Platz im Grindelviertel Einweihung des Arie-Goral-Platzes im Grindelviertel

Neuer Straßenname erinnert künftig an den jüdischen Maler, Dichter, Publizisten und Friedensaktivisten Arie Goral


Ein Porträt des jüdischen Schriftstellers Arie Goral Schriftsteller Arie Goral (1909-1996)

Einweihung des Arie-Goral-Platzes im Grindelviertel

Anlässlich des 110. Geburtstags von Arie Goral enthüllt Staatsrätin Jana Schiedek heute Nachmittag gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arie-Goral-Gesellschaft, Michael K. Nathan, und der Witwe von Arie Goral, Eva Sternheim-Peters, das neue Straßenschild und spricht bei der anschließenden Feierstunde zu Ehren Gorals im Jüdischen Salon. 

Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien: „Die Stadt Hamburg hat Arie Goral viel zu verdanken. Ohne den streitbaren jüdischen Intellektuellen gäbe es auf dem Rathausmarkt kein Heinrich-Heine-Denkmal und die Staats- und Universitätsbibliothek würde nicht den Namen Carl von Ossietzkys tragen. Dass es nun einen Arie-Goral-Platz mitten im Herzen des Grindelviertels gibt, ist für uns alle gerade heute eine gute Nachricht. Der Arie-Goral-Platz soll uns jeden Tag daran erinnern, dass wir im Geiste seines Namensgebers handeln müssen: Wir sind gefordert, jedem Anflug von Antisemitismus und Rechtsextremismus die Stirn zu bieten.“

Michael K. Nathan, Vorsitzender der Arie-Goral-Gesellschaft: „Arie Goral, den ich seit meiner frühen Kindheit in Palästina und später in Israel kannte, war nicht nur für mich ein Wegbereiter, der mich schon 1948 im Kindermalstudio, in Rechovot Israel, in die Kunst sowie in seine Friedensliebe einführte. Ich verdanke ihm viel. Daher bin ich dem Senat der Freien und Hansestadt auch persönlich sehr dankbar, dass jetzt dieser kleine Platz im ehemaligen jüdischen Grindelviertel seinen Namen trägt.“

Der jüdische Maler, Dichter, Publizist und Friedensaktivist Arie Goral wurde als Walter Lovis Sternheim am 16. Oktober 1909 in Rheda geboren und wuchs in Hamburg-Hamm auf. Sein Onkel war der Hamburger Senator Max Mendel. Arie Goral konnte nach der Machtübernahme des NS-Regimes über Frankreich nach Palästina emigrieren, wo er in einem Kibbuz arbeitete. In Israel leitete er eine Malschule für Kinder. Die dort entstandenen Bilder wurden auf Vermittlung Erich Kästners in München und später auch in Hamburg ausgestellt. Arie Gorals gesamte Familie wurde im Holocaust ermordet. Anfang der 1950er-Jahre kam er zurück nach Deutschland und hat das kulturelle und politische Leben Hamburgs ganz wesentlich mitgestaltet. Er hat sich als „Chronist des Grindelviertels“ einen Namen gemacht und sich für die Errichtung des Heinrich-Heine-Denkmals auf dem Rathausmarkt sowie für die Benennung der Staats- und Universitätsbibliothek nach Carl von Ossietzky stark gemacht. Zeit seines Lebens engagierte sich Arie Goral für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus. 1982 erhielt er die Senator-Biermann-Ratjen-Medaille.

Kontakt

Enno Isermann

Pressesprecher

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