Pflegeberufe Unterzeichnung im Rathaus: Hamburg schmiedet eine „Allianz für die Pflege“

Führende Arbeitgeber für Pflegekräfte erfüllen Standards für gute Arbeitsbedingungen – Pflegeausbildung wird weiter gesteigert

Um möglichst viele Menschen in Hamburg für eine Berufsperspektive in der Pflege zu gewinnen, um gut ausgebildete Fachkräfte lange im Beruf zu halten, um das Image des Pflegeberufs nachhaltig zu steigern und um die Metropolregion als attraktiven Standort für den Beruf weiter zu festigen, haben sich die Stadt und große Arbeitgeber in der Pflege sowie die Agentur für Arbeit heute zur „Allianz für die Pflege“ zusammengeschlossen. Dabei verständigten sie sich auf gemeinsame Standards und gute Arbeitsbedingungen für den Pflegeberuf. Die Ausbildung soll weiter gesteigert werden.

Führende Arbeitgeber für Pflegekräfte erfüllen Standards für gute Arbeitsbedingungen – Pflegeausbildung wird weiter gesteigert

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Viele gute Pflegekräfte zu gewinnen und dauerhaft im Beruf zu halten, ist eine der großen Herausforderungen unseres Gesundheits- und Pflegewesens, der wir uns gemeinsam stellen wollen. Die Arbeitgeber, die sich der Allianz bereits angeschlossen haben, setzen ein gemeinsames Zeichen für gute Arbeitsbedingungen und Bezahlung, für mehr Wertschätzung, für eine gemeinsame Verantwortung in der Fachkräftegewinnung und für mehr Transparenz. Wer sich unserer ‚Allianz für die Pflege‘ anschließt, muss sich an diesen Standards messen lassen.“

Zu den Erstunterzeichnern der Allianz zählen neben der Gesundheitsbehörde und der Agentur für Arbeit das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das Katholische Marienkrankenhaus, Pflegen & Wohnen Hamburg, das Hospital zum Heiligen Geist, die Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Sozialeinrichtungen, die Frank Wagner Holding, die Martha Stiftung, die Immanuel Albertinen Diakonie, das Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg sowie das Altonaer Kinderkrankenhaus. Sie alle haben sich auf gemeinsame Ziele und Standards für den Pflegeberuf verständigt:

Wer als Arbeitgeber bei der Allianz dabei sein möchte,

  • zahlt nach einschlägigen Tarifverträgen oder in der Höhe entsprechend,
  • hält Personalvorgaben ein oder übertrifft sie,
  • verpflichtet sich, die Arbeitszeiten möglichst planbar und verlässlich zu gestalten,
  • fördert die Gesundheit und die berufliche Weiterentwicklung seiner Beschäftigten,
  • setzt die Pflegekräfte so ein, dass sie auch tatsächlich ihrer Ausbildung entsprechend tätig sein können,
  • unterstützt bei der Wohnungssuche oder schafft selbst Wohnraum.

Die Partner wollen ihre Ausbildungsanstrengungen steigern, die Weiterbildung der Beschäftigten fördern und dabei helfen, ausländische Pflegekräfte zu integrieren. Die Allianz steht nach ihrer Einführung weiteren Mitgliedern offen. 

Die Internetseite der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz soll ein Arbeitgeberportal erhalten, das sukzessive erweitert wird und auf dem sich die Allianzpartner künftig vorstellen und transparent über ihre Beschäftigungsbedingungen informieren wollen. Auf diese Weise können Pflegekräfte, die sich für eine Stelle in Hamburg interessieren, einrichtungsbezogene Einblicke in Bezahlung und Rahmenbedingungen der in Frage kommenden Arbeitgeber erhalten.

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Jede zweite Pflegekraft, die ihrem Beruf in den letzten Jahren den Rücken gekehrt hat, könnte sich einen Wiedereinstieg vorstellen, wenn die Arbeitsbedingungen besser wären. Daran müssen wir arbeiten. Wir hätten gar kein Fachkräfteproblem, wenn alle noch im Beruf wären, die in den letzten zehn Jahren in der Pflege ausgebildet wurden.“

Ein weiterer wichtiger Baustein der „Allianz für die Pflege“ ist eine Imagekampagne, die das Ansehen der Pflege in der Öffentlichkeit steigern und junge Menschen gezielt ansprechen soll. Neben Filmen und Plakaten werben erfahrene Pflegekräfte aktiv für ihren Beruf. Als Stadtteilbotschafter informieren sie in ihren Stadtteilen Schülerinnen und Schüler über berufliche Perspektiven, Chancen und Herausforderungen in der Pflege und machen den Beruf auf authentische Weise erlebbar.

Zwar konnten in Hamburg die Ausbildungszahlen in der Pflege in den vergangenen fünf Jahren auch durch die Einführung einer Umlagefinanzierung um fast 20 Prozent gesteigert werden, vor dem Hintergrund einer stetig älter werdenden Gesellschaft steht die pflegerische Versorgung aber weiterhin vor einer großen gesellschaftlichen Herausforderung: Der Bedarf an gut ausgebildeten Pflegerinnen und Pflegern wird weiter steigen. Durch die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung bietet der Pflegeberuf künftig noch mehr Perspektiven und Einsatzmöglichkeiten. Die Partner der „Allianz für die Pflege“ wollen gemeinsam diesem Neuanfang zum Erfolg verhelfen und die Zahl der Ausbildungsstellen um weitere zehn Prozent steigern.

Weitere Informationen mit ausführlichem Allianztext und Kurzprofilen der Erstunterzeichnenden stehen unter www.hamburg.de/allianz-fuer-die-pflege bereit.

Kontakt

Dennis Krämer

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
Billstraße 80
20539 Hamburg
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Presseservice