Behörde für Umwelt und Energie

Duvenwischen wird 35. Naturschutzgebiet Besonders wertvoll

Knapp neuneinhalb Prozent der Landesfläche sind dauerhaft für Tier- und Pflanzenarten gesichert

Duvenwischen mit seinen wertvollen Waldflächen, Feucht- und Nassgrünland im Nordosten unserer Stadt ist Hamburgs 35. Naturschutzgebiet. Das geht aus einer heutigen Entscheidung des Senats hervor. Auf 43,6 Hektar zeichnet das Gebiet eine hohe Artenzahl aus. Es weist 25 Biotoptypen aus, was eine große strukturelle Vielfalt auf engstem Raum bedeutet. Fast die Hälfte der Fläche (19,1 Hektar) entspricht einer Biotop-Wertstufe von acht (auf der bis neun reichenden Skala) und gilt damit als besonders wertvoll. Das Naturschutzgebiet Duvenwischen liegt direkt angrenzend an das schleswig-holsteinische Naturschutzgebiet „Heidkoppelmoor und Umgebung“.

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Besonders wertvoll

Umweltsenator Jens Kerstan: „Mit dem Naturschutzgebiet Duvenwischen wird der Biotopverbund in Wandsbek um einen wichtigen Mosaikstein erweitert. Damit ist das Ende der Auszeichnung unserer wertvollsten und schätzenswertesten Naturflächen aber noch nicht erreicht. Wir werden weiter dafür sorgen, dass guter und passender Lebensraum für die hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten garantiert und gesichert wird. Auch als Naherholungsraum der Hamburgerinnen und Hamburger sind solche Gebiete von unschätzbarer Bedeutung. Obwohl Hamburg wächst und dichter bebaut wird, sorgen wir so dafür, dass die Lebensqualität für alle erhalten bleibt. “

Duvenwischen mit seinen Sümpfen und Laubwäldern ist Heimat und Lebensraum für spezialisierte und gefährdete Tiere und Pflanzen. Vor allem die Sümpfe, die Binsen- und Simsenriede, die Erlen- und Birkenbruch- und Moorwälder dort sind hochgradig wertvoll. Hier gedeihen gefährdete Arten wie Blasen- und Hirsen-Segge. Auch Sumpfdotterblumen, der Kleine Baldrian und der Teufelsabbiss finden sich hier. Insgesamt 34 Pflanzenarten der Roten Liste Hamburg wurden hier kartiert.

825 Tierarten konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Centrums für Naturkunde (CeNak) der Universität Hamburg im Auftrag der Umweltbehörde bestätigen, darunter zahlreiche seltene und gefährdete Tierarten. Vor allem Käfer stellen die artenreichste untersuchte Tiergruppe dar.

Sie machen mit 561 erfassten Käferarten fast zwei Drittel des gesamten Artenbestandes aus. Zwei der dabei nachgewiesenen Totholz-Käfer (Allecula rhenana und Corticeus fasciatus) gehören wegen ihrer hohen Ansprüche an die Qualität und Kontinuität der von ihnen besiedelten Strukturen zu den sogenannten „Urwaldrelikt-Arten“, den bundesweit anspruchsvollsten Alt- und Totholzbewohnern. Ihr Vorkommen unterstreicht den aktuellen naturschutzfachlichen Wert des Gebietes.

Von den 16 Tagfalter-Arten stehen fünf auf der Roten Liste wie der Mädesüß-Perlmutterfalter. Die Vogelwelt umfasst 61 Arten, elf davon werden als gefährdet in Hamburg geführt, wie der Mittelspecht, für den reich strukturierte Wälder und ein hoher Alt- und Totholzanteil überlebenswichtig sind.

Anfang 2017 wurden die Allermöher Wiesen (106 Hektar) sowie die Neuländer Moorwiesen (255 Hektar) als NSG ausgewiesen. Damit stehen nunmehr 7.124 Hektar unter Naturschutz, dies entspricht 9,43 Prozent der Landesfläche. Ein so hoher Flächenanteil, wie ihn kein anderes deutsches Bundesland ausweist. Demnächst werden das NSG Diekbek (31 Hektar), die Erweiterung des NSGs Höltigbaum (8,4 Hektar) und die Erweiterung des NSGs Stapelfelder-Moor (17 Hektar) ausgewiesen.

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