Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Wissenschaftsstandort Altes Fernmeldeamt Schlüterstraße wird neue Heimat für die Wissenschaft

Campuserweiterung im Uni-Viertel

Der Wissenschaftsstandort Rotherbaum wird erweitert. Die Universität Hamburg, das GIGA German Institute of Global and Area Studies und das Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) sollen in das historische „Fernmeldeamt Schlüterstraße“ ziehen. Das Gebäude wurde 1907 errichtet und steht unter Denkmalschutz. Mit seiner neogotischen Fassade und seiner Größe zählt es zu den markantesten Gebäuden im Uni-Viertel. Dem Senat ist es gelungen, das einzigartige Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Von-Melle-Park für die nächsten dreißig Jahre für die Wissenschaft zu sichern.

Campuserweiterung im Uni-Viertel

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Es ist uns gelungen, das alte Fernmeldeamt an der Schlüterstraße in den Dienst der Wissenschaft zu stellen. Nach langen Verhandlungen wird dieses faszinierende Gebäude nun zu einer Heimat für die Geisteswissenschaften der Universität und die beiden Leibniz-Institute. Wir bringen damit zwei Einrichtungen von Weltruf an den Campus in Rotherbaum. Damit entstehen beste Rahmenbedingungen und exzellente Entwicklungsperspektiven für die enge Vernetzung von universitärer und außeruniversitärer Forschung und Lehre. Dieser Erfolg wird den Wissenschaftsstandort Hamburg einen großen Schritt nach vorne bringen – und zeigt einmal mehr, dass unsere Wissenschaftspolitik wirkt.“ 

Dr. Andreas Dressel, Finanz- und Bezirkssenator: „Ich freue mich, dass es uns nach intensiven Vorbereitungen und schwierigen Verhandlungen gelungen ist, den historischen Gebäudekomplex an der Schlüterstraße zum Nutzen der Stadt langfristig zu sichern. Eine gleichermaßen gute Nachricht für den Wissenschaftsstandort Hamburg und den Bezirk Eimsbüttel – wir investieren in unsere Universität!“ 

Die Universität Hamburg wird mit Büros, Seminarräumen und Laboren aus den Geistes- und Sozialwissenschaften in das Gebäude ziehen. Zu den zukünftigen Nutzern dieses „Humanities Research Center“ gehören u.a. die Psychologie, der Exzellenzcluster „Understanding Written Artefacts“ sowie mehrere Kollegforschergruppen. 

Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg: „Mit der Anmietung des großen ehemaligen Fernmeldeamtes für die Universität konnte nunmehr neben dem Standort Bahrenfeld auch für die Geisteswissenschaften ein zentrales Forschungshaus eingerichtet werden. Hier werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Themen aus den Humanities auf modernstem Niveau exzellenzorientiert kooperieren können.“ 

Neben der Universität Hamburg wird das GIGA German Institute of Global and Area Studies / Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien, in das Gebäude ziehen. Das GIGA forscht zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost sowie zu globalen Themen und hat seinen Hauptsitz derzeit am Neuen Jungfernstieg. 

Prof. Dr. Amrita Narlikar, Präsidentin des GIGA: „Unsere Forschung zu den Entwicklungen der Welt bleibt im Herzen dieser internationalen Stadt. Die neue Lage ist ideal, auch um die enge Zusammenarbeit zwischen dem GIGA und der Universität Hamburg noch weiter zu stärken. Wir sehen unsere zukünftige Unterbringung in dieser prestigevollen Immobilie als klares Signal der Wertschätzung Hamburgs für das GIGA und die Wissenschaft allgemein.“ 

Weiterhin wird das ZBW, Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, in die Schlüterstraße ziehen. Das ZBW ist die weltweit größte Forschungsinfrastruktur für wirtschaftswissenschaftliche Literatur mit einem überregionalen Auftrag und sitzt mit seiner Hamburger Niederlassung am Neuen Jungfernstieg. 

Prof. Dr. Klaus Tochtermann, Direktor des ZBW: „Wir freuen uns sehr über die Entscheidung für die Schlüterstraße und die damit verbundene enge Anbindung der ZBW an den Wissenschaftsstandort Rotherbaum. Dadurch rückt die ZBW räumlich noch näher an die Universität Hamburg, insbesondere an deren wirtschaftswissenschaftliche Fakultäten, und erhält gleichzeitig die zentrale Lage, die für die ZBW an sich sowie für ihre Erreichbarkeit von großer Bedeutung ist.“ 

Kay Gätgens, Bezirksamtsleiter Eimsbüttel: „Der Bezirk hat sich immer für eine universitäre Nutzung des Gebäudes stark gemacht. Unser jahrzehntelanges Durchhaltevermögen hat sich nun ausgezahlt. Wir freuen uns, dass das alte Fernmeldeamt entgegen aller anderen Begehrlichkeiten für die universitäre Nutzung gewonnen werden konnte und der Campus gestärkt wird.“ 

Der Einzug der Universität und der Leibniz-Institute soll voraussichtlich 2023 erfolgen. Der Eigentümer des Gebäudes ist das Immobilienunternehmen Peakside. 

Boris Schran, Managing Partner Peakside „Die Chance, ein so geschichtsträchtiges, historisches Gebäude zu einem integralen Teil des Wissenschaftsbetriebs zu entwickeln, ist für uns kein business as usual. Wir haben als Investor die Herausforderung mit Enthusiasmus angenommen und freuen uns sehr, dass wir mit der Revitalisierung des alten Fernmeldeamtes dazu beitragen können, den Wissenschaftsstandort Hamburg weiter auszubauen.“