Forschungsallianz Startschuss für die „Deutsche Allianz Meeresforschung“

Bund und norddeutsche Länder unterzeichnen Vereinbarung zum Aufbau des Verbunds deutscher Meeresforschungseinrichtungen


Gruppenbild mit Urkunden

Bund und norddeutsche Länder bauen eine der größten marinen Forschungsallianzen weltweit auf.

Der Bund und die norddeutschen Länder haben heute die Vereinbarung zum Aufbau der „Deutschen Allianz Meeresforschung“ (DAM) in Bonn unterzeichnet. Damit wird eine der weltweit größten marinen Forschungsallianzen ins Leben gerufen. Ziel ist es, die internationale Spitzenposition der deutschen Meeresforschung weiter auszubauen, den Wissenschaftsstandort Deutschland zu stärken und einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung des globalen Klimawandels zu leisten. Der Bund und die Länder Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen sowie Schleswig-Holstein stellen bis zum Jahr 2022 insgesamt 56,25 Millionen Euro bereit. Davon übernimmt der Bund 80 Prozent, die Länder tragen gemeinsam zu gleichen Teilen 20 Prozent bei.

Die DAM entwickelt in gemeinsamen Forschungsmissionen Handlungsoptionen für den nachhaltigen Umgang mit dem Meer. Die ersten zwei Themen für die Pilotphase umfassen einerseits Optionen für Schutz und Nutzung mariner Räume zum Erhalt der Biodiversität und Ökosystemfunktionen und andererseits Analysen zur Zukunft mariner Kohlenstoffspeicher als Handlungswissen für die Klimapolitik. Außerdem unterstützt die DAM das Datenmanagement und die Digitalisierung in den Meereswissenschaften und soll langfristig die Nutzung der großen marinen Infrastrukturen koordinieren und optimieren.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Meere und Ozeane spielen eine wichtige Rolle für die globalen Klimaprozesse. Daher ist es von großer Bedeutung, diese zu ergründen und zu bewahren. Durch die große Expertise der norddeutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen nimmt Deutschland schon jetzt eine Spitzenstellung in der internationalen Meeresforschung ein. Mit dem Aufbau der Allianz zur Meeresforschung wollen wir die Wirksamkeit und Sichtbarkeit stärken und weiter ausbauen. Hiervon wird auch der Wissenschaftsstandort Hamburg profitieren.“

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: „Die Deutsche Allianz Meeresforschung bündelt die Expertise von Forschungseinrichtungen und Hochschulen unter einem Dach. Das ist wichtiger denn je, denn die Meeres- und Klimawissenschaften tragen entscheidend zu unserer Zukunftssicherung bei. Die Deutsche Allianz Meeresforschung soll Handlungswissen zu gesellschaftlich relevanten Fragen – wie etwa die Artenvielfalt in den Meeren oder zum Klimaschutz – liefern. Das Meer gilt nicht umsonst als Klimamaschine der Erde. Die Deutsche Allianz Meeresforschung wird dazu beitragen, die lebenswichtige Rolle der Meere und Ozeane noch besser zu verstehen und wertvolles Wissen für die Gestaltung unserer Zukunft zu gewinnen. Deshalb wird der Bund bis 2022 bis zu 45 Millionen Euro für die Deutsche Allianz Meeresforschung bereitstellen. Herausragende Meeresforschung aus Deutschland heraus muss ein Markenzeichen in der internationalen Zusammenarbeit werden und damit unseren Beitrag zum Klimaschutz sichtbarer machen.“

Die fünf norddeutschen Länder sind ein wesentlicher Standort der deutschen Meeresforschung. Die DAM bringt Universitäten sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie Helmholtz-Zentren, Leibniz- und Max-Planck-Institute zusammen und ermöglicht gemeinsame Spitzenforschung auf international höchstem Niveau. Aus der Metropolregion Hamburg sind das Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M), Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung (HZG) sowie die Universität Hamburg mit dem Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN) in der Allianz vertreten.

„Die Motivation der Länder für die Deutsche Allianz Meeresforschung liegt in dem Bestreben, das immense Know-how an den norddeutschen Forschungseinrichtungen zur Beantwortung der drängenden Fragen in der Meeresforschung zu bündeln, mit dem Ziel, die internationale Spitzenposition zu sichern und weiter auszubauen“ sagte Bremens Wissenschaftssenatorin Eva Quante-Brandt, die derzeit Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) ist.

Gemeinsam den nachhaltigen Umgang mit den Meeren und Ozeanen stärken

„Die Allianz adressiert die großen gesellschaftlich relevanten Zukunftsfragen der Meeresforschung in gemeinsamen Forschungsmissionen auf höchstem Niveau“, erklärte Michael Bruno Klein, Vorstandsvorsitzender der DAM. „Dafür werden unsere Kompetenzen gebündelt und vorhandene sowie neue Infrastrukturen, Technologien und Informationssysteme weiterentwickelt und ausgebaut.“

Die deutsche Meeresforschung deckt ein breites Spektrum verschiedener Fachdisziplinen der Küsten-, Meeres-, Klima- und Polarforschung ab. Mit ihren Forschungsschiffen und -stationen, Flugzeugen, Observatorien und Unterwasserfahrzeugen verfügt sie über einzigartige Forschungsinfrastrukturen. Mit mehr als 4.000 Beschäftigten in Norddeutschland stellt die Meeresforschung zudem einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar.

Vereinsgründung am 4. Juli: In der Wissenschaft breit verankert

Die Deutsche Allianz Meeresforschung wurde am 4. Juli in Berlin bereits in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins von den folgenden Einrichtungen gegründet: Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit ihrem Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) mit Kiel Marine Science (KMS), GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung (HZG), Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT), MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen, Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. (MPG) mit dem Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie (MPI-MM) und dem Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M), Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung mit Senckenberg am Meer, Universität Hamburg mit ihrem Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit (CEN), sowie Universität Rostock mit ihrem Department Maritime Systeme (DMS).

Dabei wurde auch der Vorstand der Allianz gewählt: Hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender ist Michael Bruno Klein, der seit über 20 Jahren im Wissenschaftsmanagement tätig ist, unter anderem als Generalsekretär der Leibniz-Gemeinschaft und als Generalsekretär von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Stellvertretender Vorsitzender ist Michael Schulz, Direktor des MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen. Karin Lochte, ehemalige Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), und Peter Herzig, Direktor des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, sind weitere Mitglieder des Vorstands, der für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt ist.

 

Weitere Informationen unter www.allianz-meeresforschung.de

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