Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Pflege Frühwarnsystem für Probleme in der Pflege: Prüfer-Storcks informiert sich über Arbeit des Beschwerdetelefons Pflege

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Pflegestützpunkte tauscht sich die Gesundheitssenatorin mit Beraterinnen und Beratern im Bezirksamt Mitte aus

Was kann ich tun, wenn ich mit den Dienstleistungen meines ambulanten Pflegedienstes unzufrieden bin oder Missstände auftreten? Wer hilft, wenn mir die Abrechnungen des Pflegedienstes undurchsichtig erscheinen? Und wie verhalte ich mich, wenn ich auf das Pflegegeld der Pflegekasse warten muss? Diese und ähnliche Fragen sind für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen in Hamburg häufig der Anlass, sich an das Beschwerdetelefon Pflege zu richten. Der kostenlose und anonyme Beratungsservice hilft bei der Klärung von Problemen rund um alle Fragen der ambulanten, vollstationären und teilstationären Pflege in der Stadt. Das Beschwerdetelefon Pflege arbeitet eng mit dem Pflegestützpunkt Hamburg-Mitte zusammen. Bei Bedarf stehen die Beraterinnen und Berater des Pflegestützpunktes bei der Bearbeitung der Beschwerde mit zur Verfügung. Dabei kann das Team auf die langjährigen Erfahrungen aus der Arbeit der ehemaligen Beratungsstelle „Pflegetelefon Hamburg“ aufbauen.

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Pflegestützpunkte tauscht sich die Gesundheitssenatorin mit Beraterinnen und Beratern im Bezirksamt Mitte aus

Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Das Beschwerdetelefon Pflege bietet pflegebedürftigen Menschen, ihren Angehörigen, aber auch Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aus Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, sich vertraulich, direkt und persönlich beraten zu lassen und individuelle Problemlösungen in Pflegefragen zu erhalten. In Kombination mit den neun Pflegestützpunkten ist das Beschwerdetelefon für die Stadt auch ein wichtiges Frühwarnsystem, um Probleme in der Pflege rechtzeitig zu erkennen.“

Bestehen Probleme oder Unzufriedenheit mit Pflegeleistungen, kann die Beratung und Vermittlung des Beschwerdetelefons Pflege helfen, Konflikte zu lösen oder es kann auch bei Missständen abgeholfen werden. Handelt es sich bei der Beschwerde um die Schilderung von gravierenden Pflegemissständen, die eine Gefährdung der pflegebedürftigen Menschen oder der Pflegepersonen vermuten lassen, können über das Beschwerdetelefon Pflege parallel auch die Wohn-Pflege-Aufsichten in den Hamburger Bezirken und beziehungsweise oder die Pflegekassen informiert und eingeschaltet werden.

Die von Bürgerinnen und Bürgern nachgefragten Themen in den Pflegestützpunkten sowie die Anlässe für die Inanspruchnahme des Beschwerdetelefons Pflege werden regelmäßig evaluiert. Die Ergebnisse fließen in die Rahmenplanung  zur pflegerischen Versorgungsstruktur der Stadt mit ein. Diese wird aktuell für die kommenden fünf Jahre erarbeitet. Ziel dieser Rahmenplanung ist es, unter anderem die Kurzzeitpflege in Hamburg auszubauen und die fachpolitische Ausrichtung auf eine Pflege im Quartier der vergangenen Jahre zu stärken.

Die insgesamt neun Hamburger Pflegestützpunkte, die in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen feiern, werden gemeinsam von den Kranken- und Pflegekassen und den Bezirksämtern finanziert.

Seit 2009 beraten sie pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen unabhängig zu allen Fragen rund um das Thema Pflege: Sie informieren unter anderem über die Möglichkeiten der Pflege in der eigenen Wohnung, unterstützen bei der Suche nach einem geeigneten Heimplatz, helfen bei der Beantragung von Versicherungs- und Sozialleistungen, beraten bei Finanzierungsfragen, klären bei Beschwerden und vereinbaren Hausbesuche.

Die Beratung erfolgt unabhängig von der Kassenzugehörigkeit oder dem Bezug von Sozialleistungen. Neben allgemeinen Auskünften findet im Pflegestützpunkt auch eine individuelle und umfassende Pflegeberatung statt. Hierbei unterstützen die Beraterinnen und Berater Hilfesuchende bei der Koordination einzelner Schritte, wenn erforderlich auch über einen längeren Zeitraum. Das Besondere an Pflegestützpunkten ist dabei, dass all ihre Leistungen unter einem Dach erfolgen. Hierbei müssen keine unterschiedlichen Stellen (Kranken-/Pflegekassen und beziehungsweise oder Bezirksämter) aufgesucht werden, um Anträge zum Hilfe- und Pflegebedarf zu stellen.

Seit ihrer Eröffnung haben rund 80.000 Menschen die Beratung in den Pflegestützpunkten in Anspruch genommen – Tendenz steigend: So stieg die Zahl der Erstkontakte an allen Hamburger Pflegestützpunkten von 2017 (10.523) bis 2018 (11.204) um 6,5 Prozent an. Die Pflegestützpunkte in den Bezirken Mitte, Eimsbüttel und Wandsbek gehören dabei zu den Einrichtungen mit den meisten Erstkontakten im Jahr 2018.

Senatorin Prüfer-Storcks: „Die hohe Anzahl der Beratungen zeigt, dass wir vor 10 Jahren die richtige Entscheidung getroffen haben, gemeinsam mit den Landesverbänden der Pflegekassen und den Bezirksämtern in Hamburg eine Pflegeberatung unter einem Dach einzurichten. Gemeinsam wollen wir diese Erfolgsgeschichte fortschreiben und die umfangreichen Ergebnisse der Arbeit in den Pflegestützpunkten auch dafür nutzen, um sie in die pflegerische Rahmenplanung für die kommenden Jahre einfließen zu lassen, um die Pflege für die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und damit einhergehend einem steigenden Bedarf an guter Pflege weiter zu verbessern.“

Weitere Informationen zu allen Pflegestützpunkten finden Sie unter www.hamburg.de/pflegestuetzpunkte und www.hamburg.de/beschwerdetelefon-pflege.