Senatsempfang Volksbund – 100 Jahre gemeinsam für den Frieden

Bürgermeister Tschentscher würdigt den Volksbund mit einem Senatsempfang

Im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses feierten heute rund 500 Gäste gemeinsam mit den fünf norddeutschen Landesverbänden im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ihr 100-jähriges Jubiläum. Neben Bürgermeister Tschentscher sprachen auch Karen Koop, Vorsitzende des Landesverbandes Hamburg, Daniela Schily, Generalsekretärin des Volksbundes, und Professor Dr. Loretana de Libero, Mitglied im Bundesvorstand des Volksbundes, zu den Gästen. Es waren die Erschütterungen des Ersten Weltkrieges, die vor 100 Jahren zur Gründung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge führten. Der heutige Senatsempfang ist Teil des Themen- und Gedenkjahres „Hamburg 1918.1919 Aufbruch in die Demokratie“, mit dem der Senat an die Ereignisse vor 100 Jahren erinnert.

Senatsempfang 100 Jahre Volksbund Bürgermeister Tschentscher würdigten den Volksbund mit einem Senatsempfang im Rathaus.

Volksbund – 100 Jahre gemeinsam für den Frieden

Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher sagte: „Bis heute verbindet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Grabpflege und Erinnerung an die Kriegsopfer mit einer Mahnung an die Ursachen von Krieg und Gewaltherrschaft. Er arbeitet in dem Bewusstsein, dass es wichtig ist, die Erinnerung wachzuhalten, um Verständigung, Versöhnung und Frieden unter den Völkern zu fördern. Der Volksbund unterstützt die Begegnung von Jugendlichen ehemals verfeindeter Länder und die Auseinandersetzung mit den Ursachen von Krieg, Gewalt, Diskriminierung. Er leistet damit einen wichtigen Beitrag für Frieden und Demokratie in Europa. Ich danke allen Haupt- und Ehrenamtlichen sowie allen Unterstützern sehr herzlich für ihren Einsatz und wünsche ihnen für die Zukunft alles Gute.“

Hintergrund Volksbund

Am 16. Dezember 1919 wurde der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. angesichts Millionen gefallener Soldaten des Ersten Weltkrieges aus der Gesellschaft heraus in Berlin ins Leben gerufen. Das bis dahin unvorstellbare Ausmaß an Zerstörung und Leid brachte eine Organisation hervor, die sich um die „fern der Heimat“ liegenden Gräber der mehr als zwei Millionen Gefallenen kümmert und deren Angehörige unterstützt. Man rief zu „gemeinsamer Totenehrung jenseits allen Völkerhasses“ auf und warb um Mitglieder „ohne Unterschied des Bekenntnisses und der Partei“.  Zu den ersten Unterzeichnern gehörten Vertreter der verschiedenen Parteien, der Wirtschaft und des Militärs, der Gewerkschaften, des Roten Kreuzes und des Caritasverbandes. Bischöfe christlicher und Rabbiner jüdischer Gemeinden unterstützten den Volksbund ebenso wie Konrad Adenauer, Walther Rathenau, Max Liebermann und Fritz Schumacher. Heute wird er von einem breiten überparteilichen Engagement getragen. 

Im staatlichen Auftrag erhält, errichtet und pflegt der Volksbund die deutschen Kriegsgräberstätten im Ausland und unterstützt die Träger der Kriegsgräberstätten im Inland. Ferner sucht er nach den noch nicht geborgenen deutschen Kriegstoten, bestattet sie würdig und versucht, ihnen ihre Namen zurückzugeben. Darüber hinaus gilt der Volksbund heute als ein international anerkannter Träger der Gedenk- und Bildungskultur. Für seine Verdienste in der Jugendarbeit erhielt er 2014 den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens. 2016 folgte die Auszeichnung durch die Deutsche Nationalstiftung. Mit seiner Plakatkampagne seit 2017 „Darum Europa – Kriegsgräber mahnen“ setzt sich der Volksbund jüngst für ein zusammenwachsendes Europa ein.

Hintergrund Themen und Gedenkjahr

Der Hamburger Senat erinnert im Rahmen des Themen und Gedenkjahres „Hamburg 1918.1919 Aufbruch in die Demokratie“ mit verschiedenen Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen an die Ereignisse vor 100 Jahren. Ziel des Themenjahres ist es, Beiträge zur Kenntnis, zum Verständnis und zur Bedeutung dieser Zeit für Hamburg zu leisten. Vor allem sollen Bezüge zu den aktuellen Diskussionen um demokratisch verfasste Gesellschaften, ihre Legitimität und Verteidigung hergestellt werden. Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise finden Sie unter www.hamburg-18-19.de.

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