland und die europäischen NATO-Partner. Rund 4.800 deutsche Soldatinnen und Soldaten sollen dort dauerhaft stationiert sein und mit ihren Familien leben.

Der Aufbau der Brigade ist eine große Aufgabe, der sich die Bundeswehr und die Soldatinnen und Soldaten mit großem Engagement und bemerkenswerter Disziplin stellen. 

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei einem Empfang für die Bundeswehr 1968 im Hamburger Rathaus sagte der damalige Bürgermeister Herbert Weichmann: „Die Stärke der Politik, auch einer Friedenspolitik, hängt nicht allein von der Güte der Argumente ab, sondern auch von der Macht, sie zu sichern.“ Dieser Gedanke gewinnt wieder an Bedeutung in einer Welt, in der Autokraten und Machthaber auf dem Vormarsch sind, die sich in ihrer Denkart auf dem Niveau früherer Jahrhunderte bewegen.

Daraus ergibt sich für Politik und Gesellschaft eine zunehmend dringlichere Aufgabe: Die Sicherung von Demokratie und Freiheit der Bürgerinnen und Bürger in Hamburg, Deutschland und Europa.

Seit der Gründung der Bundeswehr haben sich rund 10 Millionen Veteraninnen und Veteranen der Bundeswehr mit ihrem Dienst für die Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit unseres Landes eingesetzt. Jede Generation von Soldatinnen und Soldaten war dabei durch die besonderen Aufgaben ihrer Zeit gefordert:

  • Während der Gründungsjahre der Bundeswehr in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland,
  • in der Zeit der Ost-West Konfrontation des Kalten Krieges,
  • im Umbruch nach der Wiedervereinigung und der Auflösung des Warschauer Paktes,
  • in der Zeit der beginnenden Auslandseinsätze unter dem Dach der UN
  • und jetzt in der Zeitenwende nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine.

Eines haben alle Generationen an Veteranen und Bundeswehrangehörigen gemeinsam: Die Bereitschaft, sich und ihr Leben in den Dienst des Gemeinwohls, der Verteidigung unseres Landes, unserer Demokratie und Freiheit zu stellen. Soldatinnen und Soldaten stehen für unser Land und unsere Werte ein, obwohl damit Belastungen und Risken für ihr eigenes Leben verbunden sind. 

Wir gedenken am Veteranentag daher besonders derjenigen Soldatinnen und Soldaten, die im Einsatz verletzt wurden oder ihr Leben verloren haben.

Damit verbunden ist der Auftrag und das Versprechen, weiterhin alles zu tun, damit die Soldatinnen und Soldaten für ihre Aufgaben gut ausgebildet und ausgerüstet sind, und wir uns als Zivilgesellschaft nicht zurücklehnen, sondern uns für die Unterstützung der Bundeswehr und eine gute zivile-militärische Zusammenarbeit einsetzen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

für Ihren Dienst in der Bundeswehr sage ich allen Veteraninnen und Veteranen sowie den aktiven Soldatinnen und Soldaten im Namen des Senats, im Namen aller Hamburgerinnen und Hamburger: 

Herzlichen Dank.

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