Filmpreis Hamburger Produzentenpreis 2019 im Rahmen des Filmfests Hamburg verliehen

Mit dem Preis wird die Leistung von deutschen Produzentinnen und Produzenten gewürdigt und der Filmstandort Hamburg gestärkt


Hamburger Produzentenpreis 2019 im Rahmen des Filmfests Hamburg verliehen

Der mit 75.000 Euro dotierte Hamburger Produzentenpreis wurde heute Abend im Rahmen des Filmfestes Hamburg von Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien, verliehen. Mit der seit 2014 bestehenden Auszeichnung werden besondere Leistungen von deutschen Produzentinnen und Produzenten sowie von Film- und Fernsehproduktionsfirmen gewürdigt. Er wird in den Kategorien „Europäische Kino-Koproduktion“, „Deutsche Fernsehproduktion“ sowie „Deutsche Kinoproduktion“ vergeben und ist mit 25.000 Euro in jeder Kategorie dotiert.

Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien: „Produzentinnen und Produzenten stehen selten im Rampenlicht, obwohl es ohne sie keine Filme gäbe. Sie brauchen ein gutes Gespür für relevante Stoffe, Mut, Risikobereitschaft und Ausdauer, um ein Projekt zu realisieren. Die drei preisgekrönten Produktionen zeichnen sich durch besonders mutige und kreative Zugriffe auf die Stoffe aus – eine außerordentliche Leistung, die Anerkennung verdient und die wir mit diesem Preis würdigen.“

Die Preisträgerinnen und Preisträger:

Den Preis in der Kategorie „Deutsche Kinoproduktion“ gewann die Produzentin Verena Gräfe-Höft (Junafilm, Hamburg) für den Film „Pelikanblut“. Den Hamburger Produzentenpreis „Europäische Kino-Koproduktion“ erhielt der Produzent Michael Henrichs (Die Gesellschaft DGS, Köln) für den Film „You Will Die at Twenty“. Gewinner des Hamburger Produzentenpreises „Deutsche Fernsehproduktion“ ist der Produzent Ingmar Trost (Sutor Kolonko, Köln) für den Film „Das freiwillige Jahr“. Das Preisgeld für diesen Preis in Höhe von 25.000 Euro wird von der Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF) gestiftet. Staatsrätin Jana Schiedek verlieh den Preis in Anwesenheit von Alexander Thies, Vorsitzender des Aufsichtsrats der VFF, und Gästen am heutigen Abschlussabend des Filmfests Hamburg.

Mitglieder der Jury „Deutsche Kino-Produktion“ waren 2019 İlker Çatak, Regisseur, Sebastian Thümler, Editor und Dozent, und Susanne Wolff, Schauspielerin. Zur Jury „Europäische Kino-Koproduktion“ gehörten Ivan Madeo, Produzent, Ivan Marković, Regisseur und Kameramann, und András Siebold, künstlerischer Leiter des Internationalen Sommerfestivals auf Kampnagel. Die dritte Kategorie „Deutsche Fernsehproduktion“ jurierten Natja Brunckhorst, Drehbuchautorin und Regisseurin, Ilona Schultz, Produzentin, und Friedrich Wildfeuer, ebenfalls Produzent.

Die VFF ist die Verwertungsgesellschaft von deutschen Auftragsproduzenten, öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, einigen privaten Sendeunternehmen und regionalen Fernsehveranstaltern. Die Gesellschaft nimmt treuhänderisch deren aus dem Leistungsschutzrecht resultierende Rechte und Vergütungsansprüche wahr. Vorsitzender des Aufsichtsrats der VFF ist Alexander Thies, Geschäftsführer ist Prof. Dr. Johannes Kreile.

Aus den Begründungen der Jury:

„Pelikanblut“ (Deutsche Kinoproduktion)
„Die Regisseurin entscheidet sich in ihrem Film für zwei Handlungsstränge, die für sich stehend schon außergewöhnlich und radikal sind. […] Das Herausragende an diesem Film ist nicht nur die Wechselwirkung dieser beiden Stränge, sondern deren so noch nicht gesehene sinngebende Zusammenführung, Auflösung, ja, geradezu Erlösung, die von einer großartigen Nina Hoss erkämpft wird. Diesen Mut, inhaltlich, visuell und produktionell, möchten wir auszeichnen.“

„You Will Die at Twenty“ (Europäische Kino-Koproduktion):

„Ausgehend von einer märchenhaften Prämisse kombiniert der Regisseur dieses Films Realität und Fantasie, indem er anhand eines intimen Porträts ein soziales Umfeld sorgfältig beobachtet. Mit einer Komposition präziser Bilder und Inszenierungen liefert die Bildsprache des Films dem existentiellen Kampf der Hauptfigur […] eine fast epische Qualität. Obwohl der Film auf die unausweichlichen Folgen von Aberglaube und Angst eingeht, behält er einen würdevollen und empathischen Blick auf den ländlichen Sudan. Diese Entwicklungsgeschichte eines jungen Mannes im Angesicht des Todes ist ein mutiges und vielversprechendes Debüt und eine Meisterleistung in internationalen Koproduktionen.“

„Das freiwillige Jahr“ (Deutsche Fernsehproduktion):

„‚Das freiwillige Jahr‘ ist ein hochemotionaler, dichter, humorvoller Film. […] Jede Figur funktioniert. Jeder noch so kleine Darsteller entwickelt eine mit präzisen, authentischen, dem Leben abgeguckten Gesten, eine innere Stimmigkeit, die wir so im Deutschen Fernsehen selten sehen. Die Kamera unterwirft sich den Darstellern und entwickelt so eine Sogwirkung und im Zusammenspiel mit dem Schnitt einen Rhythmus, der uns gebannt zusehen und gleichzeitig immer wieder herzlich auflachen lässt über die Absurditäten des Alltags. […]“

Kontakt

Enno Isermann

Pressesprecher

Behörde für Kultur und Medien
Hohe Bleichen 22
20354 Hamburg
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