Die gebürtige Hamburgerin Nicole Jauvin ist seit vielen Jahren in Kanada tätig und leitet bei Montréal International den Bereich Geschäftsentwicklung für die Regionen Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) sowie Süd- und Osteuropa. Hamburgs Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher überreichte Nicole Jauvin die Ehrenurkunde zur Ambassadorin am Donnerstag in Montréal. Tschentscher bezeichnete Nicole Javin aufgrund ihrer Beziehungen in Kanada sowie ihrer mehr als 30 jährigen internationalen Berufserfahrung als ideale Botschafterin Hamburgs. „Ihr Engagement als Ambassadorin ist eine wichtige Unterstützung für die Kooperation von Hamburg und Kanada, die wir mit unserer Delegationsreise nach Quebec stärken und ausbauen wollen.“ Er dankte Nicle Javin, diese „besondere Aufgabe im Interesse der Freien und Hansestadt Hamburg“ zu übernehmen.
Das HamburgAmbassador-Programm wurde 2005 ins Leben gerufen und wird von der Hamburg Marketing GmbH koordiniert. Die HamburgAmbassadors üben ein Ehrenamt aus, in das sie vom Ersten Bürgermeister berufen werden. Sie sind Unterstützer, Netzwerker und Impulsgeber für Politik sowie Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur im Ausland mit dem Ziel, Hamburg international zu positionieren. Aktuell umfasst das Netzwerk 36 HamburgAmbassadors in 29 Ländern weltweit
Hamburg und Montréal: Bedeutende Forschungsstandorte
Montréal zählt neben Hamburg und Toulouse zu den drei führenden Luftfahrtstandorten weltweit. Hier besuchte Bürgermeister Tschentscher die Produktion von Airbus Canada, wo die Kurz- und Mittelstreckenserie A220 gefertigt wird. „Die Luftfahrtbranche ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor in der Metropolregion Hamburg mit über 48.000 Beschäftigten. Hamburg und Montréal können als bedeutende Forschungsstandorte und Innovationshubs dazu beitragen, das Fliegen mithilfe neuer Technologien klimafreundlicher zu machen.“ Die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen mit den Wissenschafts- und Innovationszentren der beiden Städte sei von großer Bedeutung, betonte Tschentscher. Die LoI Aéro Montréal und die Hamburg Aviation unterzeichneten im Beisein des Ersten Bürgermeisters einen sogenannte Letter of Intent (LoI), in dem die seit 2008 bestehende Partnerschaft bekräftigt wird.
Während des Besuchs in Montréal tauschte sich die Wissenschaftsdelegation über Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz aus. Auf dem Programm standen ein Besuch im KI-Forschungsinstitut MILA sowie beim KI-Programm des Unternehmens Comet, das seit 2020 Teil der Hamburger Comet Yxlon-Gruppe ist. Im Kulturbereich besuchte Bürgermeister Tschentscher das Multidisziplinäre Zentrum für digitale Kunst und immersive Medien „Centre-PHI“.
Während seines Besuchs bei der Bürgermeisterin der Stadt Montréal, Valérie Plante, trug sich Bürgermeister Tschentscher in das Goldene Buch der Stadt ein. Zum Abschluss des Tages nahm der Tschentscher dann an einer Feier des deutschen Generalkonsulats zum Tag der Deutschen Einheit in Montréal teil. Hamburg ist in diesem Jahr das Partner-Bundesland.
Franzbrötchen in Québec
Begonnen hatte die Kanadareise des Ersten Bürgermeisters mit einem Besuch in der Stadt Québec. Als besondere Geste hatte die hamburgische Delegation Franzbrötchen im Gepäck. Im Mittelpunkt standen politische Gespräche mit den Ministerinnen und Ministern der Nationalregierung und dem Bürgermeister der Hauptstadt ‚Ville de Québec‘. Seit Februar 2024 arbeiten Hamburg und die kanadische Provinz in einer strategischen Partnerschaft zusammen, die einen Rahmen schafft für Kooperationen in Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Kultur. Die beiden Städte verbinden ähnliche politische Ziele und Strategien besonders in den Bereichen Förderung von Innovationskraft durch Unternehmen und Wissenschaft. Von Bedeutung sind aber auch die Themen urbane Stadtentwicklung in lebenswerten Metropolen sowie die Förderung erneuerbarer Energien.
Hintergrund: Hamburg und Kanada
Hamburg und die kanadische Provinz Québec sind als weltweit führende Luftfahrt- und Hafenstandorte eng miteinander verbunden, seit 2024 auch durch eine strategische Partnerschaft. Diese fördert innovative Kooperationen unter anderem in Wirtschaft und Wissenschaft. Die Provinz Neufundland und Labrador bietet mit ihren Windressourcen großes Potenzial für die Produktion von grünem Wasserstoff und ist ein idealer Partner für Hamburgs wachsende Wasserstoff-Wirtschaft. Hamburg und Toronto, größte Stadt sowie Wirtschafts- und Finanzzentrum Kanadas, kooperieren etwa bei Projekten zur Mobilitätswende und Digitalisierung. Die geo- und handelspolitischen Veränderungen, insbesondere seit dem erneuten Amtsantritt von US-Präsident Trump, bieten insgesamt die Chance, die Zusammenarbeit zwischen Hamburg und Kanada zu vertiefen.