Innovative Klimaanpassung Regen in die Rigolen

Bundesweit einmalig: Stadion in Billstedt schützt vor Überflutung nach Platzregen

Das Hein-Klink-Stadion in Hamburg-Billstedt wird künftig dazu beitragen, den Stadtteil vor Überflutungen nach Starkregen zu schützen. Dafür sorgen sog. Rigolen, unterirdische Speicher- und Versickerungsanlagen, die zurzeit unterhalb der Anlage eingebaut werden. Im Falle eines außergewöhnlich heftigen Platzregens, der die Kanalisation zum Überlaufen bringen würde, nehmen sie bis zu 500 Kubikmeter Regenwasser auf und entlasten auf diese Weise das vorhandene Regenwassersiel deutlich. Die Anlage ist bundesweit einmalig und Ergebnis einer Kooperation zwischen der Behörde für Umwelt und Energie, dem Bezirksamt Hamburg-Mitte und HAMBURG WASSER.

Regen in die Rigolen

Der Bereich Möllner Landstraße in Billstedt zwischen den Eingängen der U-Bahnstation „Merkenstraße“ ist bei sehr heftigen Regenfällen nicht selten von Überflutungen betroffen. Grund: Das Regensiel kann die riesigen Mengen Niederschlagswasser nicht abführen. Es kam und kommt immer wieder zu Feuerwehreinsätzen. Derartige Starkregen können zu Schäden an und in den Gebäuden führen. Eine Ertüchtigung der Siele kam nicht in Betracht, da nicht mehr Wasser in den bereits hydraulisch beanspruchten Schleemer Bach eingeleitet werden darf.

Abhilfe soll künftig eine völlig neuartige Anlage schaffen, die im Rahmen von RISA (RegenInfraStrukturAnpassung) entwickelt wurde und im Zuge des vom Bezirk Hamburg-Mitte initiierten Modernisierungsprogramms für Sportanlagen umgesetzt wird.

Das Speichervolumen des Überflutungsschutzes beträgt mehr als 500.000 Liter. Erwartet wird, dass die Speicher- und Versickerungsanlagen bei starken Regenfällen etwa zwei Mal im Jahr benötigt werden, die Speicher aber nicht vollständig gefüllt sein werden. Erst ab einem intensiven Starkregenereignis der Stärke 3 oder stärker, bei dem mindestens 24 Liter pro Stunde und Quadratmeter niedergehen, laufen die unterirdischen Speicher (Rigolen) voll. Das überschüssige Wasser wird dann über einen Überlauf an die Oberfläche der Sportanlage abgegeben und staut dort im Bereich der Laufbahn und den Leichtathletikflächen auf.

Umweltsenator Jens Kerstan: „Die Klima-Simulation des Deutschen Wetterdienstes für Hamburg bis zum Jahr 2050 sowie unsere eigenen Wetter-Erfahrungen unterstreichen, dass wir unsere Stadt klug und weitsichtig an die Klima-Veränderungen anpassen müssen. Mit diesem für Hamburg neuartigem Überflutungsschutz können wir extrem flexibel auf Starkregenereignisse reagieren. Darüber freue ich mich sehr, denn es ist der richtige Weg.“

Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer HAMBURG WASSER: „Wachsende Städte und wassersensible Stadtentwicklung müssen nicht im Widerspruch zu einander stehen. Das zeigt diese Anlage auf beeindruckende Weise. Um die Stadt angesichts zunehmender Bebauung vor Überflutungen nach Starkregen zu schützen, sind multifunktionale Räume wie das Hein-Klink-Stadion von enormer Bedeutung.“

Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte: „Ich bin sehr stolz, dass wir als Bauherr des neuen Stadions hier bundesweit als Vorreiter agieren und neue Maßstäbe setzen können. Möglich wird dies durch die beispielhafte behördenübergreifende Zusammenarbeit, die auch in Zukunft fortgesetzt werden muss, um gemeinsam die vor uns liegenden Herausforderungen zu lösen.“ 

 

Rückfragen der Medien:

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HAMBURG WASSER, Ole Braukmann, Telefon: 040 7888-88222, presse@hamburgwasser.de

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