Behörde für Schule und Berufsbildung

Veranstaltungsreihe bis 22. August 2019 „Was wäre, wenn …? Über aktuelle Gefährdungen der Demokratie“

... und was wir dagegen tun können

„Was wäre, wenn …? Über aktuelle Gefährdungen der Demokratie“

Der Eintritt ist frei.

Vielfach wird eine Gefährdungsdiagnose gestellt, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Schlagworte aktueller Debatten lauten etwa: Populismus und Extremismus, Migrations- und Legitimationskrise, ökonomische Verwerfungen und soziale Ungleichheiten, Fake News und Verschwörungstheorien (nicht nur im Internet) …

Mit Blick auf das 20. Jahrhundert wissen wir, dass Demokratien mit einem Schlag untergehen können, durch Kriege, einen Militärputsch oder eine Revolution. Grundrechte können aber auch schleichend abgebaut und entzogen werden – aus Demokratien werden zunächst illiberale, dann autoritäre Regime. Am Ende dieses Prozesses steht eine Diktatur. Historische Erfahrungen zeigen darüber hinaus, dass demokratische Parteien die Tür für extremistische Parteien öffnen können und manche Bürgerinnen und Bürger erst aufwachen, wenn es zu spät ist.

Warum stehen demokratische Institutionen und Prozesse derzeit unter Druck? Woran können wir dies erkennen? Was können wir dagegen tun? Die Jahrestage des Grundgesetzes, der friedlichen Revolution und der deutschen Einheit nimmt die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund Hamburg zum Anlass, in einer Veranstaltungsreihe zentrale politische Fragen der Gegenwart zu diskutieren. Die Reihe wird fortgesetzt.

Veranstaltungstermine

(BITTE variierende Veranstaltungsorte beachten)

- Mo., 20. Mai 2019
70 Jahre Grundgesetz

Prof. Hans-Jürgen Papier, 2002-2010 Präsident des Bundesverfassungsgerichts
Eine Veranstaltung mit dem Förderkreis Mahnmal St. Nicolai
Veranstaltungsort: Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Str. 60, 20457 Hamburg

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland hat sich bewährt. Das gilt insbesondere für den Teil der Verfassung, der die Grund- und Menschenrechte als einklagbare Freiheitsrechte jedes Einzelnen beinhaltet. Diese verfassungsrechtlichen Verbürgungen stehen nicht nur auf dem Papier, sondern haben auch in der Realität des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens strikte Beachtung und Durchsetzung erfahren. Dies ist vor allem einer sehr effizienten Verfassungsgerichtsbarkeit zu verdanken. Sie hat nicht nur für eine strikte Durchsetzung der Grundrechte, sondern auch für die Fortentwicklung und Anpassung der Grund-rechte an die sich ändernden gesellschaftlichen Bewegungen gesorgt. Es gilt nunmehr, die neuen Herausforderungen, die sich durch die Globalisierung, die Digitalisierung und die zunehmende Europäisierung des Rechts stellen, zu bewältigen.
Die Veranstaltung beginnt ausnahmsweise um 19 Uhr. Sie findet statt in Kooperation mit dem Mahnmal St. NIkolai und dem Freundeskreis Ausbildung ausländischer Offiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr e.V.

- Mo., 27. Mai 2019
Was wäre wenn….die Demokratie abgeschafft wird?

Maximilian Steinbeis, Geschäftsführer www.verfassungsblog.de, Mit-Autor von „Mit Rechten reden“

Welche rechtlichen Vorkehrungen schufen die Väter und Mütter des Grundgesetzes, um antidemokratische Kräfte und Parteien daran zu hindern, die Demokratie in Deutschland abzuschaffen? Benötigt unsere Verfassung zusätzliche Schutzpfeiler? Mit Blick auf internationale Entwicklungen in Polen und Ungarn diskutiert Maximilian Steinbeis, Geschäftsführer von www.verfassungsblog.de und Mit-Autor des Bestsellers „Mit Rechten reden“, aktuelle Gefährdungen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und stellt die Frage: Was können wir dagegen tun?

- Mo., 03. Juni 2019
Bilder sagen gar nichts

Dr. Bettina Stangneth, Philosophin und Historikerin, Hamburg

Schau hin! Mach Dir Dein eigenes Bild! – Das fordern wir vom mündigen Bürger. Noch vor dem Nachdenken und dem Zuhören gilt das Anschauen als Königsweg zum verantwortungsbewussten Umgang mit uns und der Welt. Darum zeigen wir nicht nur den Kindern Bilder, wenn wir ihnen die Welt erklären wollen. Anschaulichkeit, so die Hoffnung, kann schnell vermitteln, worum es geht. Aber stimmt das? Und gibt es wirklich Bildermacht? Oder sehen wir immer nur, was unser Verstand will?
Dr. Bettina Stangneth ist Philosophin und Historikerin aus Hamburg.

- Mi., 19. Juni 2019
Podcast „Die Lage der Nation“ zu Möglichkeiten und Irrwegen von Partizipation in der Demokratie

Philip Banse, freier Journalist, Ulf Buermeyer, Jurist und Bürgerrechtler, Berlin
Sonderveranstaltung im Rahmen der Demokratiemesse der Landeszentrale für politische Bildung
Veranstaltungsort: Patriotische Gesellschaft, Trostbrücke 4, 20457 Hamburg

Der Erfolgspodcast „Lage der Nation“ und seine beiden Protagonisten Philip Banse, freier Journalist, und Ulf Buermeyer, Jurist und Bürgerrechtler, sind im Rahmen einer Sonderveranstaltung während der Demokratiemesse zu Gast. Sie diskutieren zunächst allein, später mit dem Publikum, ein Kernthema politischer Bildung: Wie kann es gelingen, demokratische Teilhabe in den unterschiedlichsten Altersgruppen zu befördern? Wieso ist das wichtig? Welche Hindernisse und Herausforderungen sind zu beachten, welches sind die inhaltlich-konzeptionellen Erfolgsrezepte? Und: Wo liegen die Grenzen von Partizipation in der Demokratie?

- Do., 22. August 2019
Das Volk - Phoenix oder Wiedergänger?

Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Vergangene Termine

Mi., 27. März 2019
„Warnsignale aus dem Osten – eine Debatte um die deutsche Demokratie“

Wie steht es um die demokratische Kultur in unserem Land? Hat die traditionelle Rolle repräsentativer Demokratie in Deutschland eine Zukunft oder müssen ganz neue Wege demokratischer Partizipation eingeschlagen werden? Zu diesen drängenden Fragen diskutieren Frank Richter und Albrecht von Lucke.

100 Jahre nach der Novemberrevolution und der Geburt der ersten deutschen Republik wird eine zunehmend erhitzte öffentliche Debatte um die Werte, Ausprägung, die Realitäten und die Gestalt der freiheitlich-demokratischen Grundordnung geführt. Diskussionen haben sich aus den Parlamenten bis weit in die Gesellschaft und auf die Straßen verlagert. Der demokratische Diskurs wird in Randbereichen gedehnt bis zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung, die die Grundfesten der Demokratie in Deutschland in Frage stellt.

Gern bemüht wird dabei auch wieder die vorgebliche Unterscheidung in die sog., „alten“ und die „neuen“ Bundesländer. Dies geht bis zum Verdacht eines schwächeren demokratischen Konsenses in den östlichen Bundesländern. Nicht zuletzt auch nach den Ereignissen in Chemnitz drängen sich besorgniserregende Fragen auf.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Referenten

  • Frank Richter, Bürgerrechtler und ehemaliger Leiter der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Meißen
  • Albrecht von Lucke, Blätter für deutsche und internationale Politik, Berlin

Gesprächsleitung: Birgit Langhammer (NDR info)

Mi., 17. April 2019
Die politische Ökonomie des Populismus

Veranstaltungsort: Zentralbibliothek, Hamburger Öffentliche Bücherhallen, Hühnerposten 1, 20097 Hamburg
Alle reden von Populismus, ob von links oder rechts! Aber was ist das eigentlich? Welche unterschiedlichen Ausprägungen dieses Phänomens lassen sich gegenwärtig in Europa beobachten?
Dies ist das Thema des neuen Buchs von Prof. Dr. Philip Manow. Gerade in seiner geografischen Verteilung zeige sich der Populismus variantenreich: Während er im Süden Europas linksorientiert sei, dominiere im Norden der Rechtspopulismus. Woran liegt das? Manows Ausgangspunkt bilden die jeweiligen wirtschaftlichen Wachstumsmodelle, die Verfasstheit von Arbeitsmarkt und Sozialstaat. Seine These: Ökonomische und vor allem wohlfahrtsstaatliche Rahmungen bestimmen die unterschiedlichen Ausprägungen des Populismus in den EU-Staaten.

Referent

  • Prof. Dr. Philip Manow, Universität Bremen

Verantwortlich: Dr. Sabine Bamberger-Stemmann

Rückfragen
Behörde für Schule und Berufsbildung
Landeszentrale für politische Bildung
Annika Samesch | Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: (040) 428 23-4808, E-Mail: annika.samesch@bsb.hamburg.de

Downloads