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Jubiläum Hamburger Volkshochschule: 100 Jahre Bildung für alle

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Bürgermeister Tschentscher würdigt die Hamburger Volkshochschule mit einem Senatsempfang

Im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses feierten heute rund 400 Gäste aus Politik, Bildung und Kultur gemeinsam mit der Hamburger Volkshochschule (VHS) ihr 100-jähriges Jubiläum. Neben Bürgermeister Tschentscher sprachen auch Annegret Kramp-Karrenbauer, die Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbandes, und Marlene Schnoor, Geschäftsführerin der Hamburger Volkshochschule, zu den Gästen. Das Jubiläum der Volkshochschule ist den gesellschaftlichen Umwälzungen vor 100 Jahren geschuldet, in deren Zuge unter anderem auch die Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen und die Universität Hamburg gegründet worden waren. Der heutige Senatsempfang ist Teil des Themen  und Gedenkjahres „Hamburg 1918.1919 Aufbruch in die Demokratie“, mit dem der Senat an die Ereignisse vor 100 Jahren erinnert.

Hamburger Volkshochschule: 100 Jahre Bildung für alle

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher sagte: „Mit der Demokratiebewegung 1918/19 wurden in Deutschland freie und gleiche Wahlen, Mitbestimmung in Betrieben, Gewaltenteilung, Pressefreiheit und eine unabhängige Justiz durchgesetzt. Zugleich haben die Menschen erkannt, dass gute Bildung eine wesentliche Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe am politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben darstellt. Deshalb wurde in Hamburg in dieser Zeit neben der Universität, den öffentlichen Bücherhallen und der Volksbühne am 28. März 1919 auch die Hamburger Volkshochschule gegründet. Sie eröffnete den Bürgerinnen und Bürgern damals wie heute neue persönliche und berufliche Perspektiven durch Qualifikation und Weiterbildung.“ 

Ein zentraler Auftrag der VHS war und ist die Bildungsarbeit für die demokratische Gesellschaft: Bürgerinnen und Bürger sollen in ihrer Denk- und Urteilsfähigkeit gebildet werden, damit sie gesellschaftliche und politische Vorgänge und Veränderungen verstehen und mitgestalten können: Demokratie braucht Bildung! Dieses Gründungsmotiv ist heute so aktuell wie zum Zeitpunkt der VHS-Gründung. 

Im Jubiläumsjahr hat die VHS sich deshalb auf die Suche nach „Komplizen“ begeben, Hamburger Einrichtungen und Unternehmen, die der Volkshochschule und ihren Teilnehmenden ihre Türen öffnen. Annegret Kramp-Karrenbauer, Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbandes, sagte: „Die Hamburger Volkshochschule sucht zu ihrem Jubiläum ‚Komplizen‘, um gemeinsam drängende Zukunftsfragen der Stadtgesellschaft zu behandeln. Die Wortwahl mag provokant sein. Gleichzeitig weckt sie Aufmerksamkeit für den zeitlosen Bildungsauftrag von Volkshochschulen. Das ist Anstiftung zur gesellschaftlichen Teilhabe im besten Sinne. Solche Debatten stärken den Einzelnen in seiner Orientierung und gleichzeitig das Gemeinwesen.“ 

Die Hamburger Volkshochschule hat – wie auch die vielen anderen Volkshochschulen in Deutschland – in den vergangenen 100 Jahren viel erreicht: Startete sie 1919 mit 25 Kursen und Veranstaltungen, die von 1.073 „Hörern“ besucht wurden, so waren es im Jahr 2018 mehr als 8.800 Veranstaltungen und mehr als 107.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das Angebot erstreckt sich über alle Themen und wird laufend aktualisiert. 

Marlene Schnoor, Geschäftsführerin der Hamburger Volkshochschule, hob einen Aspekt besonders hervor: „Es waren die Volkshochschulen, die in den 80-er Jahren das bis dahin unentdeckte Thema Alphabetisierung für Erwachsene aufgriffen und seither vielen „funktionalen Analphabeten“ den Zugang zur Schriftsprache ermöglicht haben. Auch ist die Volkshochschule heute die größte Anbieterin von Deutschkursen für Zugewanderte. In Hamburg bieten wir bereits seit 55 Jahren Deutschkurse für zugewanderte Menschen an. Hunderttausende Menschen wurden seitdem hier auf ein Leben in Deutschland vorbereitet.“ 

Hintergrund Gründung  Hamburger VHS

Im Zuge des demokratischen Aufbruchs 1918/19 nach dem ersten Weltkrieg erkämpften engagierte Demokraten in Hamburg das Recht auf „Bildung für alle“. Bereits am 28. März 1919 beschloss die erstmals demokratisch gewählte Hamburgische Bürgerschaft mit der neuen Regierungskoalition aus SPD und DDP auf ihrer dritten Sitzung die Gründung der Volkshochschule und der Universität Hamburg in einem gemeinsamen Gesetz. Der erste Direktor der Volkshochschule war Rudolph Roß, späterer Erster Bürgermeister Hamburgs. Roß: „Es gibt keine dringlichere Aufgabe als politische Bildung.“ Die Bürgerinnen und Bürger sollten Dank der Bildung durch die Volkshochschule aktiv und selbstbestimmt am kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Stadt teilhaben können. 

Hintergrund Volkshochschulen

Das Jahr 1919 gilt deutschlandweit als das Gründungsjahr der Volkshochschulen: Im August 1919 wurde der Grundstein für „Weiterbildung in öffentlicher Verantwortung“ gelegt. Artikel 148 der Weimarer Verfassung forderte Bund, Länder und Kommunen dazu auf, das Volksbildungswesen einschließlich der Volkshochschulen zu fördern. 

Hintergrund Themen-  und Gedenkjahr

Der Hamburger Senat erinnert im Rahmen des Themen und Gedenkjahres „Hamburg 1918.1919 Aufbruch in die Demokratie“ mit verschiedenen Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen an die Ereignisse vor 100 Jahren. Ziel des Themenjahres ist es, Beiträge zur Kenntnis, zum Verständnis und zur Bedeutung dieser Zeit für Hamburg zu leisten. Vor allem sollen Bezüge zu den aktuellen Diskussionen um demokratisch verfasste Gesellschaften, ihre Legitimität und Verteidigung hergestellt werden. Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise finden Sie unter www.hamburg-18-19.de 

Infos zu den Veranstaltungen zum Jubiläum der VHS: www.vhs-hamburg.de/100-jahre-vhs-bildung-fuer-alle

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