Behörde für Umwelt und Energie

Flugverkehr Verspätungszahlen am Flughafen gehen deutlich zurück

Maßnahmenpaket von Politik und Wirtschaft beginnt zu greifen

Eine erfreuliche Entwicklung gibt es am Hamburger Flughafen: Seit Jahresbeginn kam es zu 308 Verspätungen nach 23 Uhr (Stichtag 27.6.) – im ersten Halbjahr 2018 waren es noch 577. Das Jahr 2018 endete schließlich mit insgesamt 1.174 Verspätungen. Hält der Trend an, könnte die Vorjahreszahl deutlich unterschritten werden. Der Senat wertet dies als ersten Erfolg der Maßnahmen von Politik, Flughafen und Airlines – warnt aber vor zu frühem Jubel. Um eine Trendwende bei den Verspätungen zu schaffen, dürfen die Lärmschutz-Bemühungen jetzt nicht nachlassen.

Verspätungszahlen am Flughafen gehen deutlich zurück

​​​​​​​Hintergrund: Die Hamburger Bürgerschaft hat im September 2018 ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Situation beschlossen, den „21-Punkte-Plan“. Anfang Oktober fand auf Einladung von Bürgermeister Dr. Tschentscher im Rathaus ein Luftverkehrsgipfel statt, bei dem sich auch die Airlines zu mehr Pünktlichkeit verpflichteten. Jetzt – nach Ablauf des ersten Halbjahres 2019 – gibt es erste Anzeichen für eine Trendwende bei der Nachtflugsituation, die Maßnahmen zeigen Wirkung. Kernpunkte sind dabei verbesserte Umlaufplanungen aller namhaften Airlines sowie Optimierungen bei der Bodenabfertigung durch den Hamburger Flughafen, die Erhebung einer zusätzlichen Bearbeitungsgebühr für Verspätungen und die verschärfte Überwachung durch die Fluglärmschutzbeauftragte.

Bürgermeister Peter Tschentscher: „Auf dem Luftfahrgipfel im Oktober 2018 wurden zahlreiche Maßnahmen vereinbart, um die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit im europäischen Luftraum zu verbessern. Daran haben sich alle wesentlichen Akteure beteiligt – die Länder, der Bund, die Flughäfen und Airlines sowie die deutsche Flugsicherung. Die Maßnahmen zeigen offenbar erste Erfolge, müssen aber konsequent fortgeführt werden. Dies haben die Teilnehmer des Luftverkehrsgipfels auf einem Folgetreffen im vergangenen März bekräftigt. Ich hoffe, dass die Verspätungen jetzt in der Hauptreisezeit und in der zweiten Jahreshälfte 2019 sowie in den Folgejahren weiter zurückgehen und sich der Erfolg des von Hamburg initiierten Luftfahrtgipfels damit bestätigt.“

Umweltsenator Jens Kerstan erklärt dazu: „Ich freue mich über die positive Entwicklung – vor allem für die betroffenen Menschen im Umfeld der Einflug- und Landeschneisen. Die Zahlen zeigen, dass die Airlines auch in einem schwierigen Umfeld pünktlicher als bisher sein können, wenn sie die Flugpläne realistisch gestalten. Um eine Trendwende bei den Verspätungszahlen zu schaffen, dürfen die Lärmschutz-Bemühungen jetzt nicht nachlassen.  Ganz im Gegenteil: Wir wollen die Situation weiter verbessern!“

Verkehrssenator Michael Westhagemann: Gemeinsam mit allen Systempartnern, d.h. den Airlines, der Flugsicherung, den Flughäfen, dem Bund und der Politik, haben wir große Schritte hin zu einem verlässlicheren Luftverkehr unternommen. So konnte es gelingen, die Zahl der Starts und Landungen nach 23 Uhr deutlich zu senken. Sowohl die Anwohner als auch die Passagiere profitieren von dieser gemeinsamen Anstrengung, die nun spürbare Wirkung zeigt. Es ist unser Ziel, dass sich dieser Trend fortsetzt. Dazu werden wir alle Beteiligten auch weiter in die Pflicht nehmen und die Entwicklung verfolgen.

Ein wesentlicher Grund für den starken Anstieg der Verspätungen im Jahr 2018 waren Engpässe bei der Flugsicherung, die in der Verantwortung des Bundes liegt. Auch wenn die Deutsche Flugsicherung (DFS) organisatorisch gegensteuert, ist dieses Problem noch nicht gelöst. Trotz dieser Einschränkungen konnten die Airlines die Pünktlichkeit aber erheblich verbessern. Gegen Flugverbindungen, die die Verspätungsstunde nach 23 Uhr im Übermaß nutzten, hatte die BUE in den vergangenen Jahren Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Gewinnabschöpfung eingeleitet. In Hamburg sind seit gestern Sommerferien, vier der verkehrsreichsten Monate des Jahres liegen noch vor uns, so dass nicht absehbar ist, wie sich die Verspätungszahl für das Gesamtjahr entwickeln wird.

 

 

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Pressestelle, Jan Dube

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