Großprojekt Forschen für den Frieden: Rüstungskontrolle made in Hamburg

Große Aufwertung des Wissenschaftsstandortes Hamburg: Hamburger Friedensforschungsinstitut bekommt Millionenförderung vom Auswärtigen Amt

Dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) ist es gelungen, vom Auswärtigen Amt den Zuschlag für ein mehrjähriges Großprojekt zu bekommen. Künftig werden die Hamburger Friedensforscherinnen und Friedensforscher gezielt zu neuen sicherheitspolitischen Risiken und deren Einhegung durch Rüstungskontrolle und Abrüstung forschen. Hamburg wird damit europaweit zu einem der bedeutendsten wissenschaftlichen Kompetenzzentren für Abrüstung und militärisch einsetzbare Technologien. Im Beisein von Bundesaußenminister Heiko Maas wurde das Projekt mit einem Senatsempfang im Hamburger Rathaus am Nachmittag für den Zuschlag vom Auswärtigen Amt geehrt und offiziell gestartet.

Senatsempfang im Hamburger Rathaus. Senatsempfang im Hamburger Rathaus.

Forschen für den Frieden: Rüstungskontrolle made in Hamburg

Bedeutende Abrüstungsverträge werden gekündigt, das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen ist instabiler als in der Spätphase des Kalten Krieges, es wird wieder aufgerüstet: Selten waren Gesellschaft und Politik so sehr auf die Expertise der Wissenschaft angewiesen wie heute. Mit einem internationalen Team aus verschiedenen Fachdisziplinen wird deshalb in Hamburg am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik künftig verstärkt zu aktuellen sicherheitspolitischen Themen geforscht, insbesondere zu Massenvernichtungswaffen, zur europäischen Friedens- und Sicherheitspolitik, zur Rüstungskontrolle und zu neuen Technologien, die sich auch als Waffe einsetzen lassen. Das IFSH wird dafür rund zehn neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, holt renommierte internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler ans Institut und eröffnet ein Büro in Berlin. Das Auswärtige Amt fördert das Forschungs- und Transferprojekt „Rüstungskontrolle und Neue Technologien“ über eine Laufzeit von vier Jahren mit einer Gesamtsumme von rund vier Millionen Euro. 

Hamburgs Erster Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher: “Die Bedeutung des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik reicht weit über die Grenzen Hamburgs hinaus. Seine Ergebnisse können der Politik und internationalen Organisationen helfen, die richtigen Entscheidungen für eine weltweite Friedenssicherung zu treffen. Die Präambel der Hamburger Verfassung besagt, dass unsere Stadt „im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt“ sein will. Mit der zusätzlichen Förderung des Bundes kann das Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in besonderer Weise dazu beitragen, diesem Anspruch gerecht zu werden.“ 

Bundesaußenminister des Auswärtigen, Heiko Maas: „Ich freue mich, das IFSH bei seiner wichtigen Arbeit unterstützen zu können. Wir benötigen die wissenschaftliche Analyse und Beratung der Hamburger Expertinnen und Experten mehr denn je. Gemeinsam arbeiten wir dafür die multilaterale Rüstungskontrolle zu stärken und an zukünftige Herausforderungen anzupassen. Für mich ist das ein zentraler Beitrag, den die deutsche Außenpolitik für Sicherheit und Frieden in Europa und der Welt leisten kann. 

Wissenschaftssenatorin, Katharina Fegebank: „Die Friedens- und Konfliktforschung ist angesichts der internationalen Herausforderungen wichtiger denn je. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft profitieren dabei gleichermaßen von der Expertise und unabhängigen Beratung von Expertinnen und Experten. Das IFSH spielt hierbei eine wichtige Rolle. Durch das neue Projekt kann es sich europaweit zu einem herausragenden Forschungszentrum im Bereich Rüstungskontrolle und neue Technologien entwickeln. Hiervon werden nicht nur das IFSH, sondern auch der gesamte Wissenschaftsstandort Hamburg und die Friedensforschung in Deutschland insgesamt profitieren. Ich danke dem Auswärtigen Amt für die Unterstützung.“ 

Wissenschaftliche Direktorin des IFSH, Prof. Dr. Ursula Schröder: "Die Förderung durch das Auswärtige Amt ist für das IFSH ein großer Erfolg, der die Leistungen des Instituts bei der Zusammenarbeit von Sozial- und Naturwissenschaften in der Sicherheits- und Friedensforschung würdigt. Dank der Förderung wird die Rolle des IFSH als nationales und internationales Zentrum innovativer und interdisziplinärer Forschung erheblich gestärkt. Damit kann das IFSH seine Entwicklung zu einem weit ausstrahlenden Leuchtturm exzellenter Forschung, die zugleich praxisrelevant ist, gestärkt fortsetzen und den Dialog mit Politik und Gesellschaft vertiefen." 

Hintergrund zum IFSH

Was macht die Welt unsicher und was sind die gesellschaftlichen Bedingungen für Frieden? Welche internationale Ordnung und Sicherheitspolitik erfordert eine Welt, in der wir immer enger miteinander verflochten sind?  Diese Fragen stehen im Zentrum der Arbeit am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH). Das Institut erforscht die Bedingungen von Frieden und Sicherheit in Deutschland, Europa und darüber hinaus.

Dabei verbindet das IFSH wissenschaftliche Grundlagenforschung mit zentralen Fragen der aktuellen Friedens- und Sicherheitspolitik aus interdisziplinärer Perspektive. Das IFSH gehört zu den führenden Friedensforschungsinstituten in Deutschland und wird von der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten eng mit der Universität Hamburg zusammen, sowie mit Institutionen in der Metropolregion Hamburg und mit wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland. 

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