Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Senatsempfang Internationaler Frauentag im Rathaus

Gründerin von „Pinkstinks Germany e.V.“ hält Festvortrag über „Sexismus, Stereotype und die nächste Generation“

Gleichstellungssenatorin Katharina Fegebank empfängt heute im Hamburger Rathaus rund 400 Gäste zu einem Senatsempfang anlässlich des Internationalen Frauentages. Mit der Feierlichkeit würdigt der Senat das Engagement zahlreicher Organisationen, Verbände und privater Initiativen für die Gleichstellung der Geschlechter.

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Internationaler Frauentag im Rathaus

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Frauen haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten viel erreicht – auch dank einer starken Frauenbewegung. Dennoch ist der Internationale Frauentag wichtiger denn je, denn wir erleben in vielen Fragen eine Rolle rückwärts. Zum Beispiel einen wiedererstarkenden Nationalismus und offen propagierte Frauenfeindlichkeit. Dabei ist Gleichstellung auch in Deutschland noch längst nicht erreicht, weder in Führungsetagen noch in unseren Parlamenten. Immer noch gilt: die Hälfte der Macht den Frauen.“

Festrednerin beim diesjährigen Senatsempfang im Rathaus anlässlich des internationalen Frauentags ist die deutsch-britische Genderforscherin Dr. Stevie Schmiedel, die Gründerin von „Pinkstinks Germany e.V.“ Die Internet-Plattform weist auf Sexismus und Geschlechterstereotype in der Werbung hin: wissenschaftlich fundiert und pointiert. „Pinkstinks“ hat mittlerweile fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird vom Bundesfamilienministerium gefördert. In ihrem Festvortrag spricht Schmiedel zum Thema „Sexismus, Stereotype und die nächste Generation“. Anschließend wird sie auf der Kundgebung des „Bündnis‘ Frauen*streik“ auf dem Rathausmarkt eine Rede halten.

„Sexismus und Geschlechterklischees sind nach wie vor in verschiedenen Ebenen der Gesellschaft fest verankert. Deshalb sind Plattformen wie Pinkstinks so wichtig: Sie zeigen, dass Menschen mehr sind als pink und blau. Rollenklischees gilt es von Beginn an entgegenzuwirken, indem wir Angebote für beide Geschlechter schaffen: Es soll uns keine tolle Ingenieurin verloren gehen, nur weil sie eine Frau ist. Und es soll auch kein toller Erzieher verloren gehen, nur weil er ein Mann ist“, so Fegebank.

Parallel zum Senatsempfang werden die Plakate von Hamburger Schülerinnen und Schülern gezeigt, die bei einem Wettbewerb der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg zum Thema ‚100 Jahre Frauenwahlrecht‘ die ersten drei Plätze belegt sowie den Publikumspreis erhalten haben.

Der Internationale Frauentag fand zum ersten Mal 1911 statt: in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA. Initiiert wurde er von der sozialistischen Arbeiterinnenbewegung, allen voran Clara Zetkin. Eine der zentralen Forderungen war damals das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. Dies konnten Frauen in Deutschland auf nationaler Ebene erstmals bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 nutzen.