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11. September - 25. November 2020 Kulturwochen Mittlerer Osten

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Vergangenheit ist nie vergangen. Menschen und Völker tragen sie mit in Gegenwart und Zukunft.

Kulturwochen Mittlerer Osten 2020

Kulturwochen Mittlerer Osten

Im Mittleren Osten folgten auf Gewalt und Krieg so häufig Gewalt und Krieg, dass die Menschen kaum Zeit zur Verarbeitung ihrer Traumata hatten. Erinnern, darüber nachdenken und reden, sich vergangene Zeiten und Umbrüche vor Augen halten, kann ein Beitrag dazu sein, Visionen für eine andere Zukunft zu entwerfen.

Unsere Kulturwochen-Reise beginnt in der Türkei. Die Folgen des Militärputsches von 1980 wirken bei den damaligen politischen Flüchtlingen bis heute nach. Sind iranische Frauen Hoffnungsträgerinnen für die Zukunft ihres Landes? Die Journalistin Ulrike Keding nimmt uns in Bildern und Berichten mit in den Iran. Ein ganz besonderes Filmerlebnis widmet sich der ältesten jüdischen Gemeinde der Welt, die es heute nicht mehr gibt. Tiefe Sehnsucht prägt die Erinnerungen, von denen irakische Jüdinnen und Juden in „Remember Baghdad“ erzählen. Gleich anschließend folgt der Spielfilm „The Dove Flyer“, eine Verfilmung des gleichnamigen Romans des irakisch-jüdischen Schriftstellers Eli Amir.

Uralt und immer wieder neu erlitten sind die Traumata, die das ezidische Volk erfahren muss. Im Altonaer Museum zeigen die Kulturwochen Portraits ezidischer Frauen, die vom IS versklavt und misshandelt wurden. Der international anerkannte Traumatologe Jan İlhan Kızılhan arbeitet mit ezidischen Gewaltopfern, vor allem Mädchen und Frauen. „Menschen mit schweren traumatischen Erlebnissen können mit unserer Hilfe wieder Hoffnung finden und lernen, mit den vergangenen Belastungen zu leben. Dies gibt mir Hoffnung, dass wir als Menschen mehr Kraft in uns haben als wir glauben“, sagt Kızılhan.

  • Hanna Lehming | Mittelost-Referat der Nordkirche
  • Abut Can | Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg

 

Freitag, 11. September 2020  | 18 Uhr
Patriotische Gesellschaft von 1765, Trostbrücke 4-6, 20457 Hamburg

40 Jahre Militärputsch in der Türkei - Migration der politisch Verfolgten nach Deutschland

Nach dem Putsch des türkischen Militärs am 12. September 1980 flohen Tausende dort politisch Verfolgte auch nach Deutschland. Die Putschisten enthoben die Regierung des Amtes, verboten Gewerkschaften, Jugendorganisationen, Vereine und Stiftungen. Es folgten Verhaftungswellen, Todesurteile, Folterungen, an deren Folgen mehr als 170 Menschen starben. Damals politisch und ethnisch Verfolgte bilden einen großen Teil der türkischstämmigen Gesellschaft in Deutschland, darunter viele Kurden, Aleviten, Eziden und Christen. Was bedeutet diese zweite Migration aus der Türkei für die deutsche Zivilgesellschaft? Und welche Bedeutung gewinnt in diesem Zusammenhang die Umwidmung der Hagia Sophia zur Moschee?

Einführung: Kamil Taylan, Fernsehjournalist, Soziologe und Autor

Podium: Prof. Dr. Elke Hartmann, Universität Hamburg | Erhan Erdogan, Plattform demokratische Türkei | Kamil Taylan

Moderation: Dr. Charlotte Joppien, Türkei-Europa-Zentrum der Universität Hamburg

Auf Grund der Corona-Schutzmaßnahme ist die Teilnehmerzahl im Saal stark eingeschränkt. Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme im Saal haben, schreiben Sie uns bis zum 3.9.2020 bitte eine E-Mail an: info@patriotische-gesellschaft.de mit dem Hinweis „40 Jahre Militärputsch“. Wir nehmen Sie dann in den Einladungsverteiler auf.

Es ist für die Veranstaltung eine Live-Übertragung über TIDE TV vorgesehen. Den Link zu der Veranstaltung wird rechtzeitig unter www.patriotische-gesellschaft.de/dabei veröffentlicht.

In Kooperation mit der Patriotischen Gesellschaft von 1765

 

Cover "Die heimliche Freiheit"
Donnerstag, 1. Oktober 2020
18 Uhr

Tschaikowsky-Saal ( U-Messehallen ) | Tschaikowskyplatz 2 | 20355 Hamburg

Die heimliche Freiheit

Eine Reise zu Irans starken Frauen
Ulrike Keding, Rundfunk- und Fernsehredakteurin, freie Journalistin

40 Jahre nach seiner Gründung wirkt der diktatorische Gottesstaat in Iran sehr stabil. Die islamistische Ideologie scheint alle Bereiche des Lebens zu prägen. Außenpolitisch setzt Iran seine geostrategischen Interessen in Jemen, Syrien und im Irak durch. Keine Hoffnung auf Veränderung hin zu Frieden und Freiheit? Ulrike Keding macht sich auf die Suche nach dem anderen Iran. Vor allem die Frauen, die sie kennenlernt, geben ihr Hoffnung. Sie gehen mutig und selbstbewusst ihren eigenen Weg und setzen sich von der männlich geprägten Staatsdoktrin ab. Sie repräsentieren eine junge Generation westlich orientierter Iranerinnen und streben nach Freiheit. Die Journalistin erzählt - auch mit eindrucksvollen Bildern - von Irans starken Frauen.

Moderation: Abut Can, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Mit Anmeldung! Aufgrund der CORONA-Schutzmaßnahmen ist die Teilnehmerzahl begrenzt und eine Anmeldung per E-Mail unbedingt erforderlich. Bitte, senden Sie Ihre Anmeldung mit Nennung Ihres Namens und Ihrer Anschrift an: s.heidenreich@nordkirche-weltweit.de. Danke!

Bitte, denken Sie daran, eine Schutzmaske mitzubringen!

 

DVD-Cover "Remember Bagdad"
Sonntag, 1. November 2020             17:00 Uhr
METROPOLIS-Kino, Kleine Theaterstrasse 10, 20354 Hamburg

Remember Baghdad

Regie: Fiona Murphy, UK 2017, OF (engl/hebr/arab) m.engl.U., 72 Min.

Fast 2600 Jahre lebten Juden im Irak. Der Film beginnt in einer für sie glücklichen Zeit. 1917 ist ein Drittel der Bürger von Baghdad jüdisch. Besonders nach der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 jedoch sind die irakischen Juden nicht mehr sicher. Auf Unruhen und Pogrome folgt ein Massenexodus. Viele Tausend blieben zwar im Irak und dem Land treu, das sie lieben. Doch nach 1967 mobilisierte Saddam Hussein eine Massenbewegung gegen die irakischen Juden. Sie mussten fliehen. Heimvideos und historische Filmaufnahmen ergänzen die Erzählungen acht irakischer Jüdinnen und Juden. Der Film begleitet einen von ihnen auf seiner Reise zurück nach Baghdad - ein Film ergreifender Traurigkeit und bitterer Klarheit.

Im Anschluss an die Vorführung laden wir ein zum Gespräch mit einem Filmgast.

Ohne Anmeldung. Bitte, beachten: Beim Eintritt ins Kino besteht Maskenpflicht! Während der Vorführung kann die Maske abgelegt werden.

In Kooperation mit dem Metropolis-Kino und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

 

Sonntag, 1. November 2020             19:30 Uhr
METROPOLIS-Kino, Kleine Theaterstrasse 10, 20354 Hamburg

The Dove Flyer - مطير الحمام

Regie: Nissim Dayan, Israel 2013, OF/m.engl.U, 105 Min.

Der Spielfilm “The Dove Flyer” basiert auf dem gleichnamigen Roman des im Irak geborenen jüdischen Schriftstellers Eli Amir. Er erzählt die letzten Tage der jüdischen Gemeinschaft in Bagdad in den 1950er Jahren und am Vorabend ihrer Auswanderung nach Israel. Der 16-jährige Schüler Kabi Amari lebt 1950 mit seiner Familie in Bagdad. Ihre Zukunft ist ungewiss. Jedes Familienmitglied träumt seinen eigenen Traum: Die Mutter möchte zurück in das muslimische Viertel ziehen, wo sie sich sicherer fühlte, der Vater will nach Israel auswandern, während Abu sich nur für seine geliebten Tauben interessiert. Als Kabis Onkel Hazkael verhaftet wird, schließt sich Kabi der zionistischen Untergrundbewegung an.

Der Film wurde in der beinahe ausgestorbenen Judäo-Arabischen Sprache produziert.

Ohne Anmeldung. Bitte, beachten: Beim Eintritt ins Kino besteht Maskenpflicht! Während der Vorführung kann die Maske abgelegt werden.

In Kooperation mit dem Metropolis-Kino und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

 

zwei ezidische Kinder
Dienstag, 10. November 2020 |
18 Uhr

Altonaer Museum, Museumstraße 23, 22765 Hamburg, Gallionsfigurensaal

Ausstellungseröffnung

ÜBER LEBEN

Ezidinnen nach dem Femizid 2014
Necla Mato und eine weitere betroffene ezidische Frau berichten.

Mit dem Angriff der Terrormiliz des „IS“ auf Sinjar/Nordirak im August 2014 begann der Völkermord am ezidischen Volk. Etwa 400.000 Menschen mussten fliehen. Tausende ezidischer Frauen und Kinder wurden verschleppt, vergewaltigt, verkauft, versklavt und teils zwangsislamisiert. Etwa die Hälfte von ihnen konnte aus der Gefangenschaft des IS fliehen. Viele Ezidinnen und Eziden sind inzwischen nach Sinjar zurückgekehrt. Der größte Teil jedoch lebt als Flüchtlinge. In Deutschland wurden mehr als 1000 ezidische Frauen und Kinder zur medizinischen und psychologischen Behandlung aufgenommen. Die Ausstellung lässt ezidische Frauen zu Wort kommen, die vom IS versklavt und misshandelt wurden.

Begrüßung:

  • Hanna Lehming, Mittelost-Referentin der Nordkirche
  • Dagmar Humsi, Women for Justice e.V., Hamburg

Grußwort: 

  • Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg

Die Ausstellung läuft vom 11. bis 30. November 2020.

Eintritt am 10. und 25.11.2020 frei, sonst 8,50 €/erm. 5 € (reguläre Eintrittskarte für das Altonaer Museum).
Bis 18 Jahre Eintritt frei!

Ohne Anmeldung. Bitte, denken Sie daran, eine Schutzmaske mitzubringen!

In Kooperation mit Women for Justice e.V., dem Altonaer Museum und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

 

Mittwoch, 25. November 2020 | 18 Uhr
Altonaer Museum, Museumstraße 23, 22765 Hamburg
Anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

Aus der Hölle des IS in ein neues Leben

Traumaarbeit mit ezidischen Frauen
Prof. Dr. Dr. Jan İlhan Kizilhan, Psychologe, Orientalist, Traumatherapeut, Villingen-Schwenningen

Jan Ilhan Kizilhan ist ein international anerkannter Experte für Transkulturelle Psychiatrie und Traumatologie. Mehr als 20 Jahre lang behandelte er Opfer von Gewalt und Krieg aus Ruanda, vom Balkan, aus Pakistan und Tschetschenien. Im Jahr 2014 bat ihn die Landesregierung Baden-Württemberg, ihr Programm für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak zu leiten. Seither betreut und behandelt Jan Ilhan Kizilhan ezidische Frauen und Kinder, die vom IS verschleppt, vergewaltigt und verkauft wurden. Um der großen Not behandlungsbedürftiger Gewaltopfer zu begegnen, gründete er an der Universität Dohuk/Nordirak ein Institut zur Ausbildung von Traumatherapeuten. Wie verändert sich therapeutische Arbeit im mittelöstlichen Kontext? Und wie können schwer misshandelte Frauen Heilung erfahren?

Moderation: Hanna Lehming, Mittelost-Referentin der Nordkirche

Ohne Anmeldung. Bitte, denken Sie daran, eine Schutzmaske mitzubringen!

In Kooperation mit Women for Justice e.V., dem Altonaer Museum und der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

 

Pastorin Hanna Lehming,

Zentrum für Mission und Ökumene
Referat Mittlerer Osten
Agathe-Lasch-Weg 16 | 22605 Hamburg
Telefon 040 881 81 - 224 | 170 46 855 12
h.lehming@nordkirche-weltweit.de
www.kulturwochenmittlererosten.de

 

Abut Can
Landeszentrale für politische Bildung
Behörde für Schule und Berufsbildung
Dammtorstraße 14, 20354 Hamburg
Tel: 42823-4812 Fax: 42823-4813
abut.can@bsb.hamburg.de

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