RISE Eidelstedt bekommt ein neues Bürgerhaus

Stadtteilkulturzentrum wird umfassend saniert und baulich erweitert

Gestern hat der Senat die Sanierung und Erweiterung des Eidelstedter Bürgerhauses beschlossen. Die bauliche Neustrukturierung beinhaltet u.a. den Umzug der örtlichen Öffentlichen Bücherhalle, die Schaffung von Flächen für eine gastronomische Nutzung sowie moderne Veranstaltungs- und Seminarräume.

Bürgerhaus Eidelstedt Bürgerhaus Eidelstedt

Eidelstedt bekommt ein neues Bürgerhaus

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Das Bürgerhaus ist ein attraktiver Treffpunkt in Eidelstedt, der durch die Erweiterung ein vielfältiges Angebot für Menschen aus allen Kulturen und Altersgruppen bieten wird. Dies trägt zum Zusammenhalt in der Nachbarschaft bei und fördert zudem die Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner an der Gestaltung des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens im Stadtteil. Da Eidelstedt-Mitte bereits seit 2016 als Fördergebiet im Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) festgelegt ist, freut es mich umso mehr, dass nun auch das Bürgerhaus davon profitieren wird.“ 

Kay Gätgens, Bezirksamtsleiter Eimsbüttel: „Ich freue mich für die Bürgerinnen und Bürger, die auf das neue Bürgerhaus hinfiebern. Das Haus ist ein wichtiger sozialer und kultureller Anker und verfügt – unmittelbar an Geschäften, Wochenmarkt und ÖPNV gelegen – über einen perfekten Standort im Herzen des Stadtteils. Eidelstedt wird künftig wachsen. Deshalb investieren wir auch in die soziale Infrastruktur: Mit dem RISE-Projekt fließen rund 25 Mio. Euro in 40 Einzelprojekte.“ 

Derzeit wird das Eidelstedter Bürgerhaus von zwei Einrichtungen genutzt. Das Stadtteilkulturzentrum bietet ein breites Angebot u.a. mit Theater, Konzerten, Filmen, Lesungen, Informationsveranstaltungen und Sozialberatung. Es stellt außerdem vielen ehrenamtlichen Organisationen im Stadtteil Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Elternschule wendet sich an werdende und junge Eltern mit Beratung, Unterstützung und Informationen zur Kindererziehung in Form von offenen Treffpunkten, Gruppenangeboten und Veranstaltungen. 

Die ehemalige Schule von 1878 wurde mehrfach und zuletzt in den 1920er Jahren baulich erweitert, nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wiederhergestellt und in den 1980er Jahren von engagierten Bürgerinnen und Bürgern als Kunst- und Kulturstätte für den Stadtteil umgenutzt. Der heutige Zustand ist sanierungsbedürftig und die aktuelle Raumaufteilung und Gestaltung entsprechen nicht mehr den aktuellen Bedarfen, neue Nutzungen finden keinen Platz. Es fehlen städtebauliche und architektonische Beziehungen zum angrenzenden Marktplatz und zum Geschäftszentrum. 

Durch eine umfassende Sanierung, die mit einer energetischen Verbesserung verbunden wird, soll das Bestandsgebäude um etwa ein Drittel seiner Grundfläche wachsen: Die Innenräume sollen getrennte Bereiche erhalten und der Veranstaltungssaal wird modernisiert und vergrößert. Die Elternschule wird bedarfsgerecht umgebaut. Damit soll das Gebäude den zukünftigen Nutzungsanforderungen gerecht werden und einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele des Senats leisten.

Durch den Einzug der Bücherhalle Eidelstedt wird das neue Haus auch eine thematische Erweiterung erfahren. Neben der klassischen Medienentleihung setzt die Bücherhalle heute auch auf die Kompetenzvermittlung zur Nutzung von Medien und digitalen Quellen und wird zunehmend zum außerschulischen Lernort. Zudem soll das vorgesehene Café ein wichtiger neuer Baustein für das Profil und die Außenwirkung des ganzen Hauses werden, der Bereich vor dem Café wird mit einer Außenterrasse aufgewertet. 

Für die Sanierung und Erweiterung des Bürgerhauses sollen anteilige Finanzierungsmittel in Höhe von rund 4,9 Mio. Euro bereitgestellt werden, die mit weiteren Mitteln u.a. aus dem Quartiersfonds Eimsbüttel ergänzt werden. Außerdem wurden erfolgreich Bundesmittel des Programms Nationale Projekte des Städtebaus in Höhe von 1,9 Mio. Euro eingeworben. Die Gesamtprojektkosten sind mit rd. 10,6 Mio. Euro kalkuliert. 

Ausgangspunkt für die planerische Entwicklung des Vorhabens war ein Beschluss der Bürgerschaft und eine damit verbundene Kostenermittlung zur Sanierung des Altbaus, die die Sprinkenhof GmbH 2016 vorgelegt hat. Überdies hat die Sprinkenhof GmbH seit August 2019 die Funktion des Realisierungsträgers übernommen. Ergänzende bauvorbereitende Untersuchungen u.a. zur Erweiterungsfähigkeit des Altbaus sowie eine konkretisierte Bedarfsermittlung im Ergebnis einer breit angelegten Akteurs- und Bürgerbeteiligung flossen 2017 in einen hochbaulichen Realisierungswettbewerb ein. Dazu wurden in einem ersten Schritt Bürgerwünsche und -ideen ermittelt, anschließend hat es eine Bürgerbeteiligung zu den baulichen Planungen gegeben, insbesondere im Vorfeld und in Begleitung des hochbaulichen Wettbewerbs. Insgesamt haben die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung die Ideen aus der Vorplanung bestätigt sowie zu einer Verfeinerung der Planung beigetragen.

Das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) fördert lebendige stabile Quartiere und damit den sozialen Zusammenhalt in der Stadt  

Hamburg soll als gerechte und lebenswerte Stadt weiter entwickelt und der soziale Zusammenhalt gefördert werden. Das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) fasst die Programme der Städtebauförderung unter einem Dach zusammen mit dem Ziel, Quartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf städtebaulich aufzuwerten und sozial zu stabilisieren. 

Die Lebensqualität in den Quartieren wird durch Investitionen in die Bildungsinfrastruktur und soziale Infrastruktur, in das Wohnumfeld, in die Qualifizierung öffentlicher Plätze, Freiflächen und Grünanlagen sowie Stärkung von Versorgungsstrukturen verbessert. 

In den RISE-Fördergebieten werden Nachverdichtungspotenziale aktiviert, Neubaupotenziale erschlos­sen und Wohnungsbestände stabilisiert und damit zur Entlastung des Wohnungsmarkts und zu einer angemessenen Wohnraumversorgung für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen beigetragen. 

Hamburg umfasst derzeit 25 RISE-Quartiere, die in den verschiedenen Programmen der Bund-Länder-Städtebauförderung wie Soziale Stadt, Aktive Stadt- und Ortsteilzentren, Stadtumbau, Städtebaulicher Denkmalschutz und Zukunft Stadtgrün gefördert werden. Insgesamt werden 36 Fördergebiete gezählt, da einige Quartiere in mehreren Programmen der Städtebauförderung festgelegt sind. 

 

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