Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Sanierung Philturm Senat beschließt Modernisierung Philosophenturm

Der Baubeginn soll im Frühjahr 2019 starten

Der Senat hat heute ein umfassendes Modernisierungskonzept für den Philosophenturm der Universität Hamburg beschlossen. Hierzu gehören neben der Sanierung des Innenbereichs unter anderem Arbeiten an Dach und Fassade, ein Erweiterungsbau und die Modernisierung der Mensa sowie Maßnahmen für Brandschutz, Inklusion und Denkmalschutz. Die Projektkosten liegen bei rund 84 Mio. Euro, die als garantierter Maximalpreis vereinbart wurden. Die Modernisierung erfolgt im Mieter-Vermieter-Modell und wird von der Sprinkenhof GmbH umgesetzt. Der Baubeginn soll nach derzeitigem Planungsstand im Frühjahr 2019 erfolgen. Die Fertigstellung ist für Mitte 2021 geplant.

Senat beschließt Modernisierung Philosophenturm

Mit der Sanierung und Modernisierung des Philosophenturms soll neben den erforderlichen sicherheits- und brandschutztechnischen Maßnahmen in dem mehr als 50 Jahre alten Gebäude eine grundlegende Umstrukturierung erfolgen. Ziel ist es, die jetzigen Nutzer der geisteswissenschaftlichen Fakultät – hierzu zählen die Fachbereiche Philosophie, Geschichte sowie Sprach- und Literaturwissenschaften –  mit der gesamten Infrastruktur einschließlich der Bibliotheken in einem Gebäude unterzubringen. Hörsäle, Seminarräume und Büros werden umfassend saniert, auf den neuesten Stand der Technik gebracht und teilweise neu angeordnet. Die entsprechende Belegungskonzeption wurde gemeinsam mit der Universität Hamburg entwickelt.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Der Philosophenturm ist das zentrale Bauwerk am Von-Melle-Park. Ich bin froh, dass wir nun loslegen können mit der Modernisierung. Wir haben jetzt die Chance, das Gebäude ganz neu zu denken und Fachbereiche, die bisher über dem Campus verstreut waren, zusammenzubringen. Die Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler sowie die Fachbereiche Philosophie und Geschichte sind dann alle zusammen unter einem Dach. Wir werden hier hervorragende Bedingungen für Forschung, Lehre und Lernen schaffen, die interdisziplinäres Arbeiten fördern. Das wird für die Studierenden und für die Lehrenden ein echter Gewinn sein.“

Im Rahmen der Sanierung des Philosophenturms wird auch die Mensa im Erdgeschoss umfassend modernisiert. So werden zum Beispiel die Geräteausstattung der Küche und die Lüftung erneuert, energieeffizientere Elektrogeräte angeschafft und ein neues wartungsarmes Entsorgungssystem eingeführt.

Zentrale Bibliothek und Erweiterungsbau
Die Modernisierungsmaßnahmen umfassen auch die bisher vertikal übereinander angeordneten Bibliotheken. Sie sollen künftig auf fünf Geschossen zu einer zentralen Bibliothek mit mehr als 6.000 qm Nutzungsfläche zusammengefasst werden. Die Bibliothek erhält eine interne und barrierefreie Erschließung sowie moderne Gruppenarbeitsräume und Leseplätze. Die Bibliothek kann somit auf die strukturellen, inhaltlichen und medialen Veränderungen des Lernens und Forschens in den Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften flexibel reagieren.

Da die Gesamtnutzungsfläche des Gebäudes mit insgesamt rund 16.000 qm nicht ausreicht, um alle künftigen Nutzer mitsamt der Bibliothek unterzubringen, ist im Innenhof zudem ein Neubau mit insgesamt rund 900 qm auf drei Geschossen geplant. Hier sollen unter anderem flexibel nutzbare Gruppenarbeitsräume sowie studentische Arbeitsplätze entstehen.

Hintergrund
Die Sprinkenhof GmbH wurde 2016 beauftragt, eine Kostenschätzung für die Innenmodernisierung des gesamten Gebäudes mit Ausnahme der Mensa zu erstellen. Ende 2016 hat das Studierendenwerk einen erheblichen Sanierungsbedarf für Mensaflächen mitgeteilt, die daraufhin in die Kalkulation miteinbezogen wurden. Die Kostenschätzung der Vorplanung belief sich auf rund 66,5 Mio. Euro und war noch nicht als Garantierter Maximalpreis gerechnet. Im Zuge der Grundlagenuntersuchungen hat die Sprinkenhof GmbH zudem festgestellt, dass auch Arbeiten an Dach und Fassade erforderlich sind. Anfang April 2017 wurde die Sprinkenhof GmbH daraufhin von der Wissenschaftsbehörde gebeten, die Planungen entsprechend zu erweitern und die Kostenkalkulation anzupassen. Die Projektkosten aller Maßnahmen liegen bei rund 84 Mio. Euro, die als Garantierter Maximalpreis vereinbart wurden.

Wesentliche Faktoren für die Kostenentwicklung sind notwendige Erweiterungen des baulichen Umfangs – darunter Arbeiten an Dach und Fassade – und die Spezifikationen der baulichen Maßnahmen für den Brandschutz, Inklusion und Denkmalschutz. Eine Vielzahl baulicher Maßnahmen konnten zudem erst im Laufe der konkreten Planung – Herstellung von barrierefreier Zugänglichkeit der oberen Geschosse, Maßnahmen zur Evakuierung mobilitätseingeschränkter Personen, Brandschutz innerhalb der Bibliothek und des gesamten Gebäudes – definiert und mit Kosten belegt werden. Hinzu kommt, dass die Ausgestaltung des Neubaus und des Philosophenturms in vielen Details architektonische und statische Sonderlösungen verlangt. Darüber hinaus wirkt sich die derzeit hohe Preissteigerungsrate in der Baubranche auf die Kosten aus.