Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Was wäre, wenn …? Über aktuelle Gefährdungen der Demokratie“

Bitte beachten Sie die wechselnden Veranstaltungsorte.

„Was wäre, wenn …? Über aktuelle Gefährdungen der Demokratie“

Der Eintritt ist frei.

Mit Blick auf das 20. Jahrhundert wissen wir, dass Demokratien mit einem Schlag untergehen können, durch Kriege, einen Militärputsch oder eine Revolution. Grundrechte können aber auch schleichend abgebaut und entzogen werden – aus Demokratien werden zunächst illiberale, dann autoritäre Regime. Am Ende dieses Prozesses steht eine Diktatur. Historische Erfahrungen zeigen darüber hinaus, dass demokratische Parteien die Tür für extremistische Parteien öffnen können und manche Bürgerinnen und Bürger erst aufwachen, wenn es zu spät ist.

Warum stehen demokratische Institutionen und Prozesse derzeit unter Druck? Woran können wir dies erkennen? Was können wir dagegen tun? Die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg setzt die Veranstaltungsreihe zu zentralen politischen Fragen der Gegenwart auch zukünftig mit wechselnden Kooperationspartnern fort.

Veranstaltungstermine

Mittwoch, 13. November 2019, 19 Uhr
Politische Bildung unter Druck?

Veranstaltungsort: Rudolf Steiner Haus, Mittelweg 11 – 12, 20148 Hamburg
Wenn demokratische Institutionen und Prozesse unter Druck stehen, dann wird meist auch der Ruf nach mehr und besserer politischer Bildung laut. Als eine Art Feuerwehr soll sie helfen, sozialpolitische Probleme und gesellschaftliche Konflikte zu lösen. Aber was kann politische Bildung in unseren Schulen wirklich leisten, wo ist sie überfordert? Wie können wir als Bürgerinnen und Bürger in unseren unterschiedlichen Rollen als Eltern, Pädagogen und bildungspolitisch interessierte Öffentlichkeit die Schulen bei der Wahrnehmung ihrer demokratiepädagogischen Aufgaben unterstützen? An aktuellen Beispielen aus der Hamburger Schulpolitik diskutieren wir diese Fragen: Was sind Standards pädagogischer Professionalität?

Referent/in

  • Prof. Dr. Tilman Grammes, Universität Hamburg
  • Sina Demirhan, Universität Hamburg 

Montag, 25. November 2019, 18.30 Uhr
Journalismus in Zeiten von Desinformation, Fake News und Propaganda

Veranstaltungsort: Gängeviertel (bitte Aushang vor Ort beachten!)
Welche Rolle spielt Journalismus in der digitalisierten Welt? Kann sich unabhängige und faktenbasierte Berichterstattung behaupten gegen autoritäre Angriffe auf die Pressefreiheit, gezielte Falschmeldungen und Gratiskultur im Netz? Ein Einblick in die Praxis der Medien, bei dem die Karrieren einiger Meldungen nachgezeichnet werden. Er zeigt, dass die Gefahr durch Fake News unterschätzt wird.

Patrick Gensing arbeitet seit mehr als 15 Jahren als Nachrichtenredakteur, leitet den ARD-Faktenfinder und befasst sich in zahlreichen Publikationen mit dem Aufstieg autoritärer Bewegungen.

Referent/in

  • Patrick Gensing, Norddeutscher Rundfunk

Montag, 16. Dezember 2019, 18.30 Uhr
Vom Nutzen und Nachteil des „Skandals“ – Der mediale Umgang mit dem Rechtspopulismus

Veranstaltungsort: Gängeviertel (bitte Aushang vor Ort beachten!)
Der Aufstieg von Rechtspopulismus und Neuer Rechter hing in Deutschland und international eng mit deren medialer Strategie zusammen. Sie präsentierten sich als Opfer und Gegner einer „Lügenpresse“, auf deren Berichte sie dennoch angewiesen waren. Virtuos nutzen sie die „Neuen Medien“ und bauen auf vielfältige Resonanz in den traditionellen, wobei besonders Medien mit lokaler Reichweite eine wichtige Rolle zukam. Der Vortrag analysiert das Wechselspiel aus Fundamentalopposition, Dauerprovokation und Anbiederung und bietet Ansätze für die Praxis.

Der Medienwissenschaftler und Historiker Bernd Gäbler ist Autor der Studien zu AfD und Medien, die 2017 und 2018 im Auftrag der Otto-Brenner-Stiftung erstellt wurde. Er war Leiter des Adolf-Grimme-Instituts und ist heute Professor für Journalismus an der FHM Bielefeld.

Referent

  • Bernd Gäbler (FHM Bielefeld)

Montag, 27. Januar 2020, 18.30 Uhr
Sisyphos oder Geschichtspolizei: Historisches Fact-Checking im Umgang mit Rechten

Veranstaltungsort: Gängeviertel (bitte Aushang vor Ort beachten!)

Deutungshoheit über Geschichte ist hilfreich für Deutungshoheit über die Gegenwart. Manipulationen können (nicht nur) HistorikerInnen entgegentreten. Ist das notwendig? Ist es hilfreich? Oder führt es zu einem statischen, autoritär erzeugten Geschichtsbild? Ein Erfahrungsbericht aus zwei Projekten zum Thema und 12 Jahren auf Twitter.

Moritz Hoffmann ist Historiker und arbeitet seit 2016 freiberuflich im Feld der digitalen Public History.

Referent

  • Moritz Hoffmann (Walldorf)

Vergangene Veranstaltungen

Dienstag, 29. Oktober 2019, 18:00 Uhr
Warum die Demokratie politische Parteien braucht!

Veranstaltungsort: Vortragsraum im Gästehaus der Universität Hamburg, Rothenbaumchaussee 34 20148 Hamburg
Wir erwarten von den politischen Parteien, dass sie überzeugende Programme und die dazu passenden Verwirklichungsstrategien entwickeln. Die Programme sollen in sich stimmig und so konkret sein, dass sich die Adressaten möglichst genau vorstellen können, was angestrebt wird und wie der Weg dahin aussehen soll. Das ist leicht gefordert, aber schwer zu realisieren. Können die Parteien in Deutschland diesem Anspruch gerecht werden? Sind sie weiterhin in der Lage, den politischen Wettbewerb in einer Demokratie angemessen zu strukturieren? Mit welchen Problemen sind Parteien heutzutage in der Praxis konfrontiert?

Referentin

  • Prof. Hans-Peter Bull

Verantwortlich: Dr. Jens Hüttmann und Dr. Sabine Bamberger-Stemmann in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Public History der Universität Hamburg