Verbraucherschutz Aktueller Stand zur Umsetzung der Maßnahmen im Zusammenhang von Produkten der Firma Wilke

  

Nach Bekanntwerden der Lebensmittelwarnung am Mittwoch, 2. Oktober 2019 um 17:57 Uhr, übermittelt von der Hessischen Landeskontaktstelle, sind die Bezirksämter von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) umgehend eingeschaltet worden.

Nach Bekanntwerden der Lebensmittelwarnung am Mittwoch, 2. Oktober 2019 um 17:57 Uhr, übermittelt von der Hessischen Landeskontaktstelle, sind die Bezirksämter von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) umgehend eingeschaltet worden. Die BGV hat am 4. Oktober zusätzlich öffentlich vom Verzehr abgeraten und die Bevölkerung informiert. Meldungen aus anderen Bundesländern und die Klärung der Vertriebsstrukturen in Hamburg durch die BGV ergaben, dass Waren der Firma Wilke allerorts verwendet und angeboten werden. Empfänger der Waren sind unter anderem Hotels, Kantinen, Restaurants, Lieferdienste, Bäckereien, Seniorenheime und Kindertagesstätten.

Die Verbraucherschutzämter der Bezirke führen seit Bekanntwerden, nochmals verstärkt seit dem 4. Oktober 2019, Kontrollen zur Überwachung des Rückrufs bei Lebensmittelunternehmen durch. Alle, der BGV bisher bekannten, rund 250  belieferten Betriebe haben den Warenrückruf vollzogen beziehungsweise aus dem Verkehr genommen.

In Hamburg gemeldete Erkrankungsfälle

In Hamburg erkrankt jedes Jahr eine niedrige zweistellige Anzahl von Personen an Listerien (2017 19, 2018 18, 2019 Stand 10. Oktober 11 Fälle). Im Jahr 2017 gab es dabei drei, 2018 zwei und 2019 einen Todesfall. Hierbei spielte das Lebensalter und/oder Vorerkrankungen jeweils eine Rolle. In der Regel verlaufen Listerien-Erkrankungen bei gesunden jugendlichen und erwachsenen Personen nicht schwerwiegend.

Aktuell werden in Hamburgs Krankenhäuser drei Patienten aufgrund einer Listerieninfektion behandelt, davon einer aus Niedersachsen. In diesem Zusammenhang wurden und werden alle Infektions- und Vertriebswege ermittelt. Dazu werden Gespräche mit Angehörigen geführt, Lebensmittelproben genommen sowie Vertriebswege ermittelt. Zudem laufen labortechnische Untersuchungen verdächtiger Lebensmittel. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt konnte bisher in keinem Fall ein Zusammenhang mit einer Verunreinigung von Produkten der Firma Wilke nachgewiesen werden. Die notwendigen Laboruntersuchungen laufen noch.

Allgemeine Informationen zu Listeriose

Listerien sind weltweit verbreitete Bakterien. Sie kommen in der Umwelt vor, zum Beispiel in Kompost und Abwässern, aber auch auf Pflanzen und in der Erde und sind im landwirtschaftlichen Bereich weit verbreitet. Sowohl der Mensch als auch Haus- und Wildtiere können an Listeriose erkranken. In der Folge können auch diverse Lebensmittel (zum Beispiel Wurstwaren) mit Listerien verunreinigt sein, ohne dass dieses erkennbar ist (Geruch, Aussehen). Listerien können sich bei Kühlschranktemperaturen vermehren und auch in gefrorenen Lebensmitteln überleben.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt in der Regel über die nach der Toilettenbenutzung nicht ausreichend gereinigten Hände. Zur Desinfektion ist eine Handreinigung mit Flüssigseife allerdings ausreichend.

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel bis zu zwei Wochen, kann aber auch bis zu zehn Wochen betragen. Dennoch kann eine fieberhafte Magen-Darm-Infektion bei hoher Infektionsdosis schon wenige Stunden nach Infektion auftreten. Bei gesunden Erwachsenen kommt es nur selten zu einer Infektion und noch seltener zu einer Erkrankung. Gelegentlich tritt uncharakteristisches Fieber auf. Die Gefahr einer Erkrankung besteht hauptsächlich für abwehrgeschwächte Personen, ältere Menschen ab 50 Jahren, Neugeborene, chronisch Kranke und Schwangere. Die Listeriose äußert sich durch grippeähnliche Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, unter Umständen auch Erbrechen und Durchfall. Bei geschwächten ist die Krankheit bei 30 Prozent mit einer Meningitis (Hirnhautentzündung) und bei 30 Prozent mit einer Sepsis (systemischen Entzündungsreaktion) assoziiert.

 

 

Kontakt

Dennis Krämer

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
Billstraße 80
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