Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Auszeichnung Senator-Neumann-Preis

Bildungshaus Lurup erhält Hauptpreis, weitere Preise für Kampnagel, „EiS-App“ sowie Nachwuchspreis für Enactus Hamburg

Senatorin Melanie Leonhard und Ingrid Körner, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, haben heute den Senator-Neumann-Preis an herausragende inklusive Projekte verliehen. Der Preis wird alle fünf Jahre auf Grund der Entscheidung einer Jury vergeben.

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Bildungshaus Lurup erhält Senator-Neumann-Preis. Der Preis wird alle fünf Jahre an herausragende inklusive Projekte verliehen.

„Ich freue mich sehr, dass in diesem Jahr 93 Bewerbungen aus vielen unterschiedlichen Lebensbereichen eingegangen sind“, erklärt Senatskoordinatorin Ingrid Körner. „Besonders beeindruckend finde ich, dass Inklusion in vielen Organisationen inzwischen selbstverständlich ist – eine schöne Entwicklung für die Menschen und die Stadt Hamburg.“

vergrößern Logo Bildungshaus Lurup (Bild: Bildungshaus Lurup) Den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis erhält das Bildungshaus Lurup. Unter einem Dach vereinen sich hier frei zugängliche Unterstützungsmöglichkeiten für die Nachbarschaften. Grundlage ist ein Bündnis zwischen der staatlichen Grundschule Langbargheide und der Kita Moorwisch der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

Begründung der Jury: Das Bildungshaus sorgt für eine Chancengerechtigkeit, indem die Angebote allen Kindern zur Verfügung stehen. Das Haus deckt die meisten Lebensbereiche ab. Es ist vorbildlich in der Vielfalt der Partner, geht über die Schule hinaus in den Arbeitsmarkt, ist sozialraumorientiert und hat ein Alleinstellungsmerkmal.

Einen ersten, mit 4.000 Euro dotierten, 2. Preis erhält Kampnagel, Internationale Kulturfabrik GmbH. In der Begründung der Jury wird hervorgehoben: Bereits 2007 hat Kampnagel damit begonnen, ein inklusives Theater zu werden. Inklusion wird hier selbstverständlich gelebt. Menschen mit Behinderung sind in allen Bereichen (auf der Bühne, bei der Regie, etc.) präsent und auf Augenhöhe. Das Haus ist zudem barrierefrei. Eine Gruppe von Angestellten aus unterschiedlichen Bereichen trifft sich alle acht Wochen, um das Thema Inklusion zu besprechen und zu prüfen, wo Ergänzungs- oder Verbesserungsbedarf besteht. Das Haus ist eine große Bereicherung des Kulturlebens in der Stadt.

Der zweite mit 4.000 Euro dotierte 2. Preis geht an die Wörterfabrik für unterstützte Kommunikation. Die EiS-App beschreibt Begriffe durch die Kombination von Symbol (sehen), Audioausgabe (sprechen + hören), geschriebenem Wort (lesen) und Video (Gebärden). Diese App ermöglicht gemeinsames Lernen und hilft bei der Kommunikation mit Verwandten und im Freundeskreis. Dadurch können die Kinder mehr am Alltag teilnehmen und selbstbestimmter ihr Leben gestalten. In ihrer Begründung hob die Jury hervor, dass die Idee der App neu und innovativ ist sowie Strahlkraft besitze: Sie ist übertragbar und hat Entwicklungspotential.

Der mit 2.000 Euro dotierte Nachwuchspreis geht an Enactus Hamburg. Die Studenteninitiative „MeineStadt“ will neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung gewinnen. Die Studierenden erarbeiteten ein Konzept für inklusive Stadttouren von und mit Menschen im Rollstuhl. Zahlreiche Kooperationspartner wie Autonom Leben e.V., dem Organisationsteam der Rollstuhlbasketball-WM, Reha-Einrichtungen, der Firma Stolle unterstützen bei der Umsetzung der Idee. Die Touren sollen durch Rollstuhlnutzer/innen entwickelt und angeboten werden, die darüber ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Menschen, die die Tour buchen, sitzen auch im Rollstuhl, unabhängig davon ob sie ihn benötigen. In ihrer Begründung hob die Jury hervor, dass das Begegnen auf Augenhöhe einen Perspektivwechsel ermöglicht, der für Menschen ohne Behinderung besonders spannend sein dürfte – und daher auch aus dieser Perspektive einen wertvollen Impuls für eine inklusive Gesellschaft setzt.

Die Jury für den Senator-Neumann-Preis 2018 bestand aus sieben Personen:

  • Tim Angerer, Amtsleiter Medien, Behörde für Kultur und Medien
  • Kerstin Hagemann, Geschäftsführerin Patienten-Initiative e.V.
  • Andrea Holz, Geschäftsführerin Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Landesverband Hamburg e.V.
  • Ingrid Körner, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen
  • Andrea Luksch, Ressortleiterin Soziales, NDR Hamburg Journal
  • Dr. Jürgen Mantell, Präsident Hamburger Sportbund
  • Dr. Michael Wunder, Leiter Beratungszentrum Alsterdorf der Evangelischen Stiftung Alsterdorf

Rückfragen der Medien

Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen
Ursula Wermke
Telefon (040) - 4 28 63 - 57 23
E-Mail: ursula.wermke@basfi.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/skbm