Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Oberbillwerder Visionärer Siegerentwurf für Hamburgs neuen Stadtteil

Hamburgs 105. Stadtteil wird konkret. Gestern hat das Beratungsgremium mit einem eindeutigen Votum von 18:2 Stimmen den Siegerentwurf für Oberbillwerder ausgewählt: das dänisch-niederländisch-deutsche Planungsteam ADEPT Aps mit Karres + Brands und Transsolar Energietechnik. Der Entwurf „The Connected City“ fügt sich optimal in die bestehende Landschaftsstruktur ein und schafft neue Verbindungen in die benachbarten Stadtteile. Oberbillwerder wird als Modellstadtteil „Active City“ entwickelt und entscheidend durch die Themen Gesundheit, Ernährung und Sport geprägt.

1 / 1

Visionärer Siegerentwurf für Hamburgs neuen Stadtteil

Mit Oberbillwerder entwickelt die IBA Hamburg in enger Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Bezirk Bergedorf einen neuen Stadtteil, der in Hamburg, aber auch europaweit Maßstäbe für die Stadtentwicklung setzen soll: attraktiv, inklusiv und integrativ, umweltfreundlich und zukunftsbeständig und mit einer hohen Lebensqualität. Oberbillwerder soll ein Quartier für unterschiedliche, nach Herkunft, Einkommen, Alter  und Lebenslage gut gemischte Bevölkerungsgruppen werden und mit Bauprojekten von privaten und städtischen Bauträgern, Genossenschaften und Baugemeinschaften eine lebendige Nachbarschaft schaffen. Dazu zählen neben Wohnungen auch vielfältige Angebote für Arbeit, Bildung und Freizeit sowie identitätsstiftende öffentliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität. 

Besonderheiten des Siegerentwurfs von ADEPT mit Karres+Brands und Transsolar: Der Entwurf „The Connected City“ ist eine Vision, in der die neue Stadtstruktur die bestehende Landschaftsstruktur aus linearen Entwässerungsgräben aufgreift. Die blau-grünen Adern schlängeln sich durch den neuen Stadtteil und prägen die öffentlichen Räume. Das Planerteam schlägt direkt an der S-Bahnstation Allermöhe eine gläserne Markthalle, an die sich das Bahnquartier mit einem kommerziellen Zentrum anschließt, vor. Hier finden sich Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomieangebote und ein Schwimmbad, welches fußläufig von der S-Bahn erreichbar ist. Alle öffentlichen Funktionen wie Schulstandorte und Kitas sind entlang eines Grünen Loops angeordnet und können auch ohne Auto problemlos erreicht werden. Während die Bau- und Nutzungsdichte an der S-Bahnstation deutlich höher ist, nimmt sie zum landschaftlich geprägten Stadtrand deutlich ab. Hier entstehen neue Kleingartenanlagen, Townhouses und naturnahe Spielplätze, die einen behutsamen Übergang in die historische Kulturlandschaft Billwerders ermöglichen. Im Osten entstehen ein großzügiger Aktivitätspark als zentrale öffentliche Sportanlage, im Westen ein Blauer Sportpark, der bei Starkregenereignissen geflutet werden kann. Zur Reduzierung des Verkehrs sind an mehreren Stellen Mobilitätsstationen und City Hubs zur Anlieferung von Waren oder Paketen vorgesehen. Am S-Bahnhof Allermöhe sind neue Bike & Ride Abstellmöglichkeiten geplant. Der Kfz-Verkehr wird über eine Haupt-Ringstraße geführt und über drei Anbindungen an das vorhandene Straßennetz angeschlossen. Öffentliches und privates Parken ist in mehreren Quartiersgaragen vorgesehen. Dadurch werden das Zentrum und viele Teilquartiere vom motorisierten Verkehr deutlich entlastet. Für Fußgänger und Radfahrer sind unter dem Bahndamm Richtung Süden mehrere Durchstiche sowie eine neue Brücke zum Skatepark in Neuallermöhe vorgesehen. Die Planer schlagen zudem zahlreiche Brücken und Wegeverbindungen über die neuen Entwässerungsgräben vor.

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Die Jury hat mit dem Entwurf von „The Connected City“ des Büros ADEPT ApS mit Karres en Brands Landschaps-architecten und Transsolar Energietechnik ein zukunftsweisendes Konzept für Oberbillwerder ausgewählt. Der Wettbewerbliche Dialog ist damit abgeschlossen, wir können nun den Masterplan für Oberbillwerder entwickeln.

Das Besondere an dem Entscheidungsprozess war die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, die sich mit Anregungen, Ideen und Kritik eingebracht haben. Oberbillwerder soll ein attraktiver Stadtteil für alle werden, mit bezahlbaren Wohnungen mitten im Grünen und gut angebunden. Wir wollen einen Stadtteil schaffen, der uns zeigt, wie das Hamburg der Zukunft aussehen soll. Oberbillwerder soll für die Lust am Gestalten stehen, mit der Möglichkeit, einen lebendigen und urbanen, in die Zukunft gerichteten Stadtteil im Rahmen unserer Strategie ‚Mehr Stadt an neuen Orten‘ in einer schönen Natur- und Kulturlandschaft zu entwerfen.“

Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor: „Der jetzt ausgewählte Entwurf bietet eine exzellente planerische Grundlage. Das Konzept geht sehr präzise auf die sensible Kulturlandschaft ein und entwickelt daraus einen sehr spezifischen Beitrag für diesen Ort. Er hat ein gutes Gespür für den richtigen Maßstab, schafft ein vielfältiges Angebot unterschiedlichster Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten und macht mit den ersten Vorschlägen zu möglichen Architekturvorstellungen große Lust.“

Karen Pein, Geschäftsführerin IBA Hamburg GmbH: „Der Entwurf stellt nicht die Gebäude in den Mittelpunkt, sondern die Menschen und das Lebensgefühl. Gesundheit, Ernährung, Sport sind die Leitlinien für Hamburgs 105. Stadtteil, für den uns nun ein vielseitiges Grundkonzept vorliegt, welches zugleich dynamisch auf zukünftige Entwicklungstendenzen im Städtebau reagieren kann. In Oberbilllwerder werden lebendige und gemischte Quartiere unterschiedlicher Prägung und viele kleine Perlen entstehen, so dass sich jeder hier wohlfühlen kann.“

Arne Dornquast, Bezirksamtsleiter Bergedorf: „Der Siegerentwurf zeichnet für Oberbillwerder eine Vision von hoher Qualität für die Zukunft Bergedorfs. Er zeigt, dass sich der Bezirk mit Augenmaß und in all seiner Vielfalt weiterentwickeln und in die wertvolle Landschaft einbetten kann, ohne sie zu zerstören. Die Erfordernisse der besonderen Marschlandschaft wurden genauso berücksichtigt, wie die Verbindung zu den benachbarten Quartieren. Diese Vision des Siegerentwurfs zeigt, dass ein Zusammenspiel von städtischer Struktur in einem landschaftlich hochwertigen Gebiet sehr gut gelingen kann. In Oberbillwerder entsteht nun ein Quartier der Zukunft mit Strahlkraft für Bergedorf und die Stadt Hamburg.“

Daten und Fakten Siegerentwurf Oberbillwerder:

Wohneinheiten

knapp 7.000 in unterschiedlichen Bautypologien;

20% für Baugemeinschaften; Drittelmix

Arbeitsplätze

4.000 – 5.000 wohn- und mischungsverträglich

Schulen

Schulcampus mit Stadtteilschule und Gymnasium;

zwei Grundschulen

Kindertagesstätten

bis zu 14

Soziale Einrichtungen

bis zu 14

Fläche

ca. 124 Hektar

Lage

Bezirk Bergedorf, nördlich S-Bahn Station Allermöhe, östlich angrenzend an Bergedorf-West

Besonderheiten /

Alleinstellungsmerkmal

Modellstadtteil Active City

Rückblick zum Planungsprozess: Im September 2016 hat die Senatskommission für Stadtentwicklung und Wohnen Überlegungen zur Entwicklung eines neuen Stadtteils im Bezirk Bergedorf wieder aufgenommen und beauftragte die IBA Hamburg mit der Erarbeitung eines Masterplans. Mit öffentlichen Veranstaltungen und Einzelgesprächen, einer Ideenwerkstatt und vertiefenden Untersuchungen des Planungsraums begannen Ende 2016 die Vorbereitungen. Im Sommer 2017 fand ein EU-weiter Teilnahmewettbewerb statt, bei dem sich 12 international renommierte Planungsteams aus Fachleuten der Disziplinen Stadtplanung, Landschaftsplanung und Architektur für die Teilnahme am Wettbewerblichen Dialog qualifizierten. Dieses Verfahren ermöglichte es, den offenen und transparenten Planungsprozess in seiner Form fortzusetzen und Bürgerinnen und Bürger in vier öffentlichen Veranstaltungen zur Mitgestaltung einzuladen. Ein Beratungsgremium aus Stadtentwicklungs-Experten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hamburger Behörden und Bezirke und zwei Bürgervertretern sprach sich im Februar für vier Entwürfe aus, die von den jeweiligen Planungsteams in einer zweiten Dialogphase weiter vertieft wurden. Nach insgesamt siebenmonatiger Beratungszeit hat sich das gleiche Gremium am 24. Mai für den Entwurf von ADEPT mit Karres + Brands und Transsolar ausgesprochen.

Ausblick: Am 15. Juni wird der ausgewählte Entwurf öffentlich im Forum Gymnasium Allermöhe vorgestellt. Aus dem Siegerentwurf wird bis Ende 2018 der Masterplan Oberbillwerder entwickelt. Das Verfahren „Wettbewerblicher Dialog“ ist damit abgeschlossen.  Für die weitere Planung und Realisierung von Oberbillwerder hat der Senat bereits im Januar 2018 eine eigene Gesellschaft gegründet. Die IBA Projektentwicklungsgesellschaft GmbH und Co. KG (IPEG) fungiert als Tochterfirma der IBA Hamburg GmbH und übernimmt die inhaltliche, organisatorische, gestalterische und finanzielle Steuerung der städtebaulichen Entwicklung von Oberbillwerder. In Abstimmung mit den Behörden und dem Bezirk Bergedorf trägt die IPEG die Verantwortung für die Entwicklung, Erschließung, Vermarktung sowie die Finanzierung und Qualitätssicherung des neuen Stadtteils.

Weitere Informationen finden Sie unter www.oberbillwerder-hamburg.de.

Aktuelle Bilder und Visualisierungen finden Sie unter folgendem Link

Link: http://iba-hamburg.eyebase.com

Pin-Code: UUVJWR

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an

Stefan Laetsch, Pressesprecher IBA Hamburg GmbH, stefan.laetsch@iba-hamburg.de oder presse@iba-hamburg.de, Tel.: 040 / 226 227 312

Pressestelle der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, pressestelle@bsw.hamburg.de, Tel.: 040 / 428 40 2051

Dr. Sebastian Kloth, Pressesprecher Bezirksamt Bergedorf, sebastian.kloth@bergedorf.hamburg.de, Tel.: 040 / 428 91 2100

Über die IBA Hamburg GmbH

Die IBA Hamburg GmbH realisiert als städtische Projektentwicklungsgesellschaft ganzheitliche Quartiersentwicklung für zukunftsfähige, gemischte Wohnquartiere in denen auch neue Arbeitsstätten entstehen. Mittlerweile verantwortet die Gesellschaft die Quartiersentwicklung in zehn Hamburger Gebieten. Den geographischen Mittelpunkt bilden die Hamburger Elbinseln, deren enormes Entwicklungspotenzial auch nach dem Ende der Internationalen Bauausstellung Hamburg (2006-2013) weiter genutzt werden soll.