Straßenabwasser Mikroplastik vom Grundwasser fernhalten

Aus einem Umkreis von 40 Hektar wird Straßenabwasser von giftigen Schadstoffen befreit, gut neun Tonnen werden jährlich herausgefiltert

Die Behandlung von belastetem Straßenabwasser hat für Hamburg eine herausragende Bedeutung. Über das Straßenabwasser werden Schmutz- und Schadstoffe, darunter Mikroplastik (Reifenabrieb), Schwermetalle und organische Schadstoffe in die Gewässer eingetragen, die die Wasserqualität beeinträchtigen. Gemeinsam mit dem  LSBG haben Wirtschaftssenator Michael Westhagemann und Umweltsenator Jens Kerstan heute eine speziell für Hamburg entwickelte Reinigungsanlage in Betrieb genommen.

Mikroplastik vom Grundwasser fernhalten Die Regenwasserbehandlungsanlage in Lurup – Das Becken ist 66 Meter lang und 7 Meter breit. Das mit Rasen und Schilf begrünte Versickerungsbecken fasst ein Volumen von 1,6 Millionen Liter Wasser.

Mikroplastik vom Grundwasser fernhalten

Das Besondere dieser Anlage ist der erstmalige Einsatz von Schilflamellen. Mit einem Investitionsvolumen von 1,1 Millionen Euro ist die Regenwasserbehandlungsanlage (RWBA) in Hamburg ein Pilotprojekt und für weitere derartige Maßnahmen beispielhaft. Umgesetzt wurde das Projekt vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG).

Nach einer mechanischen Vorreinigung erfolgt die biologische Reinigung in einem mit Schilf bepflanzten Becken. Das so gereinigte Wasser wird einem weiteren Becken zur Grundwasserneubildung versickert. Das Regenwassereinzugsgebiet für diese Anlage ist rund 37,6 Hektar groß. Davon bestehen ca. 70 Prozent aus versiegelten Flächen.

Das Bauvorhaben ist notwendig, da belastetes Straßenabwasser der Hauptverkehrsstraßen Luruper Hauptstraße und Elbgaustraße bisher kanalisiert und ungereinigt in den Vorhorngraben am Vorhornweg  eingeleitet wird. Jährlich werden gut neun Tonnen mit Schadstoffen,  z.B. Schwermetalle  wie  Blei,  sowie Abrieb von Reifen (Mikroplastik) und Bremsbeläge, in  belasteten Sedimenten zurückgehalten.

In Zuge des Straßenbaus für die Busbeschleunigung wurde die Entwässerung angepasst, so dass bei Starkregenereignissen künftig  Überflutungen im Kreuzungsbereich der Luruper Hauptstraße mit der Elbgaustraße erheblich reduziert werden.

Michael Westhagemann, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Dieses Projekt zeigt, wie Straßenbau und Wasserwirtschaft Hand in Hand arbeiten können. Diese neue Regenwasserbehandlungsanlage ist eine von zehn weiteren geplanten in Hamburg. Wir haben sie im Zuge des Busbeschleunigungsprogramms an der Luruper Elbgaustraße eingerichtet und damit wichtige Synergien erzeugt. Damit tragen wir Verantwortung und leisten einen wichtigen Betrag zum Gewässerschutz.“

Umweltsenator Jens Kerstan: „Ich bin sehr froh, dass zukünftig hier praktisch kein ungereinigtes  Straßenabwasser in unsere Gewässer eingeleitet wird. Zu verhindern, dass allein an dieser Stelle jährlich neun Tonnen Mikroplastik in das Grundwasser hineingetragen werden, zeigt, was für enorme Mengen an Schadstoffen mit dem Regen über die Straßen bis in das Grundwasser hineingetragen werden. Mit  solchen Anlagen sind wir auf dem richtigen Weg und werden den Ausbau fortsetzen.“

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