Forschungsförderung Universität Hamburg weiter auf Erfolgskurs

DFG fördert alle vier beantragten Graduiertenkollegs mit insgesamt 19,3 Millionen Euro

Der zuständige Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung und Förderung der Graduiertenkollegs in seiner Herbstsitzung beschlossen. Damit entstehen am Wissenschaftsstandort Hamburg rund 50 neue Stellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs in koordinierten, interdisziplinären Programmen. Drei Graduiertenkollegs sind fachlich in den Naturwissenschaften angesiedelt, ein weiteres in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Bei einem Projekt handelt es sich um einen Verbund der Universität Hamburg mit der Technischen Universität Hamburg. Beginn des zunächst viereinhalbjährigen Förderzeitraums ist April 2020. ​​​​​​​

Universität Hamburg

Die DFG fördert alle vier beantragten Graduiertenkollegs der Universität Hamburg mit insgesamt 19,3 Millionen Euro.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Die Bewilligung aller vier Anträge auf ein DFG-Graduiertenkolleg ist ein tolles Ergebnis für die Universität Hamburg und die TU Hamburg, zu dem ich sehr herzlich gratuliere! Nach den Erfolgen in der Exzellenzstrategie stellt der Wissenschaftsstandort Hamburg einmal mehr unter Beweis, dass junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier die besten Bedingungen nutzen können. Dazu gehören ambitionierte, multidisziplinäre Forschungsprogramme und ein stimulierendes Umfeld, in dem sie mit ,state of the art'-Methoden vertraut gemacht werden. Inhaltlich tragen drei der bewilligten Kollegs weiter zur Profilschärfung und internationalen Sichtbarkeit des Forschungsstandorts bei, indem sie die Schwerpunkte ‚Klima, Erde, Umwelt‘ und ‚Photonen- und Nanowissenschaften‘ weiter stärken. Das vierte Kolleg, ‚Kollektives Entscheiden‘, zeichnet sich durch besondere politische Relevanz aus und stärkt den Potenzialbereich ‚Gründe, Ursachen, Begründungen‘.“ 

Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg: „Der großartige Erfolg der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Exzellenzuniversität Hamburg verdient höchste Anerkennung. Mein Dank gilt allen, die zu diesem weiteren Erfolg der Universität in ihrem Jubiläumsjahr beigetragen haben. Das herausragende Ergebnis zeigt, dass gezielte strategische Universitätsplanung und Arbeitsbedingungen von Gelassenheit und Spannungsfreiheit die Eckpfeiler der exzellenten Universitätsentwicklung sind.“

Prof. Dr. Andreas Timm-Giel, Vizepräsident für Forschung an der TU Hamburg: „Ich freue mich sehr über diesen schönen Erfolg, der ein zentrales Forschungsthema der TU Hamburg, die Modellierung in Ingenieursanwendungen, stärkt. Auch ist er ein weiterer wichtiger Baustein in der Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg."

Über die geförderten Graduiertenkollegs

Das Graduiertenkolleg „Kollektives Entscheiden“ befasst sich mit der deskriptiven und normativen Dimension kollektiven Entscheidens. Wahlverfahren, komplexe deliberative und Mehrebenen-Entscheidungsverfahren, Institutionenbildung und die normative Bewertung von Entscheidungsverfahren und ihren Ergebnissen stehen im Fokus des Forschungsprogramms. Dafür wird das Graduiertenkolleg verschiedene Forschungsstränge in Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Philosophie integrieren, um ein umfassenderes Verständnis kollektiver Entscheidungsprozesse sowohl in kleinen Gruppen als auch in großen Gesellschaften zu erlangen.

Die Aufgabe, die sich das Graduiertenkolleg „Rolle von Biota im Kohlenstoffkreislauf von Ästuaren“ gestellt hat, ist, den Beitrag verschiedener Organismen (Pflanzen, Tiere und Microbiota) und deren Interaktionen zum Kohlenstoffkreislauf in Flussmündungen zu untersuchen. Mit der Analyse wird eine große Forschungslücke adressiert; die Ästuare als Ökosystemtyp sind bisher (zu) selten Gegenstand der Forschung gewesen. Das Graduiertenkolleg konzentriert sich auf das Ästuar der Elbe als Modellsystem und untersucht es in einer bisher nie angestrebten Vollständigkeit mit ökologischen, biochemischen und molekularen Ansätzen. Die Expertise des Teams der Universität Hamburg in Ökologie, Mikrobiologie, Molekularer Physiologie, Ökosystemmodellierung sowie Biogeochemie wird komplettiert durch Kooperationen mit dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, dem Institut für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht, dem Max-Planck-Institut für Meteorologie sowie der Bundesanstalt für Wasserbau.

Das Forschungsprogramm des Graduiertenkollegs „Hybridstrukturen auf der Nanometerskala: Chemische Konzepte zur Herstellung heterogener Nanostrukturen mit anisotropen Materialeigenschaften NANOHYBRID“ konzentriert sich auf Nanopartikel und deren Funktionssteuerung sowie die anisotrope (d.h. nicht nach allen Richtungen hin gleiche Eigenschaften aufweisende) Nanostrukturierung von Hybridmaterialien. Weiterhin sollen

Verfahren entwickelt werden, um die neuartigen Materialeigenschaften für potenzielle Anwendungen nutzbar zu machen. Die Betrachtung der gesamten „Wertschöpfungskette“ von der Synthese von Nanoteilchen bis hin zur Anwendung komplexer Nanostrukturen ist nur durch ein enges interdisziplinäres Zusammenwirken von Molekülchemie, physikalischer Chemie, Experimentalphysik und Theorie möglich.

Das Graduiertenkolleg „Modellierung, Simulation und Optimierung mit fluiddynamischen Anwendungen“ von Universität Hamburg und Technischer Universität Hamburg verfolgt das Ziel, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den mathematischen Disziplinen Modellierung, Simulation und Optimierung ganzheitlich und anwendungsorientiert auszubilden. Die Forschungsaktivitäten sind eng verknüpft mit fluiddynamischen Fragestellungen, inspiriert durch Hamburg-spezifische simulationsbasierte Anwendungen aus den Bereichen Klimaforschung und Meteorologie, Flugzeug- bzw. Schiffbau und Medizin.

Die DFG-Graduiertenkollegs

Graduiertenkollegs sind Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die von der DFG für maximal neun Jahre gefördert werden. Im Mittelpunkt steht die Qualifizierung von Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen eines thematisch fokussierten Forschungsprogramms sowie eines strukturierten Qualifizierungskonzepts. Eine interdisziplinäre Ausrichtung der Graduiertenkollegs ist erwünscht. Ziel ist es, die Promovierenden auf den komplexen Arbeitsmarkt Wissenschaft intensiv vorzubereiten und gleichzeitig ihre frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit zu unterstützen.

Die Anforderungen an die Bewilligung der Graduiertenkollegs sind hoch: Die Projekte durchlaufen ein mehrstufiges wissenschaftliches Begutachtungsverfahren, in dem Qualität und Originalität des Forschungs- und des Studienprogramms geprüft werden. Auf der Basis einer Antragsskizze und deren Begutachtung formuliert das zuständige Fachkollegium einen Empfehlungsvorschlag für den Senatsausschuss für die Graduiertenkollegs, der die abschließende positive oder negative Empfehlung zur Vorlage eines Einrichtungsantrages ausspricht. Im zweiten Schritt wird ein Einrichtungsantrag eingereicht, der vor Ort begutachtet wird. Die Begutachtungsergebnisse bilden die Grundlage für die Förderentscheidung, die der Senatsausschuss für die Graduiertenkollegs vorbereitet und der Bewilligungsausschuss beschließt.

Aktuell gibt es zwei DFG-Graduiertenkollegs an der Universität Hamburg.

Weitere Informationen unter www.dfg.de/foerderung/programme/koordinierte_programme/graduiertenkollegs/index.html

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