Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Wettbewerb „Neubau auf dem Kunst- und Mediencampus Finkenau“ entschieden

Erster Preis für kraftvollen, prägnanten und eigenwilligen Entwurf

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Wettbewerb „Neubau auf dem Kunst- und Mediencampus Finkenau“ entschieden

Der Architektenwettbewerb für einen zentralen Neubau auf dem Kunst- und Mediencampus Finkenau ist Freitag den 6. Februar 2009 zu Ende gegangen. 19 Architekturbüros aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich waren zuvor ausgewählt worden und hatten sich mit ihren Entwürfen der Konkurrenz gestellt.

Heute haben Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach und Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter die Gewinner des Wettbewerbs bekannt gegeben. vergrößern das Büro Gerber Architekten um Prof. Eckhard Gerber aus Dortmund Das Büro "Gerber Architekten" um Prof. Eckhard Gerber aus Dortmund (Bild: Foto: BWF) Den 1. Preis erhielt das Büro Gerber Architekten um Prof. Eckhard Gerber aus Dortmund, das mit seinem Entwurf die Jury überzeugte. Der 2. Preis ging an die Hamburger Architekten Böge Lindner. Den 3. Preis erhielten Dinse Feest Zurl Architekten, den 4. Preis PFP Architekten, beide ebenfalls aus Hamburg.

Hier können Sie die eingereichten Entwürfe der ersten vier Gewinner des Architektenwettbewerbes ansehen:

Mit dem Kunst- und Mediencampus Finkenau wird derzeit für rund 41 Mio. Euro ein kreatives Ausbildungszentrum im Bereich Medien und Kommunikation geschaffen. Wichtiger Schlussstein ist ein Neubau in der südöstlichen Ecke des Campus, der zu einem Ort des Treffens und der Kommunikation für die Studierenden der verschiedenen Disziplinen werden soll. Für den Neubau sind Investitionen in Höhe von 17,5 Mio. Euro veranschlagt.

vergrößern v.l.n.r.: Juryvorsitzender Prof. Bernhard Winking, Preisgewinner Prof. Eckhard Gerber, Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter, Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach, HAW Präsident Prof. Dr. Michael v.l.n.r.: Juryvorsitzender Prof. Bernhard Winking, Preisgewinner Prof. Eckhard Gerber, Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter, Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach, HAW Präsident Prof. Dr. Michael Stawicki / Foto: BWF (Bild: Foto: BWF) WissenschaftssenatorinDr. Herlind Gundelach: „Ich gratuliere allen vier Preisträgern zu ihrem Erfolg. Sie haben mit ihren kreativen Entwürfen die Jury überzeugt. Der 1. Preis schafft es dabei am Besten, die verschiedenartigen Flächen so zu gestalten, dass sich ein kommunikativer Zusammenhang ergibt. Der Neubau wird so zum „nucleus“ im Kristallisationspunkt des Kunst- und Mediencampus, der zukünftig interdisziplinäre, praxisorientierte Medienausbildung mit hochmoderner Infrastruktur in Hamburg bieten wird. Hier soll sich Kreativität entfalten und in die Stadt hineinwirken. Die verschiedenartigen Institutionen können sich dabei gegenseitig in idealer Weise befruchten. Hochqualifizierte und motivierte Studierende sollen zudem mit der Medienwirtschaft zusammentreffen, um gemeinsam Projekte zu entwickeln.“

Hamburgs Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter über den siegreichen Entwurf: „Die Gesamtanlage wird bei dieser Arbeit aufgegliedert in eine den Campus und die Uferstraße verbindende Terrasse mit Sockelgeschoss und einen markanten Baukörper. Durch die Lage der Zugänge, durch die Verzahnung der öffentlichen Bereiche von Foyer, Forum und Gastronomie und durch die Zuordnung der Freiflächen wird eine hohe Attraktivität der Einrichtung nach außen und innen geschaffen. In ihrer Gesamtanmutung wirkt die bauliche Anlage kraftvoll, prägnant und eigenwillig. Städtebaulich knüpft sie an den vorhandenen Schumacherbau der ehemaligen Frauenklinik hervorragend an.“

Unter dem Juryvorsitz von Prof. Bernhard Winking haben insgesamt 18 kundige Fach- und Sachpreisrichter aus der Behörde für Wissenschaft und Forschung, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, den Planungsämtern und Politikern des Bezirkes Hamburg-Nord sowie aus der freien Architektenschaft alle Wettbewerbsbeiträge ausführlich analysiert.

Die ausgelobte Preissumme des Architektenwettbewerbs beträgt insgesamt 83.300 Euro, auf den Gewinner des Ersten Preises entfallen rund 27.000 Euro.

Der Neubau soll der zentrale Veranstaltungsort des Campus werden, in dem die Lerninhalte in Vorträgen und Diskussionen weiterentwickelt und in Ausstellungen oder Vorführungen auch der interessierten Öffentlichkeit präsentiert werden. Eine großzügig angelegte Mensa wird mit einer Cafeteria und Terrassenplätzen zur Uferstraße und zum Eilbekkanal die Verbindung zum Stadtteil herstellen. Darüber hinaus umfasst der Neubau eine Bibliothek, Lehr- und Arbeitsräume mit Ton-, Licht- und Videostudios und Computer-Pools.

Hintergrund: Um eine hochqualitative Ausbildung im Bereich Medien anbieten und den hohen Bedarf der Medienwirtschaft an Absolventen besser decken zu können, hat die Hansestadt im Jahr 2003 das Konzept für einen Kunst- und Mediencampus entwickelt und seitdem schrittweise umgesetzt. Die zugrunde liegende Idee ist, die bisher über Hamburg verstreuten öffentlichen Ausbildungsangebote im Bereich der Medien weitgehend an einem Ort zu konzentrieren. Als Standort konnte die ehemalige Frauenklinik Finkenau, ein dreiflügeliger Fritz-Schumacher-Bau aus den Jahren 1911-1914, erworben werden.

Seit dem Jahr 2003 sind in der Finkenau die in Public-Private-Partnership geführte Hamburg Media School, die Master-Studiengänge im Medienmanagement, Journalismus und Film anbietet, und die private Werbeschule Miami Ad School ansässig. Der Bürger- und Ausbildungskanal TIDE strahlt sein Radio- und Fernsehprogramm seit dem Frühjahr 2004 von den Produktions- und Verwaltungsräumen in der Finkenau aus. Im Frühjahr 2005 wurde sowohl die Filmausbildung der Hochschule für bildende Künste als auch das MultiMediaKontor Hamburg, eine IT-Serviceeinrichtung der Hamburger Hochschulen, auf den Campus verlagert.

Mit dem für das Frühjahr 2010 geplanten Einzug der Fakultät Design, Medien und Information (DMI) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und ihrem Ausbildungsangebot in Illustration, Kommunikationsdesign, Informations- und Bibliotheksmanagement sowie Medientechnik und Media Systems werden alle denkbaren Ausprägungen der Medienausbildung auf dem Campus vereint sein. Dann werden ca. 1.500 Studierende, über 60 Professorinnen und Professoren und ebenso viele Dozenten und Mitarbeiter, insgesamt ca. 1.700 Personen, auf dem Campus lernen und arbeiten.