Das HARBOR soll Mitte 2020 der Universität Hamburg als Nutzerin übergeben werden. Mit dem heutigen Richtfest befindet sich das Bauvorhaben im Kosten- und Zeitrahmen. Wissenschaftsstaatsrätin Dr. Eva Gümbel eröffnet die Veranstaltung mit einem Grußwort. Zu den rund 80 Gästen zählen unter anderem der Prof. Dr. Jan Louis, Vizepräsident der Universität Hamburg, die wissenschaftliche Leiterin des HARBOR, Prof. Dr. Arwen Pearson, und Martin Görge, Geschäftsführer der Sprinkenhof GmbH.
Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin für Wissenschaft, Forschung Gleichstellung: „Der HARBOR-Neubau ist ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie, die Entwicklung des Forschungscampus Bahrenfeld voranzutreiben. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben mit dem neuen Gebäude alles an einem Ort: Labore für die Vorarbeiten ihrer Experimente, Großgeräte und Strahlenquellen für deren Durchführung und Begegnungsräume für den interdisziplinären Austausch. Dabei ist HARBOR ein Forschungsschwerpunkt von nationalem Interesse: Künftig werden nicht nur Filmaufnahmen von molekularen Prozessen in der Physik und der Chemie möglich sein, sondern auch in der Biologie. Dadurch erfahren wir mehr über die Prozesse in und zwischen menschlichen Zellen und können somit die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten besser verstehen.“
Das HARBOR-Vorhaben hat sich aus dem Exzellenzcluster der Universität Hamburg „The Hamburg Centre for Ultrafast Imaging“ (CUI) entwickelt und schließt direkt an die dortige Forschung zur atomar aufgelösten Strukturdynamik an. HARBOR wird entscheidend dazu beitragen, Forscherinnen und Forscher aus Physik, physikalischer Chemie und Biochemie zusammenzubringen, um das zeitliche Verhalten molekularbiologischer Systeme zu untersuchen. Langfristiges Ziel ist ein wissenschaftlich akkurates Modell lebender Zellen. Dieses Vorhaben erfordert Disziplinen übergreifende Ansätze sowie neuartige experimentelle und theoretisch-numerische Konzepte.
Prof. Dr. Jan Louis, Vizepräsident der Universität Hamburg: „Eine Zukunft der Naturwissenschaften ist die Forschung an Schnittstellen von traditionell eher separaten Forschungsthemen. Genauso eine Schnittstelle wird in HARBOR inhaltlich und strukturell entwickelt. Sie passt perfekt in die Vision des Forschungscampus Bahrenfeld.“
Im HARBOR sollen etwa neun Arbeitsgruppen mit ca. 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig sein, darunter rund 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in vier Abteilungen (Spektroskopie/Imaging, Strukturmolekularbiologie, Synthetische Chemie und Theorie). Der neue Forschungsbau wird die exzellente und vielschichtige Infrastruktur und Expertise auf dem Campus Bahrenfeld zur Physik der Struktur und Dynamik auf atomarer und molekularer Ebene weiter ausbauen.
Der Neubau wird auf Grundlage der Immobilienstrategie des Hamburger Senats im Mieter-Vermieter-Modell (MVM) von Sprinkenhof als Realisierungsträger realisiert, um die von der FHH angestrebte Kostensicherheit zu haben. Das MVM sichert die Realisierung des Bauvorhabens zu einem garantierten Gesamtmaximalpreis und garantiert über die vereinbarte Miete die langfristige Instandhaltung und Erneuerung des Gebäudes sowie von Teilen der Gebäudetechnik.
Dazu Martin Görge, Geschäftsführer Sprinkenhof GmbH: „Wir freuen uns, mit dem Neubau HARBOR einen weiteren Baustein zur Entwicklung des Campus Bahrenfeld für die Universität Hamburg beitragen zu können und danken der BWFG für das entgegengebrachte Vertrauen. Mit der Realisierung des Neubaus wird ein weiteres Bauvorhaben im Mieter-Vermieter-Modell realisiert und damit die Grundlage für eine langfristig orientierte und auf Werterhalt bedachte Immobilienstrategie der FHH gelegt.“
Der Entwurf für den Neubau HARBOR orientiert sich an dem Neubau des „Center for Hybrid Nanostructures“ (CHyN) und fügt sich somit perfekt in die bestehende und entstehende Infrastruktur am Forschungscampus Bahrenfeld ein. Ziel des Neubaus ist es, die Dynamik des Baukörpers durch ein durchgehendes Element zu betonen aber gleichzeitig auf die unterschiedlichen Nutzungen Büro und Labor zu reagieren und eine flexible Grundrissgestaltung zu ermöglichen.