Siebter Aktionstag Behörden überprüfen Situation in Wohngebäude in Steilshoop

Bei einem behördenübergreifenden Einsatz in einem Gebäudekomplex am Schreyerring wurden Hinweise auf missbräuchliche Strukturen vor Ort überprüft. Ziel der Aktionstage ist es, Missstände aufzudecken sowie bedenklichen Arbeits- und Wohnverhältnissen nachzuspüren.

Mehrstöckiges Haus, in dem einige Fenster erleuchtet sind Beim 7. Aktionstag gegen organisierten Sozialleistungsmissbrauch am 28. November 2019 wurde dieser Gebäudekomplex am Schreyerring in Steilshoop überprüft.

Siebter Aktionstag: Behörden überprüfen Situation in Wohngebäude in Steilshoop

Im Rahmen der Überprüfung wurden in 80 Wohneinheiten Gespräche mit den Bewohnerinnen und Bewohnern geführt. Darin konkretisierten sich die Hinweise auf ausbeuterische Strukturen, die nun Gegenstand weiterer Ermittlungen sein werden.

Die Behördenmitarbeiter dokumentierten darüber hinaus beengte und zum Teil prekäre Lebensverhältnisse, einen Schimmel- und Schädlingsbefall in einzelnen Einheiten und stellten unter anderem die unzulässige Nutzung von gewerblichen Flächen als Wohnraum fest. Das Gebäude befindet sich in einem Zustand, der nach den vor Ort gewonnenen Erkenntnissen nicht der Genehmigungslage entspricht. Hieraus werden sich im Nachgang weitere Prüfungen und Veranlassungen der zuständigen Dienststellen des am Aktionstag beteiligten Bezirks Hamburg-Wandsbek ergeben.

In der weiteren Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse werden die vor Ort aufgenommenen Beschwerden der Bewohnerinnen und Bewohner berücksichtigt. Auch bei nicht angetroffenen Bedarfsgemeinschaften wird das Jobcenter den Kontakt suchen.

Mehr zum dem Format der Aktionstage, den zurückliegenden Einsätzen und den beteiligten Dienststellen unter www.hamburg.de/aktionstage

Seinen Ausgang nimmt das Format in Hinweisen auf organisierten Missbrauch von Sozialleistungen - zum Beispiel beim Wohngeld. Im Verdacht steht: die Notlage von Menschen wurde ausgenutzt. Besonders häufig Ziel von Ausbeutung sind Menschen osteuropäischer Herkunft, die auch in dem heute überprüften Objekt zahlenmäßig stark vertreten sind.

Das Thema der Zuwanderung beschäftigte auch die heute zu Ende gegangene Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) in Rostock. 

Senatorin Dr. Melanie Leonhard machte dort auf ungeklärte Fragen im Zusammenhang mit der EU-Zuwanderung aufmerksam: „Mit Aktionstagen decken wir immer wieder Anzeichen auf, die auf Sozialleistungsmissbrauch und ausbeuterische Strukturen hindeuten. Hinterleute machen sich dabei die prekäre Situation von Zugewanderten insbesondere aus Osteuropa zunutze. Wichtig sind weitere Maßnahmen zur Integration Zugewanderter in den Arbeitsmarkt. Nur so kann weiter die positive Dimension der Freizügigkeit im Vordergrund stehen, sodass Menschen davon profitieren und wir prekäre Lebensverhältnisse in den Zuwanderungsländern verhindern.“

Kontakt

Martin Helfrich

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration
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