Pferdehalter West-Nil-Virus bei Vogel in Hamburg nachgewiesen

Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz rät Pferdebesitzern zur Impfung ihrer Tiere

Erstmals in Hamburg wurde bei einem Vogel das West-Nil-Virus (WNV) festgestellt. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte den Fund bei einer Heckenbraunelle im Bezirk Altona. Die Infektion wird durch Mücken übertragen. Hauptwirte für das Virus sind Vögel, allerdings können sich auch Säugetiere infizieren. Nur der Mensch und das Pferd können nach einer Infektion erkranken, ohne selbst eine Ansteckungsquelle zu sein. Der Verlauf ist in der Regel leicht, wegen möglicher Komplikationen insbesondere bei Pferden rät die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) Pferdehaltern, ihre Tiere noch vor der nächsten Mückensaison impfen zu lassen. Die Infektion mit WNV unterliegt einer tierseuchenrechtlichen Anzeigepflicht.

Gesundheitsbehörde rät Pferdebesitzern zur Impfung ihrer Tiere

Mit dem West-Nil-Virus infizierte Pferde entwickeln in der überwiegenden Zahl der Fälle keinerlei Krankheitssymptome. Bei einigen Tieren können deutliche Ausfallerscheinungen auftreten, die in bis zu 20 Prozent der Fälle mit lebenslangen neurologischen Schäden verbunden sein können. In etwa 22 bis 44 Prozent der Fälle endet der Verlauf tödlich. Nach Ausbruch der Erkrankung ist lediglich eine symptomatische Behandlung der Tiere möglich. In Deutschland besteht die Möglichkeit zur Impfung der Pferde durch drei in der EU zugelassene Impfstoffe. Diese schützen zwar nicht vor der Infektion, können aber schwerere klinische Verlaufsformen der Infektion weitestgehend verhindern.

Werden tote Wildvögel aufgefunden, sollten diese nie mit bloßen Händen angefasst werden. Besonders wenn vermehrt tote Wildvögel an einer Stelle gefunden werden, sollten die bezirklichen Fachämter für Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt informiert werden.

Beim Menschen werden Infektionen sehr selten identifiziert und verlaufen überwiegend symptomarm. Schwerere Verläufe werden nur in Ausnahmefällen beobachtet. Impfstoffe für den Menschen stehen derzeit nicht zur Verfügung.

Ende August 2018 wurde im Osten Deutschlands das West-Nil-Virus bei einem Bartkauz nachgewiesen. Bis zum 19. September 2019 stieg die Zahl deutschlandweit auf 37 festgestellte Infektionen bei Vögeln und zehn Nachweise bei Pferden. Die Infektion mit dem WNV wird durch Stechmücken übertragen und zeigt daher saisonale Verläufe. Hauptwirt für das Virus sind Vögel unterschiedlichster Arten. Die meisten Vogelarten erkranken klinisch nicht, allerdings entwickeln einige Vogelarten wie Sperlingsvögel und einige Greifvogel- und Eulenarten massive klinische Erkrankungen, die tödlich verlaufen können. Auch Säugetierarten können als Fehlwirt infiziert werden.

Nähere Informationen zum WNV und den Impfempfehlungen finden Sie auf der Seite des Friedrich-Loeffler-Instituts, in der Stellungnahme der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) und auf der Seite des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin:

Kontakt

Dennis Krämer

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
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