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Vortragsreihe Gewaltstrukturen, Militär und Gesellschaft in der Türkei

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Gewaltstrukturen, Militär und Gesellschaft in der Türkei

Seit ihrer Gründung der Republik Türkei ist die Geschichte des Landes geprägt durch den massiven Einfluss des Militärs sowie anderer Gewaltstrukturen auf Politik und Gesellschaft.
Das TürkeiEuropaZentrum setzt in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung seine im Wintersemester 2019/20 begonnene interdisziplinäre, internationale Vorlesungsreihe fort. In diesem Semester wird die Vorlesungsreihe von KollegInnen aus der Türkei getragen, von denen ein Großteil inzwischen im Exil arbeitet. Das Themenspektrum reicht von Gewalt gegen Minderheiten und Strategien der „Befriedung“ über das Verhältnis von Militär und Nationenverständnis bis hin zur Auswirkung von Gewaltstrukturen auf das Geschlechterverhältnis.

Veranstaltungstermine:

Mittwoch, 13.01.2021, 18:00 bis 20:00 Uhr

Talât Pascha und Ziya Gökalp, Gründungsväter der heutigen Türkei

Zoom-Meeting

Referent: Prof. Dr. Hans-Lukas Kieser, University of Newcastle, Australien

Mehmed Talât und Ziya Gökalp waren enge politische Freunde und saßen gemeinsam im jungtürkischen Zentralkomitee, dem Nervenzentrum der Kriegsregimes der Jahre 1913-18: Der eine als Kopf von Partei und Regierung, der andere als herausragender “Prophet” von expansivem Krieg und türkisch-islamischem Ultranationalismus.
In einer Zeit völkischer Pan-Bewegungen in und am Rande Europas, verband Gökalp einen frischen türkischen Ethnozentrismus mit dem islamischen Anspruch auf theologische Suprematie. Daraus resultierte eine aufpeitschende Ideologie (a) von unitärer, 1923 verwirklichter türkisch-islamischer Staatlichkeit in Anatolien sowie (b) von föderal zu gestaltender pantürkischer Blutsbruderschaft und panislamischen Banden weit über Anatolien hinaus. Gökalp gilt zu Recht bis heute als Vater des türkischen Nationalismus. Kemal Atatürk verstand Gökalp als seinen Mentor und stand Talât vergleichsweise nahe, wobei er nach dem gewonnenen Krieg um Anatolien und der Konferenz von Lausanne auf politischen Islam und Pantürkismus verzichtete.
Um Gökalp zu deuten, sind die verschiedenen Genres, mit denen er Einfluss ausübte (Gedichte, Essays, Recherchen, Pamphlete, Diskurse im Zentralkomitee), politisch-biografisch differenziert zusammenzubringen. Das fehlt in der bisherigen Forschung. Daher ist der vorkemalistische Gökalp politisch unterbelichtet geblieben, nämlich das Jahrzehnt seiner engen, einflussreichen Zusammenarbeit mit Talât und weiteren “Männern der Tat” vom radikalen Parteiflügel. Sie alle gehören zur ersten, noch vorkemalistischen Kohorte von Gründern der nachosmanischen Türkei. Dieses vorkemalistische Fundament ist in der heutigen Türkei seit den 2010er Jahren erneut hervorgetreten.
Anmeldung unter uni-hamburg.zoom.us/meeting/register/tJ0sdOmupzopEtVrlW_lG54WLHRBwk972lfG

 

Mittwoch, 20.01.2021, 18:00 bis 20:00 Uhr

Hegemoniale Männlichkeit und ihre Komplizen in der türkischen Gesellschaft

Zoom-Meeting mit Dr. Ayhan Taşdemir, Hamburg

In der Türkei herrscht ein maskulin geprägter Nationalismus. Dieser ist teilweise mit religiösen Überzeugungen vermengt und unterdrückt die Rechte der Minderheiten im innenpolitischen Bereich. Einerseits werden Menschen mithilfe staatlicher Institutionen verfolgt, ermordet, gefoltert und unterdrückt. Andererseits werden sie auch von der Gesellschaft extrem diskriminiert und sogar gelyncht. Die Diskriminierungserfahrungen der Menschen sind nicht oberflächlich oder subtil versteckt, sondern eindeutig und grausam. Tatsache ist, dass seit 1980 ein Krieg über die Dauer von 40 Jahren über 30 000 Menschenleben gekostet hat, davon die überwiegende Zahl männlichen Geschlechts. Bis heute haben sich unzählige unaufgeklärte Morde, Überfälle und Attentate im Gedächtnis der Öffentlichkeit verankert. Auch Gewalt gegen Frauen und Kinder sind der Alltag. Diese Gewalt wird mit der Überzeugung einer übertriebenen Maskulinität ohne Schuldgefühl angewendet. In diesem Vortrag sollen gesellschaftlich akzeptierte bzw. legitimierte Gewaltformen der hegemonialen Männlichkeit und ihre Komplizenschaften abgehandelt werden.
Anmeldung unter: uni-hamburg.zoom.us/meeting/register/tJ0sdOmupzopEtVrlW_lG54WLHRBwk972lfG

 

Mittwoch, 3. Februar 2021, 18:00 bis 20:00 Uhr

Vorstellung der Graphic Novel Turkish Kaleidoscope: Fractured Lives in a Time of Violence.

Zoom-Meeting
Referentin: Prof. Jenny White, Stockholm University
Anmeldung unter: uni-hamburg.zoom.us/meeting/register/tJ0sdOmupzopEtVrlW_lG54WLHRBwk972lfG

 

Mittwoch, 10. Februar 2021, 18:00 bis 20:00 Uhr

Sel Seferlerinden Dahili Kolonizasyona: Erken Cumhuriyet Döneminde Dersim Sorunu’nun Tanımı ve Çözümü Üzerine Tartışmalar (1925-1938) // Militärische Kampagnen und Innere Kolonisierung: Diskussionen zur Definition und Lösung der Dersim-Frage in der frühen Republikzeit (1925-1938)

Zoom-Meeting
Referent: Dr. Zeynep Türkyılmaz, Freie Universität Berlin / EUME
Anmeldung unter: uni-hamburg.zoom.us/meeting/register/tJ0sdOmupzopEtVrlW_lG54WLHRBwk972lfG

 

Mittwoch, 17. Februar 2021, 18:00 bis 20:00 Uhr

Haklar Şiddete Karşı: Türkiye'de İnsan Hakları Hareketinin Gelişimi (1980-2015) // Recht gegen Gewalt: Die Entwicklung der Menschenrechtsbewegung in der Türkei (1980-2015)

Zoom-Meeting
Referent: Ass. Prof. Dr. Ahmet Murat Aytaç, Universität Bremen
Anmeldung unter: uni-hamburg.zoom.us/meeting/register/tJ0sdOmupzopEtVrlW_lG54WLHRBwk972lfG

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