Pilotprojekt Kinderleicht zum Kindergeld

Bürgerfreundliche Verwaltung, moderner Service für Eltern – Pilotprojekt leistet Beitrag zum Abbau von Bürokratie

Kinderleicht zum Kindergeld

Mit dem neuen Service „Kinderleicht zum Kindergeld“ brauchen Eltern nach der Geburt ihres Kindes keine Behördengänge mehr zu erledigen. Ein neuer Verwaltungsprozess macht es möglich, dass Eltern in nur einem Schritt die Geburt anzeigen, ihrem Kind rechtskräftig einen Namen geben, es beim Standesamt beurkunden lassen, Geburtsurkunden bestellen und außerdem gleich das Kindergeld beantragen. 

An dem Kooperationsprojekt staatlicher und privater Einrichtungen beteiligen sich zwei Kliniken, zwei Standesämter sowie die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit und die des öffentlichen Dienstes in Hamburg. Die Eltern brauchen nur noch ein einziges ausgefülltes Formular und die erforderlichen Urkunden in der Geburtsklinik abzugeben. Die Behörden veranlassen alles Weitere. Der Service wird seit Juni 2018 als Pilotprojekt in der Asklepios Klinik Altona und im Universitätsklinikum Eppendorf angeboten. Künftig soll er auf weitere Kliniken ausgeweitet und digitalisiert werden.  

Christian Pfromm, Chief Digital Officer Hamburg: „Zu einer modernen und lebenswerten Stadt gehört auch eine bürgerfreundliche und leistungsfähige Verwaltung. Wir wollen Abläufe optimieren, immer mehr Verwaltungsleistungen auch digital anbieten und Bürgerinnen und Bürger von Bürokratie entlasten. Die Digitalisierung kommt dort zum Einsatz, wo sie dabei hilft, das Leben einfacher und besser zu machen. Mit diesem Service zeigen wir exemplarisch, welche Vorteile entstehen, wenn behördenübergreifend zusammengearbeitet wird.“ 

Prof. Dr. Volker Ragosch, Chefarzt der Frauenklinik und Gynäkologie Asklepios-Klinik Altona: „Die Geburt eines Kindes ist ein besonderes Erlebnis für die Eltern. Da hat man Wichtigeres im Kopf als Formulare und Behördengänge. Der neue Service erleichtert den Eltern vieles und wurde von den Mitarbeitern unserer Geburtshilfe gern angenommen. Eltern müssen nicht mehr zu einer Behörde, können ihre Unterlagen in der Klinik abgeben und die Kooperationspartner kümmern sich um alles Weitere. Das ist ein moderner und schneller Service für Familien, der zeigt, dass familienfreundliche Verwaltung durch vernetzte Zusammenarbeit gelingen kann. Unsere Mitarbeiter haben dieses Pilotprojekt mit viel Freude begleitet und ausnahmslos positive Rückmeldungen von den Eltern erhalten.“ 

Karsten Bunk, Leiter der Familienkasse bei der Bundesagentur für Arbeit: „Das Pilotprojekt erweist sich als Erfolg. Die Familien in Hamburg erleben eine wesentliche Verbesserung bei den verschiedenen staatlichen Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Geburt ihres Kindes. Nur noch ein Antrag mit nur drei Seiten – und die ganzen weiteren Papiervorgänge und Behördengänge entfallen! Das ist ein gutes Beispiel für Bürokratieabbau in Deutschland. Wir machen da gerne mit.“ 

Die werdenden Eltern erhalten bereits beim Geburtsvorbereitungstermin ein nur noch dreiseitiges, nutzerfreundliches Kombiformular mit den dazugehörigen Hinweisen. Es sind nur solche Angaben erforderlich, die der Verwaltung noch nicht vorliegen. Der Vordruck ist übersichtlich und ansprechend gestaltet. Ein Merkblatt „Hinweise zum Antrag“ beschreibt in sieben Sprachen, was beim Ausfüllen des Formulars zu beachten ist. Nach der Geburt geben die Eltern ihre Unterlagen in der Klinik ab, die diese an das zuständige Standesamt weiterleitet. Das Standesamt beurkundet die Geburt und gibt den Kindergeldantrag an die Familienkasse weiter. Nach durchschnittlich weniger als zehn Tagen erhalten sie bequem per Post den Kindergeldbescheid von der Familienkasse, ihre Geburtsurkunden vom Standesamt sowie die Steuer-ID ihres Kindes vom Bundeszentralamt für Steuern. Das Kindergeld wird automatisch auf das angegebene Konto überwiesen. Die Eltern können sich um ihre Familie kümmern und werden von Bürokratie entlastet. 

Der neue Service ist ein Erfolgsmodell. Er wird von vielen Eltern genutzt und es gibt zahlreiche positive Rückmeldungen. Das Pilotprojekt erzeugt Aufmerksamkeit über Hamburg hinaus: Es gibt Anfragen von Kliniken, Kommunen und Bundesländern, die den Service ebenfalls einführen wollen. 

Noch mehr Nutzen durch Digitalisierung

Im kommenden Jahr sollen Eltern die Namensbestimmung, Bestellung von Geburtsurkunden und die Beantragung von Kindergeld in einem Zug auch online vornehmen können. Derzeit wird die Digitalisierung des Services vorbereitet. Die Eltern können dann über einen Online-Dienst „Kinderleicht zu Kindergeld“ ihre Angaben elektronisch an die Fachverfahren der Institutionen übersenden. Voraussetzung ist, dass beide Elternteile den elektronischen Personalausweis zur Authentifizierung nutzen, denn dieser ersetzt die Unterschriften der Eltern im Antrag. Mit einem elektronischen Payment können sie auch die Gebühren bequem online überweisen. Dateneingaben in den Standesämtern und Familienkassen sind nicht mehr erforderlich. Es ist davon auszugehen, dass die Eltern dann noch schneller Geburtsurkunden und Kindergeld erhalten, weil die Postwege entfallen. 

Kontakt

Jörg Schmoll

Digitalstrategie und Kommunikation

Freie und Hansestadt Hamburg
Senatskanzlei
Amt für IT und Digitalisierung

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