Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Konferenz Hamburger Horizonte: Diskussion zwischen Wissenschaft und Gesellschaft über die Zukunft des „Ichs“

Konferenzreihe „Hamburger Horizonte“ am 22. und 23. November / Debatten mit hochkarätig besetzten Panels und dem Hamburger Publikum

Fotos und Livestream unter www.Hamburger-Horizonte.de 

Hamburger Horizonte: Diskussion zwischen Wissenschaft und Gesellschaft über die Zukunft des „Ichs“

Durch die moderne Biomedizin können wir uns stärker als je zuvor optimieren. Gleichzeitig unterhöhlt Künstliche Intelligenz das menschliche Monopol auf geistige Höchstleistungen und kratzt damit nicht nur an unserem Selbstverständnis, sondern verursacht auch Ängste um den eigenen identitätsstiftenden Job. Zur Diskussion über diese Entwicklungen setzen die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG), die Akademie der Wissenschaften in Hamburg, die Universität Hamburg und die Körber-Stiftung ihre 2017 gestartete Konferenz-Reihe fort und veranstalten heute und morgen erneut die „Hamburger Horizonte“ – diesmal unter dem Motto „Ich am Ende. Am Ende ich.“ Herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler debattieren mit dem Hamburger Publikum. Die zweitägige Veranstaltung beginnt heute Abend mit einem Senatsempfang im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses. Sie wird morgen mit der Konferenz im KörberForum fortgesetzt.

Dr. Eva Gümbel, Staatsrätin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Die Hamburger Horizonte greifen drängende Themen unserer Zeit auf. Bei der aktuellen Konferenz geht es unter anderem um die Frage, welche Auswirkungen neue Technologien auf das Individuum haben, wie sie unser Menschsein verändern. Hochkarätige Rednerinnen und Redner stellen sich Fragen, geben Orientierung und finden Antworten. Ich freue mich sehr, dass die Hamburger Horizonte wieder auf großes Interesse beim Hamburger Publikum stoßen und bedanke mich bei allen Beteiligten für ihre großartige Arbeit.“

Drängende gesellschaftliche Fragen im Fokus
Die zweitägige Konferenz beschäftigt sich mit Entwicklungen, die uns alle betreffen. Es geht um Robotik und die Zukunft der Arbeit, um das „optimierte Ich“ in Zusammenhang mit neuen Entwicklungen in der Biotechnologie und darum, wo wir unsere Identität zwischen Weltbürgertum und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit verorten. Im Zentrum aller drei Panels steht dabei das „Ich“, das zwei – scheinbar gegenläufigen – Trends ausgesetzt ist: die Individualisierung in unseren westlichen Gesellschaften und zugleich eine beobachtbare Kollektivierung, zum Beispiel in Gestalt identitärer Bewegungen.

Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft
An den Panels nehmen renommierte Gäste teil: unter anderem Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a.D. und Philosoph, Cem Özdemir MdB, Susanne Biundo-Stephan, die zu Künstlicher Intelligenz forscht, der Soziologe Hartmut Rosa, Dennis J. Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel, sowie die Hirnforscherin Brigitte Röder und der Rechtswissenschaftler Reinhard Merkel von der Universität Hamburg. Die „Hamburger Horizonte“ schaffen durch ein vielfältiges Programm wie den Lunch-Gesprächen zwischen Experten und Konferenzpublikum, interaktiven Formaten und einer Straßenumfrage eine Plattform der Begegnung von Wissenschaft und Gesellschaft.

„Die neuen Möglichkeiten, die uns Forschungsfelder wie die Robotik und die Biotechnologie bieten, sind ebenso faszinierend wie furchteinflößend. Sie erschüttern den Menschen in seinem Kern: Kann mich ein Roboter am Arbeitsplatz ersetzen? Wohin führen Selbstoptimierung und Gentechnik? Diese Fragen gehen uns alle an“, sagt Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender der Körber-Stiftung. „Wir können mit der Konferenz keine Lösungen präsentieren. Wir laden stattdessen ein, sich aktiv mit den Veränderungen auseinanderzusetzen und die Hamburger Horizonte als Forum für den Austausch zu nutzen.“

Konferenzreihe „Hamburger Horizonte“
Die Konferenzreihe findet seit 2017 jährlich mit wechselnden übergeordneten Themen im KörberForum statt. Die vier Hamburger Institutionen setzen sich bereits seit Langem für den Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft ein. Sie verfolgen in dieser Konstellation gemeinsam das Ziel, den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft über aktuelle, drängende Fragen zu fördern. Mit dem interdisziplinären Diskurs und dem offenen Austausch mit dem Publikum greift das neue Konferenzformat der Hamburger Horizonte schon zum zweiten Mal den Gedanken auf, der auch für ein neues Wissenschaftskolleg stehen wird. Die Konferenzreihe Hamburger Horizonte findet begleitend zur geplanten Gründung des Hamburg Institute for Advanced Study (HIAS) statt.

Livestream und Pressefotos
Auf www.Hamburger-Horizonte.de finden Sie am Freitag, 23. November, einen Livestream. Pressetaugliche Fotos von Abendveranstaltung und Konferenz bieten wir dort ab Freitag, 23. November, 10 Uhr, an.