Finanzinstrumente Senat setzt verstärkt auf Blockchain-Technologie

Wenige Technologien werden gegenwärtig so kontrovers diskutiert und dabei so leicht missverstanden wie die Blockchain-Technologie. Weitgehend unbemerkt von der öffentlichen Diskussion um Disruptionspotenzial und Kryptowährungen wird an realen Anwendungsfällen gearbeitet, die künftig einen echten Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft bieten werden. Der Senat geht davon aus, dass die Bedeutung der Blockchain-Technologie in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird und legt den ersten, umfassenden Bericht zu den Hamburger Blockchain-Aktivitäten vor.

Senat setzt verstärkt auf Blockchain-Technologie

Eine Vielzahl von Blockchain-Projekten wird bereits in Hamburg pilotiert und umgesetzt. Ende Mai 2019 ist beispielsweise die Energiehandelsplattform „Enerchain“ nach zweijähriger Entwicklungs- und Erprobungszeit live gegangen. Im Digital Hub Logistics werden im Rahmen des Projekts „Hansebloc“ die Potenziale der Blockchain-Technologie für die Digitalisierung von Frachtpapieren untersucht. Und das Projekt „SAMPL“ entwickelt Sicherheitslösungen für additive Fertigungsverfahren („3D-Druck“). Stets mit an Bord sind die Hamburger Hochschulen, die die Projekte in der Regel wissenschaftlich begleiten und dabei die Blockchain-Experten von morgen ausbilden.

Senator Westhagemann: „Andere Städte positionieren sich als Standort für Blockchain-basierte Finanzinstrumente in einem regulatorischen Graubereich. Hamburg setzt auf reale Stärken: mit innovativen Blockchain-Anwendungen in Branchen wie der Energiewirtschaft, der Logistik und der Industrie wird hier echter Mehrwert in Form von Effizienzgewinnen und zusätzlicher Sicherheit geschaffen.“

Hamburg profitiert von einem aktiven Netzwerk privater Initiativen und Veranstaltungen sowie kurzen Wegen. Im Rahmen des von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation geförderten „Blockchain Summer Hamburg“ finden in diesem Jahr gleich drei größere Blockchain-Konferenzen in Hamburg statt: die „Distribute“, die „Blockchance“ und die „moinBlockchain“-Konferenz. Diese Formate sprechen ein internationales Expertenpublikum an, stärken den Innovationsstandort Hamburg und ermöglichen Synergieeffekte in Wirtschaft und Wissenschaft.

Um Hamburgs Position im Bereich der Blockchain-Technologie weiter auszubauen, hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation einen strukturierten Dialogprozess mit Expertengesprächen und Workshops gestartet.

Daraus haben sich eine Reihe weiterer Handlungsfelder und Maßnahmen ergeben:

Die regionale Innovationsstrategie wird gegenwärtig fortgeschrieben, um veränderte Bedarfe von Wissenschaft und Wirtschaft zu ermitteln und wichtige Zukunftsfelder für Hamburg zu identifizieren. Die Blockchain-Technologie soll im Rahmen des Strategieprozesses adressiert werden.

Der Senat wird unter Berücksichtigung der existierenden digitalen Lösungen in der Hamburger Verwaltung sowie einer klimafreundlichen IT-Nutzung („Green IT“) mögliche Einsatzszenarien für die Blockchain-Technologie im Rahmen der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten prüfen.

Die HIW Hamburg Invest Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH steht als „One Stop Agency“ allen Unternehmen als Ansprechpartnerin mit vielfältigen Serviceangeboten zur Verfügung. Auf der Plattform future.hamburg stellt die Hamburg Marketing GmbH Sichtbarkeit für Pilotprojekte her.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Hamburg plant mehrere halbtägige Informationsveranstaltungen mit Blockchain-Anwendungsfällen. Zudem ist die Erarbeitung eines Leitfadens zu Einsatzpotenzialen der Blockchain für KMU geplant.

Zur Stärkung der Methoden- und Technologiekompetenz der Behörden bei der Entwicklung von Anwendungen wird ein Referat beim Amt für IT und Digitalisierung (ITD) der Senatskanzlei aufgebaut. Es berät künftig Vorhaben dahingehend, ob sie den aktuellen Stand der technologischen Entwicklung ausnutzen.

Durch den Wissens- und Technologietransfer an den Hochschulen und Forschungsreinrichtungen, die Unterstützung des Dialogs zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft und ein umfassendes Fördersystem für Innovationen und Gründungen schafft der Senat gute Rahmenbedingungen, um Hamburg als international bedeutenden Standort für die Entwicklung von ökonomisch sinnvollen Blockchain-Anwendungen zu etablieren.

Kontakt

Susanne Meinecke

Pressesprecherin

Pressestelle der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Alter Steinweg 4
20459 Hamburg
Adresse speichern

Presseservice