Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Wissenschaft Revolutionäre Einblicke in die Ursprünge der Menschheit: Svante Pääbo ist Körber-Preisträger 2018

Der Begründer der Paläogenetik erhält heute im Hamburger Rathaus den mit 750.000 Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft

Der Mediziner und Biologe Prof. Dr. Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat mit seinen Arbeiten unser bisheriges Verständnis der Evolutionsgeschichte des modernen Menschen revolutioniert. So gelang es ihm und seinen Arbeitsgruppen unter anderem, mit Hilfe neuartiger molekularbiologischer Methoden das Genom des Neandertalers zu entschlüsseln und nachzuweisen, dass sehr viele heutige Menschen noch dessen DNA im Erbgut tragen. Außerdem entdeckte Pääbo in West-Sibirien eine bisher unbekannte Urmenschen-Gruppe. Damit hat er mehrmals wissenschaftliches Neuland betreten.

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Revolutionäre Einblicke in die Ursprünge der Menschheit: Svante Pääbo ist Körber-Preisträger 2018

Der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft zeichnet seit 1985 jedes Jahr Durchbrüche in den Natur- oder Lebenswissenschaften in Europa aus. Mit einer Preissumme von 750.000 Euro gehört er zu den weltweit höchstdotierten Wissenschaftspreisen. Nach der Auszeichnung mit dem Körber-Preis erhielten bereits sechs Preisträgerinnen und Preisträger den Nobelpreis. 

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher begrüßte die Gäste bei der Preisverleihung im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses, und der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar stellte den Preisträger und sein Forschungsvorhaben vor. 

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft zählt zu den angesehensten Auszeichnungen für Forscherinnen und Forscher in Europa. Er würdigt Forschungsleistungen, die nicht selten unser Bild der Welt und des Menschen verändern. Svante Pääbo ist ein außerordentlicher Wissenschaftler, dessen Arbeit die Evolutionsgeschichte und die Paläogenetik, die er selbst mit begründet hat, einen großen Schritt voranbringt.“ 

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Wir sind sehr stolz und froh, diesen herausragenden Wissenschaftspreis in Hamburg zu haben. Auch der diesjährige Körber-Preis stellt eine Forscherpersönlichkeit heraus, die das Fenster zu einer jungen Wissenschaftsdisziplin weit aufgestoßen hat: der Paläogenetik. Die Ergebnisse seiner Forschung ermöglichen es, auf breiter Grundlage zu diskutieren, was uns als moderne Menschen ausmacht und was wir aus unserem Erbe lernen können. Ich gratuliere Herrn Prof. Dr. Pääbo sehr herzlich und wünsche ihm weiterhin viel Erfolg.“ 

Mit den Mitteln des Körber-Preises will Pääbo Methoden erarbeiten, um noch ältere und noch stärker zersetzte DNA-Fragmente zu entschlüsseln. 

Prof. Dr. Svante Pääbo, Körber-Preisträger 2018: „Neandertaler sind die engsten Verwandten des heutigen Menschen. Vergleiche ihrer Genome mit denen heutiger Menschen sowie mit denen von Menschenaffen ermöglichen uns zu bestimmen, wann genetische Veränderungen bei unseren Urahnen eintraten.“ Dabei könnte künftig auch geklärt werden, warum moderne Menschen schließlich eine komplexe Kultur und Technik entwickelten, die ihnen ermöglichten, fast die ganze Welt zu kolonisieren. 

Über den Preisträger

Svante Pääbo, 63, studierte an der Universität Uppsala Ägyptologie und Medizin. Als Doktorand – er promovierte in Immunologie – wies er nach, dass DNA in altägyptischen Mumien überdauern kann, und erlangte so fachlichen Ruhm als Pionier des neuen Forschungsgebietes der Paläogenetik. Paläogenetiker erforschen die Genome altertümlicher Organismen und ziehen daraus Rückschlüsse auf den Verlauf der Evolution. 

Nach seiner Promotion arbeitete Pääbo im Team des Evolutionsbiologen Allan Wilson an der University of California in Berkeley. Ab 1990 leitete er ein eigenes Labor an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1997 wechselte Pääbo als einer von fünf Direktoren an das neu gegründete Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie.

Livestream von der Preisverleihung im Hamburger Rathaus ab 11.00 Uhr unter www.koerber-preis.de

Fotos von der Preisverleihung zum Download ab 15 Uhr unter www.koerber-stiftung.de/koerber-preis-2018 

Rückfragen der Medien

Dr. Svenja Zell
Pressestelle des Senats
Telefon: (040) 428 31- 2182
E-Mail: svenja.zell@sk.hamburg.de 

Julia Rauner
Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
Pressestelle, Telefon: (040) 428 63 – 2339
E-Mail: julia.rauner@bwfg.hamburg.de