Gesundheit Zahl der Organspenden in Hamburg mehr als verdoppelt – Tag der Organspende setzt Zeichen für persönliche Entscheidung

Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks spricht sich anlässlich des Tags der Organspende für doppelte Widerspruchslösung aus

Unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig“ setzt der bundesweite Tag der Organspende am 1. Juni ein Zeichen für die Bedeutung der persönlichen Entscheidung. Er findet jährlich am ersten Samstag im Juni statt und wird in diesem Jahr in Kiel ausgerichtet. Mit zahlreichen Aktionen beteiligen sich Krankenkassen, Ärztekammern, Selbsthilfegruppen und andere Institutionen des Gesundheitswesens an der Umsetzung des gemeinsamen Anliegens, über das Thema Organspende aufzuklären und alle, die noch keinen Organspendeausweis besitzen, zu einer persönlichen Entscheidung zu motivieren.

Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks spricht sich anlässlich des Tags der Organspende für doppelte Widerspruchslösung aus

Nach mehreren Jahren rückläufiger Spenderzahlen ist die Zahl der Organspenderinnen und -spender 2018 bundesweit wieder angestiegen. Nach vorläufigen Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) gab es bundesweit 955 Organspenderinnen und -spender. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 158 gestiegen. In Hamburg hat sich ihre Anzahl sogar mehr als verdoppelt: Hier stellten 55 Menschen ihre Organe für eine Transplantation zur Verfügung (2017: 24). Auch die Zahl der gespendeten Organe ist in Hamburg deutlich von 77 (2017) auf 182 (2018) angewachsen. Diese Steigerung liegt ebenfalls weit über der bundesweiten Entwicklung: Laut DSO wurden 2018 3.113 gespendete Organe verzeichnet (2017: 2.594).

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Es ist ein gutes Zeichen, dass die Anzahl der Organspender wieder steigt, und dass sie sich in Hamburg sogar mehr als verdoppelt hat. Das hat vielen schwerkranken Patientinnen und Patienten, die auf ein Spenderorgan gewartet haben, das Leben gerettet und zeigt, dass sich immer mehr Menschen mit dem wichtigen Thema Organspende auseinandersetzen. Zugleich sprechen die guten Zahlen dafür, dass die Vorgaben in unserem Landes-Transplantationsgesetz zur Freistellung von Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern sowie zur Meldepflicht von potentiellen Organspendern wirken.“

Das Hamburgische Ausführungsgesetz zum Transplantationsgesetz hat dazu beigetragen, eine Trendwende einzuleiten. Nach den Vorgaben des Gesetzes benennen die 22 Hamburger Krankenhäuser, die Organentnahmen durchführen, mindestens einen Transplantationsbeauftragten. Die Krankenhäuser sind darüber hinaus verpflichtet, die Transplantationsbeauftragten nach einen festen Schlüssel (0,1 Stellenanteile pro 10 Intensivbetten, das heißt eine Stelle pro 100 Betten) von allen weiteren Aufgaben freizustellen. Es dürfen nur in der Intensivmedizin besonders erfahrene Personen zum Transplantationsbeauftragten bestellt werden.

Hierdurch soll sichergestellt werden, dass nur in der praktischen (intensivmedizinischen) Tätigkeit sehr erfahrene Personen zum Transplantationsbeauftragten bestellt werden dürfen. Insgesamt hat das hohe Qualifikationsniveau und der erweiterte Handlungsrahmen dazu beitragen, die Funktion der Transplantationsbeauftragten zu stärken.

Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks: „Auch wenn wir in Hamburg bei den Organspenden auf dem richtigen Weg sind, dürfen wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen, uns für mehr Organspenden einzusetzen und dafür zu werben, sich mit der eigenen Spendebereitschaft auseinander zu setzen. Ich spreche mich deshalb für die Einführung der doppelten Widerspruchslösung aus: Wer kein Organspender sein will, muss aktiv widersprechen. Aber auch bei denjenigen, die nicht widersprochen haben, werden die Angehörigen vor einer Organentnahme gefragt. Eine solche Lösung berücksichtigt die Not vieler Kranker, die dringend auf eine Spende warten, und wahrt das Selbstbestimmungsrecht der Menschen.“

In Hamburg macht die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) anlässlich des Tages der Organspende an 400 Litfaßsäulen auf das wichtige Thema Organspende aufmerksam. Unter dem Motto „Werd‘ auch Du zur Superheldin bzw. zum Superhelden“ wird mit einem auffällig gestalteten Plakat dazu aufgerufen, eine persönliche Entscheidung zu treffen.

Weiterführende Informationen können auf der Homepage des Tages der Organspende unter www.organspendetag.de abgerufen werden.

Kontakt

Dennis Krämer

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
Billstraße 80
20539 Hamburg
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