Welt-AIDS-Tag 2019 Erneuter Rückgang der Neuinfektionen in Hamburg

Hamburg verbessert Infektionsschutz mithilfe eines Modellprojekts zur HIV-Therapie für Menschen ohne Krankenversicherung

Wie bereits in den vergangenen Jahren kann Hamburg auch in diesem Jahr einen Rückgang bei HIV-Neuinfektionen verzeichnen. So infizierten sich im vergangenen Jahr geschätzt 150 Menschen neu mit dem HI-Virus. Laut aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts zum Infektionsgeschehen lebten Ende 2018 etwa 7.400 Menschen mit HIV/AIDS in der Hansestadt. Für Menschen, die eine ansteckende HIV-Infektion haben, jedoch nicht über einen Versicherungsschutz verfügen, besteht derzeit kein Zugang zur Therapie. Um den Infektionsschutz in Hamburg noch weiter zu verbessern, plant die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) deshalb ab 2020 ein Modellprojekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren, das HIV-infizierten Personen ohne Krankenversicherung eine ambulante medikamentöse HIV-Therapie ermöglicht. Anlaufstelle hierfür soll das Centrum für AIDS und sexuell übertragbare Erkrankungen in Altona (CASAblanca) sein.

Erneuter Rückgang der Neuinfektionen in Hamburg

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Es existieren in Hamburg verschiedene Angebote zur medizinischen Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung. In diesen Einrichtungen besteht allerdings noch nicht die Möglichkeit zur Behandlung einer HIV-Infektion. Es gibt somit eine Anzahl von Menschen, die eine ansteckende HIV-Infektion haben, durch fehlenden Versicherungsschutz und nicht ausreichende finanzielle Mittel jedoch keinen Zugang zu einer Therapie. Ihnen wollen wir mit diesem Projekt helfen, sie ins Hilfesystem zu vermitteln und damit den Infektionsschutz in Hamburg verbessern, damit die Zahl der Neuinfektionen in Hamburg noch weiter zurückgeht.“

Das Modellprojekt soll zunächst über fünf Jahre laufen und parallel jährlich evaluiert werden. Das begrenzte Angebot aus öffentlichen Mitteln, das an eine bedarfsgerechte Sozial- und Rechtsberatung gekoppelt ist, wird in die regulären Sprechstunden von CASAblanca integriert und erfolgt bis die Personen ins reguläre Versicherungssystem eingegliedert werden können. Die Behandlung wird in enger Abstimmung mit dem bestehenden System der Hamburger HIV-Schwerpunktpraxen und des Hilfesystems stattfinden.

„Vor dem Hintergrund, dass viele HIV-Diagnosen spät erfolgen, bleiben zielgruppenspezifische und gut ausgebaute Testangebote wie wir sie in Hamburg vorhalten, wichtig. Die frühzeitige Diagnose und entsprechende Behandlung sorgt nicht nur dafür, dass die Weitergabe des Virus verhindert wird, sondern auch dafür, dass Menschen mit einer HIV-Infektion gut leben können. Deshalb sollte eine HIV-Behandlung allen zugänglich gemacht werden“, so Senatorin Prüfer-Storcks.

Männer, die Sex mit Männern haben, zählen zu der Personengruppe, die weiterhin am häufigsten von HIV betroffen ist und vor allem hier zeichnet sich seit einiger Zeit ein rückläufiger Trend ab. Dieser sei, so das Robert Koch-Institut, u.a. auf die effektive und frühere Behandlung der Betroffenen zurückzuführen. Von Menschen, die sich in antiretroviraler Therapie befinden und deren Viruslast sich unter der Nachweisgrenze befindet, geht in der Regel keine Ansteckungsgefahr mehr aus. Seit 2015 wird in den HIV-Behandlungsleitlinien empfohlen, bei einer HIV-Infektion umgehend mit einer medizinischen Behandlung zu beginnen.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Der Rückgang der HIV-Neuinfektionen zeigt, dass die HIV-Prävention in Hamburg erfolgreich ist. Neben den medizinischen Entwicklungen ist das auch auf die kontinuierliche Aufklärungsarbeit und eine ausgereifte Kooperation zwischen Hilfesystem und den HIV-Schwerpunktpraxen bei der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zurückzuführen.“

Die PrEP ist ein seit September 2019 als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen zugelassenes Medikament, welches HIV-negative Menschen mit einem substantiellen HIV-Risiko nehmen können, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen.

Erstmals hat Hamburg laut erhobenen Daten des Robert-Koch-Instituts in diesem Jahr die von den Vereinten Nationen (UN) für 2020 festgelegte Ziele erreicht, dass 90 Prozent der an HIV-infizierten Menschen von ihrer Infektion wissen und sich in Behandlung befinden.

In Hamburg finden anlässlich des WELT-AIDS- Tages am 1. Dezember einige Aktionen statt, um an das Thema HIV/AIDS zu erinnern und für Solidarität mit Betroffenen zu werben sowie auf das Ziel hinzuarbeiten, dass null Prozent der HIV-infizierten Menschen Stigmatisierung und Diskriminierung im Alltag erfahren. Hierzu zählt beispielsweise der WELT-AIDS-TAG Gottesdienst mit anschließendem Candle-Light-Walk am 30. November 2019:

https://aidsseelsorge.de/24-candle-light-walk-zum-welt-aids-tag-am-30-11/

www.welt-aids-tag.de

Kontakt

Dennis Krämer

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
Billstraße 80
20539 Hamburg
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