Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Soziale Hochschule Studierende für ehrenamtliches Engagement fit machen

Wissenschaftsbehörde fördert Lehrkonzept zur Engagementförderung an der Universität Hamburg

Freiwilliges Engagement spielt für die Gesellschaft eine wichtige Rolle. Alleine in Hamburg sind rund 550.000 Menschen ehrenamtlich aktiv – darunter auch viele Studierende. An der Universität Hamburg soll in den kommenden drei Jahren ein neues Lehrprogramm zur Engagementförderung entstehen und im Studium Generale verankert werden. Ziel ist es, wissenschaftliche Lerninhalte mit gemeinwohlorientiertem Engagement zu verknüpfen. Das integrierte Studienangebot soll Studierende dabei fachlich auf Herausforderungen in der freiwilligen Arbeit vorbereiten, sie intensiv begleiten und ihr Engagement außerhalb der Hochschule angemessen – in Form von Creditpoints – honorieren. Die Wissenschaftsbehörde fördert das Vorhaben mit 60.000 Euro. Langfristig sollen auch Studierende der anderen staatlichen Hochschulen am Studienprogramm teilnehmen können.

Wissenschaftsbehörde fördert Lehrkonzept zur Engagementförderung an der Universität Hamburg.

Das Programm umfasst Studienangebote zu vier Themen- und Engagementfeldern, die für die Gesellschaft eine hohe Bedeutung haben. Hierzu gehören neben „Flucht, Migration, Integration“ und „Sozialer Ungleichheit, Armut, Wohnungs- und Obdachlosigkeit“ auch „Umwelt, Klimaschutz und nachhaltige Stadtentwicklung“ sowie „Demographischer Wandel, Leben im Alter und Unterstützung für Senior/innen“.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung Gleichstellung: „Vielen jungen Menschen ist es ein Bedürfnis, sich sozial zu engagieren. Oftmals fehlt aber das Handwerkszeug, um auch schwierigen Situationen begegnen zu können. An der Universität Hamburg gibt es nun ein neues Lehrkonzept, dass eine wissenschaftliche Basis und Raum für Reflektion für freiwilliges Engagement schafft. Die Universität und die Studierenden leisten so einen sehr wertvollen Beitrag für das Ehrenamt in Hamburg und fördern den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.“

Methodisch basiert das Programm „Engagementförderung durch universitäre Lehre“ auf dem Ansatz des „Service Learnings“, das wissenschaftliche Lerninhalte mit gemeinwohlorientiertem Engagement verbindet. Die Studierenden setzen sich mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander. So hat ihr Engagement einen starken Bezug zu ihrer Lebenswirklichkeit und fördert den Transfer zwischen Universität und Stadt. Die praktischen Erfahrungen werden in Seminaren reflektiert und dienen der Entwicklung eigener Projekte. Die Studienangebote bestehen dabei jeweils aus vier einander ergänzenden Bausteinen, die akademisch-fachliches mit handlungsrelevantem Wissen vernetzen: Projekt- und Forschungswerkstätten, Ringvorlesungen, Workshops und Exkursionen.

Prof. Dr. Segler-Meßner, Prodekanin für Studium und Lehre der Universität Hamburg: „Mit der Weiterentwicklung und festen Etablierung des neu gestalteten Programms im Studium Generale soll eine systematische Integration von Engagementförderung in der Lehre erreicht werden, wie sie bislang an keiner Hamburger Hochschule existiert. Das Projekt strebt eine disziplin- und generationenübergreifende Sensibilisierung für gesamtgesellschaftlich relevante Themen an und bietet Raum für einen kritisch-reflexiven Diskurs, an dem alle Interessierten teilhaben können.“

Hintergrund
Die Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg hat in den vergangenen Semestern bereits zwei Pilotprogramme entwickelt und mit großem Erfolg erprobt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms „Refugees welcome – aber wie?“ setzten sich für Menschen mit Fluchterfahrung ein und „Hamburg für alle – aber wie?“ bereitete Studierende auf die freiwillige Arbeit mit Menschen vor, die von Armut, Wohnungs- und Obdachlosigkeit betroffen oder bedroht sind. Das Projekt wird unterstützt von der Claussen-Simon-Stiftung und von zahlreichen anderen Einrichtungen wie z.B. der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, der Landeszentrale für politische Bildung oder dem Institut für Engagementförderung des Evangelischen Kirchenkreises Hamburg-Ost.