Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Integration in Hamburg Sachverständigenrat stellt Hamburg ein gutes Zeugnis aus

Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2018 bescheinigt der Stadt ein positives Integrationsklima

Der Forschungsbereich des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) hat im Auftrag der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration eine Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2018 vorgenommen, deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden. Das Barometer ermöglicht erstmals Aussagen zur sozialen, kulturellen und identifikatorischen Integration in Hamburg und ergänzt damit Daten zur strukturellen Integration, die z.B. anhand des Zugangs zum Arbeitsmarkt oder zu Bildung dargestellt werden. Zudem erlaubt das Barometer Aussagen über das sog. „Integrationsklima“ und die Einstellung der Hamburger Bevölkerung zu Geflüchteten.

Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers 2018 bescheinigt der Stadt ein positives Integrationsklima

vergrößern Titelseite der Studie (Bild: FHH) Befragt wurden zu gleichen Anteilen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Insgesamt sind die Hamburger Ergebnisse im Vergleich zur bundesweiten Erhebung überdurchschnittlich positiv. So liegt der Integrationsklima-Index bei den Befragten ohne Migrationshintergrund für Hamburg deutlich über den Werten des Bundesbarometers.

Im Bereich der sozialen Integration zeigt sich, dass Menschen ohne Migrationshintergrund in Hamburg deutlich häufiger Kontakt zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund haben als in Deutschland insgesamt. Auch die Qualität dieser Kontakte wird in Hamburg häufiger positiv bewertet. Menschen mit Migrationshintergrund erleben in Hamburg allerdings in ähnlichem Ausmaß Diskriminierungen aufgrund der Herkunft wie im Bundesgebiet insgesamt. 

Die Indikatoren für kulturelle Integration sind positiv. Ihre Deutschkenntnisse werden von den Befragten mit Migrationshintergrund überwiegend als „sehr gut“ oder „gut“ eingeschätzt und ein Großteil nutzt deutsche Medien, um sich über das politische Geschehen zu informieren. Eine große Mehrheit der Befragten spricht sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern aus.

Die für die identifikatorische Integration erhobene Frage zur Zugehörigkeit zeigt, dass Menschen mit Migrationshintergrund sich Deutschland stark zugehörig fühlen. Noch stärker ist die Identifikation mit dem Wohnort Hamburg ausgeprägt.

Der SVR hat die Bevölkerung auch zu ihrer Einstellung gegenüber Geflüchteten befragt. Es zeigt sich, dass Geflüchtete von den Bürgerinnen und Bürgern Hamburgs stärker als im Bundesgebiet als kulturelle oder wirtschaftliche Bereicherung angesehen werden. Allerdings werden länger in Deutschland lebende Zuwanderinnen und Zuwanderer diesbezüglich noch positiver eingeschätzt. Es besteht zudem eine hohe Bereitschaft, weiterhin Geflüchtete aufzunehmen, insbesondere bei den Personen ohne Migrationshintergrund.

Senatorin Melanie Leonhard: „Die Integration von Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund ist ein bedeutendes Thema für den Zusammenhalt in unserer Stadt. Es geht um das „Wir“, die Interkulturelle Öffnung und die gleichberechtigte Teilhabe. Deshalb ist es wichtig, nicht nur strukturelle Zahlen und Fakten zu erfassen, sondern auch das subjektiv erlebte Miteinander. Das ist mit der Sonderauswertung des bundesweiten Integrationsbarometers für Hamburg erstmals geschehen. Es ist erfreulich, dass das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Herkunft positiv wahrgenommen wird und eine besonders hohe Identifikation mit Hamburg als Wohnort besteht. Dort, wo uns noch Hürden für eine Verbesserung aufgezeigt werden, z.B. im Bereich der erlebten Diskriminierung, werden wir alle erforderlichen Anstrengungen unternehmen, die Situation zu verbessern.“

Die Sonderauswertung des SVR-Integrationsbarometers  für Hamburg ist online abrufbar unter www.hamburg.de/integration. Der bundesweite Bericht findet sich unter www.svr-migration.de.    

Hintergrundinformationen

Das SVR-Integrationsbarometer ist eine repräsentative, bundesweite Bevölkerungsumfrage unter Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Es misst alle zwei Jahre das Integrationsklima in der Einwanderungsgesellschaft und erhebt Einschätzungen und Erwartungen der Bevölkerung mit Blick auf Integration und Migration sowie auf Integrations- und Migrationspolitik.

Für die Erhebung des bundesweiten SVR-Integrationsbarometers 2018 wurden zwischen Juli 2017 und Januar 2018 insgesamt 9.298 Personen interviewt, davon 2.720 Personen ohne Migrationshintergrund, 1.438 Spät-/Aussiedlerinnen und Spät- /Aussiedler, 1.479 Türkeistämmige, 1.532 Zuwanderinnen und Zuwanderer aus einem EU-Land und 1.760 Personen mit einem Migrationshintergrund aus der „übrigen Welt“. Zusätzlich wurden 369 Interviews mit Flüchtlingen geführt, die nach 2014 aus bestimmten Ländern nach Deutschland eingereist sind.

Der Senat hatte mit der Vorlage des Integrationskonzeptes 2017 in Aussicht gestellt, eine Hamburg-spezifische Auswertung des Integrationsbarometers beim SVR für 2018 in Auftrag zu geben. Für die Sonderauswertung für Hamburg wurden in Hamburg überproportional viele Befragte interviewt, um eine Sonderauswertung für den Stadtstaat vornehmen zu können. Insgesamt wurden in Hamburg 503 Personen mit und 501 Personen ohne Migrationshintergrund befragt, die Befragung erlaubt bei der Darstellung der Ergebnisse eine Differenzierung nach diesen beiden Gruppen. Wie bei der bundesweiten Stichprobe wurden auch für Hamburg die einzelnen Gruppen jeweils auf der Grundlage des Mikrozensus nach soziodemografischen Merkmalen gewichtet. Die Gruppe der zuletzt zugewanderten Geflüchteten ist in der Analysestichprobe nicht enthalten, weil die Fallzahlen zu niedrig waren.

Die Ergebnisse des SVR-Integrationsbarometers für Hamburg lassen sich für die Einteilung „Menschen mit und ohne Migrationshintergrund“ mit den Ergebnissen des Bundes vergleichen. Auch andere Bundesländer haben Sonderauswertungen für 2018 beim SVR in Auftrag gegeben: Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

Rückfragen der Medien

Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration
Telefon: (040) 42863-2889
E-Mail: pressestelle@basfi.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/basfi

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