Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Senioren „Hamburger Hausbesuch für Seniorinnen und Senioren“ startet

Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks gibt persönlich erste Briefe an Seniorinnen und Senioren in den Versand

In den kommenden Tagen finden die ersten Seniorinnen und Senioren in Eimsbüttel und Harburg, die kürzlich ihren 80. Geburtstag feiern durften, Post für ein Besuchsangebot in ihren Briefkästen. Ab heute verschickt die dafür im Auftrag der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) eingerichtete Fachstelle „Hamburger Hausbesuch für Seniorinnen und Senioren“ am Albertinen-Haus die ersten Schreiben für das freiwillige und kostenlose Informations- und Beratungsangebot. Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks hat die ersten Briefe heute persönlich auf den Weg gebracht. Ab Oktober werden dann speziell für den Hamburger Hausbesuch geschulte Besuchspersonen im Auftrag der Fachstelle die Angeschriebenen aufsuchen, um über die vielfältigen präventiven gesundheitlichen Angebote, Hilfen bei gesundheitlichen Problemen, gegen Vereinsamung, bei Pflegebedürftigkeit oder für Unterstützungsbedarf im Haushalt zu informieren und auf Wunsch Hilfen zu vermitteln.

Post für ein Besuchsangebot für Seniorinnen und Senioren in Eimsbüttel und Harburg

„In Hamburg leben über 90.000 Menschen, die älter als 80 Jahre sind. Viele von ihnen möchten trotz des fortgeschrittenen Alters möglichst lange und selbstständig in den eigenen vier Wänden in ihrer vertrauten Umgebung wohnen und aktiv am Leben teilnehmen. Dabei möchten wir sie mit dem Hamburger Hausbesuch unterstützen, Hilfsbedarf erkennen und erfüllen sowie einer eventuell drohenden Vereinsamung vorbeugen“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.

Im Auftrag der BGV hat die Fachstelle Hamburger Hausbesuch für Seniorinnen und Senioren des Albertinen-Hauses in den vergangenen Monaten Besuchspersonen mit fachlichem Hintergrund im Gesundheits- und Sozialwesen (z. B. Pflegekräfte, Sozialarbeiterinnen und -arbeiter, Pädagogen, Gesundheitswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler) speziell für die Besuche geschult. Das Schulungskonzept wurde dabei federführend vom Kooperationspartner Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) erarbeitet. Bei der Vorbereitung haben die Bezirksämter Eimsbüttel und Harburg intensiv mitgearbeitet und stehen auch während der Laufzeit mit ihren Informations- und Beratungsangeboten bereit.

„Albertinen unterstützt heute schon ältere Menschen auf vielfältige Weise darin, möglichst lange und möglichst selbstbestimmt in ihren angestammten Quartieren leben zu können. Gerade das Albertinen-Haus hat mit seiner geriatrischen Akutbehandlung sowie in Forschungs- und Versorgungsprojekten viel Erfahrung darin gesammelt. Wir freuen uns nun, unsere Kompetenz in die Fachstelle Hamburger Hausbesuch für Seniorinnen und Senioren einbringen zu können - damit Hamburg eine noch bessere Stadt für ältere Bürgerinnen und Bürger wird“, so Matthias Scheller, Vorstandsvorsitzender des Albertinen-Diakoniewerk e.V..

Ab heute erhalten die in Eimsbüttel und Harburg lebenden älteren Menschen, die kürzlich ihren 80. Geburtstag feiern durften, per Post ein Besuchsangebot mit einem Terminvorschlag. Das Angebot ist freiwillig, ein Besuch kann jederzeit beendet oder bereits im Vorfeld abgesagt werden. Rund 2.000 Seniorinnen und Senioren in Eimsbüttel sowie rund 1.300 in Harburg können so jährlich erreicht werden. Jüngere bzw. Ältere aus den genannten Bezirken können das Besuchsangebot auf eigene Nachfrage hin ebenfalls in Anspruch nehmen. Die jeweiligen Gespräche können im eigenen Zuhause, in stationären Pflegeeinrichtungen oder im Bezirksamt stattfinden. Erste Besuche sind für Oktober bereits geplant. Die Besuchspersonen werden in den Briefen persönlich angekündigt und bei den Besuchen spezielle Ausweise mit sich tragen, um Betrugsversuchen vorzubeugen und den älteren Menschen die nötige Sicherheit zu geben.

Die Themen, die während des Hamburger Hausbesuchs angesprochen werden können, sind vielfältig und individuell unterschiedlich: von der gesundheitlichen Situation, Ernährung und Bewegung über die gesellschaftliche Einbindung und soziale Kontakte, die Wohnsituation, speziell unter Berücksichtigung von Barrierefreiheit und hauswirtschaftlicher Hilfen, bis hin zu etwaigen sich abzeichnenden Unterstützungs- und Pflegebedarfen. Je nach Bedarf informieren die Fachkräfte über bestehende Unterstützungsmöglichkeiten und soziale Angebote, wie z. B. über Treffpunkte oder Besuchs- und Begleitdienste. Auf Wunsch stellt die Fachkraft auch den Kontakt zu passenden Angeboten und den Pflegestützpunkten her. Darüber hinaus sollen auch die Meinungen der Besuchten zur Gestaltung ihres Wohnumfeldes erfragt werden, um weitere Anregungen für eine generationenfreundliche Quartiersgestaltung zu gewinnen.

Der Hamburger Hausbesuch ist zunächst als Pilotprojekt mit einer Laufzeit bis Ende 2020 in Eimsbüttel und Harburg angelegt. Nach Ablauf der Pilotphase wird geprüft, ob der Hamburger Hausbesuch auf andere Bezirke ausgeweitet wird. Weitere Informationen zur Fachstelle sind unter www.hamburg.de/hamburger-hausbesuch abrufbar.

Die Fachstelle Hamburger Hausbesuch, erreichbar Montag bis Donnerstag jeweils von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr sowie Freitag von 10 bis 12 Uhr, befindet sich am Albertinen-Haus – Zentrum für Geriatrie und Gerontologie, Wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Hamburg, Sellhopsweg 18-22, 22459 Hamburg (Telefon: 040 55 81-4725, E-Mail (ab 1. Oktober): hamburger-hausbesuch@hamburg.de).