Jugendanstalt Hamburg durch die Bürgerschaft Grünes Licht für zukunftsorientierten Jugendvollzug

Bürgerschaft beschließt Neubau der Jugendanstalt Hamburg in Billwerder

Am Standort der JVA Billwerder soll ab 2021 ein moderner Vollzugsbau entstehen. Er sichert die Handlungsfähigkeit des Hamburger Justizvollzugs mittel- und langfristig und verbessert die Qualität des Hamburger Jugendvollzugs und die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Eine 3D-Ansicht des Innenhofs mit einem Basketballplatz eines Gefängnisneubaus, welches sich noch in der Planung befindet. Auf den zwischen den Flügeln sowie zwischen Hafthäusern gelegenen Außenflächen befinden sich 8 separate, gut einsehbare Freistundenhöfe, die optimale Voraussetzungen für eine Trennung junger Gefangener bieten.

Grünes Licht für zukunftsorientierten Jugendvollzug

Aufgrund des hohen Sanierungs- und Modernisierungsbedarfs in der Jugendanstalt auf der Elbinsel Hahnöfersand im niedersächsischen Jork hatte der Senat die Justizbehörde 2015 beauftragt, Standortalternativen zu prüfen. Die Prüfung ergab, dass ein Neubau am Standort der heutigen JVA Billwerder sinnvoller und auch wirtschaftlicher ist. Im April 2018 einigten sich die Fraktionen der Bürgerschaft mit dem einstimmig beschlossenen „Justizvollzugsfrieden“ (Drs. 21/21547) auf die Verlagerung des Jugendvollzugs an den Standort Billwerder. Sie beauftragten den Senat mit der Erarbeitung eines Realisierungskonzepts. Neben der JVA Billwerder sollen zukünftig 200 Haftplätze im geschlossenen Jugendvollzug sowie 18 Haftplätze im offenen Jugendvollzug und 20 Plätze für den Jugendarrest entstehen. Die Entwurfsplanung sieht einen Gebäudekomplex vor, der durch eine Magistrale als zentralem Orientierungspunkt sowie V-förmige, gut einsehbare Hafthäuser charakterisiert ist. Die Jugendanstalt Hamburg wird u.a. über ein Berufsentwicklungszentrum, ein Beratungs- und Behandlungszentrum, eine Sporthalle und insgesamt zehn mit Kleinspielfeldern bestückte, begrünte Freistundenhöfe verfügen. Nordöstlich des Gebäudes befindet sich eine ca. 1,1 Hektar große Freifläche. Sie soll perspektivisch für Formen des aktiven sozialen Lernens im Rahmen von begleiteten Freizeitangeboten genutzt werden.

Justizsenator Dr. Till Steffen: „Mit dem Beschluss der Bürgerschaft haben wir einen zentralen Meilenstein erreicht. Auch dank des Justizvollzugsfriedens wurde fraktionsübergreifend der Boden bereitet für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Neustrukturierung des Hamburger Jugendvollzugs. Durch die breite Beteiligung von Wissenschaft, Praxis und Politik im Planungsprozess wird an dem neuen Standort ein Neubau entstehen, der an den neuesten Erkenntnissen aus Praxis und Wissenschaft ausgerichtet ist und den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der jungen Gefangenen gerecht wird.“

Maximilian Fink, Leiter des Projekts Justizvollzug Hamburg 2020: „Jetzt können wir mit der Umsetzung der Planungen voranschreiten. Als Nächstes müssen die Aufstellungsbeschlüsse zum erforderlichen Bebauungsplan und zur Änderung des Flächennutzungsplans inklusive Landschaftsprogramm gefasst werden. Wir hoffen, dass schon im 3. Quartal 2021 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Wenn alles planmäßig verläuft, wird die neue Jugendanstalt dann ab 2026/2027 in Betrieb gehen.“

Weitere Informationen und Bilder finden Sie hier:
https://www.hamburg.de/justizbehoerde/justizvollzug/12728644/jugendanstalt-hamburg/

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