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Kleiner Grasbrook Stadtteil Grasbrook – Wettbewerblicher Dialog Städtebau und Freiraum

Drei Teams aus Städtebau und Freiraum haben sich für die finale Phase qualifiziert

Der städtebauliche und freiraumplanerische Ideenprozess, den die HafenCity Hamburg GmbH gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen sowie der Behörde für Umwelt und Energie für den neuen Stadtteil Grasbrook am Südufer der Norderelbe ausgelobt hatte, geht nun in die finale und entscheidende Runde: In der Jury-Sitzung am 3. Dezember 2019 wurden sechs aus insgesamt 12 teilnehmenden Büros für die Qualifizierungsphase ausgewählt. Außerdem bilden diese sechs „Finalisten“ nun drei Teams aus jeweils zwei Planungsbüros, die die unterschiedliche Expertise von Städtebau und Freiraum einbringen. Ab sofort werden diese Teams ihre zu kombinierenden städtebaulich-freiraumplanerischen Entwürfe weiter konkretisieren. Vor einer endgültigen Entscheidung in einer zweiten  Jurysitzung am 3. April 2020 werden diese Entwürfe ein weiteres Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel ist es, bis April 2020 ein städtebauliches und freiraumplanerisches Gesamtbild des neuen Stadtteils Grasbrook festzulegen.

Stadtteil Grasbrook – Wettbewerblicher Dialog Städtebau und Freiraum

Ein aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und aus politischen Vertretern zusammengesetztes Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Matthias Sauerbruch (sauerbruchhutton) bewertete die Arbeiten und stellte daraufhin drei Teams aus je einem Freiraum- und einem Stadtplanungsbüro zusammen, die in der Qualifizierungsphase an  ihren – dann zu kombinierenden – Entwürfen weiter arbeiten. 

Die drei ausgewählten Planungsteams, die jetzt in die weitere Bearbeitung gehen:

(Die erst genannten sind aus dem Bereich Städtebau, die zweitgenannten aus dem Bereich Freiraum):

Mandaworks AB (Stockholm) mit Karres en Brands RB (Hilversum)

ADEPT ApS (Kopenhagen) mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH (Zürich)

Herzog & de Meuron Basel Ltd. (Basel) mit VOGT Landschaftsarchitekten AG (Zürich)

Prof. Matthias Sauerbruch (Vorsitzender des Preisgerichts) zur Jury-Entscheidung:

„Der Wettbewerbliche Dialog Grasbrook, der mit 12 Entwürfen aus Städtebau und Freiraum begann, hat mit der 1. Jury-Entscheidung hoch interessante Zwischenergebnisse geliefert. Für die nun startende Arbeitsphase der neu zusammengestellten Teams kommt es darauf an, dass daraus Qualitäten für Hamburg, den Grasbrook und die umliegenden Stadtteile, insbesondere die Veddel, entwickelt werden. Die ausgewählten Entwürfe zeigen sehr unterschiedliche Konzepte, die jedoch allesamt ein großes Potenzial haben, den Grasbrook als innovativen, zukunftsweisenden und sehr eigenständigen Stadtteil entwickeln zu können.“ 

Seit 19. September 2019 hatten im Rahmen des sogenannten „Wettbewerblichen Dialogs“ zwölf international renommierte Planungsteams (je sechs aus den Bereichen Freiraum und Städtebau) ihre ersten Konzeptideen für Hamburgs neuen Innovationsstadtteil erarbeitet. Am 2. Dezember 2019, am Abend vor der 1. Jury-Sitzung, waren 350 interessierte Bürgerinnen und Bürger der Einladung ins Hamburg Cruise Center gefolgt, um an den öffentlichen Präsentationen der 12 Planungsbüros teilzunehmen und sie anschließend zu kommentieren. Die Anmerkungen und Anregungen aus dem öffentlichen „Bürgerblick“ wurden über Nacht ausgewertet und den Jury-Mitgliedern für die entscheidende Sitzung mit auf den Weg gegeben. 

Hamburgs neuer Stadtteil Grasbrook

Der neue Stadtteil Grasbrook liegt gegenüber der HafenCity, am Südufer der Norderelbe, und wird der westlich angrenzende neue Stadtteilnachbar der Veddel sein. Der Stadtteil soll ein feinkörnig gemischter und lebendiger Ort werden, gleichzeitig hat er das Potenzial für ein weltweit vorbildliches nachhaltiges Projekt, das die begrenzten Ressourcen berücksichtigt. Vorgesehen sind circa 3.000 Wohnungen, in Miete und Eigentum, für Genossenschaften und Baugemeinschaften, davon ein Drittel geförderte Wohnungen. Auch die soziale Infrastruktur mit Grundschule und Kitas sowie neue Angebote für Nahversorgung, Sport und Kultur werden hier ihren Platz finden. Darüber hinaus entstehen circa 16.000 Arbeitsplätze. Im Stadtteil Grasbrook werden voraussichtlich eine große Grünfläche von circa sechs Hektar sowie vier Kilometer lange grüne Uferpromenaden an der Elbe und den Hafenbecken geschaffen, die zu Freizeit- und Sportnutzungen einladen. Durch einen verbesserten Zugang zum ÖPNV, mit neuen Angeboten für Kultur und Nahversorgung sowie großzügigen Grünflächen soll der Grasbrook einen unmittelbaren Nutzen für die Menschen in den umliegenden Stadtteilen stiften. 

Öffentlicher Dialog – Der Beteiligungsprozess

Schon in einer sehr frühen Entwicklungsphase für den neuen Stadtteil Grasbrook waren die Nachbarn aus der Veddel, aus Rothenburgsort, Wilhelmsburg und der HafenCity sowie die Hamburger Stadtgesellschaft im Rahmen von Grasbrook-Werkstätten, einer Online-Beteiligung sowie aufsuchender Befragung dazu eingeladen, aktiv am Ideenprozess mitzuwirken. Die Ergebnisse des Diskussionsprozesses dieser ersten Beteiligungsphase waren dokumentiert und ausgewertet worden und flossen dann in die Aufgabenstellung des „Wettbewerblichen Dialogs“ ein, der im September 2019 startete. Die zentralen Themen aus der vorlaufenden Beteiligung waren: 

  • Verbindungen Veddel-Grasbrook (attraktive Querungen, nachbarschaftliche Treffpunkte und gemeinsame Angebote)
  • Vielfältiger Städtebau und Mischung unterschiedlicher Nutzungen
  • Umgang mit Vorhandenem – Bestandsgebäude sowie Vegetation
  • Vielfältige öffentliche Freiräume für unterschiedliche Bedürfnisse
  • Attraktive Ufer und ausreichend Zugänge zum Wasser
  • Beitrag zur nachhaltigen und klimagerechten Stadt
  • Verschiedene Mobilitätsangebote und Gestaltung autoarmer Quartiere

 Die Ergebnisse sind in einer Broschüre zusammengefasst und ins Transparenzportal eingestellt. Download des Dokumentes unter  Dokumentationsbroschüre 

Information und öffentliche Beteiligungsmöglichkeiten werden den Prozess weiterhin intensiv begleiten:

 Der Grundidee des Dialogverfahrens folgend, haben die Bürger innerhalb des Verfahrens zu mehreren Zeitpunkten die Möglichkeit, die Entwürfe zu sichten und zu kommentieren, bis im April 2020 das städtebauliche Konzept sowie die Freiraumplanung des Gewinnerteams gekürt wird: 

  • Vom 4. Dezember 2019 bis 5. Januar 2020 werden alle Konzeptideen der entwerfenden Büros im HafenCity InfoCenter im Kesselhaus öffentlich ausgestellt.
  • Vom 4. bis 10. Dezember 2019 gibt es, erstmals während eines Wettbewerbs, die Gelegenheit, die Entwürfe online in Augenschein zu nehmen und zu kommentieren. Ein link zur Online-Beteiligung steht ab dem 04. Dezember unter https://www.hamburg.de/grasbrook zur Verfügung.
  • Öffentliche Werkstatt – Vertiefungsphase am 25. Januar 2020
    Die Planungsteams stellen ihre städtebaulichen und freiraumplanerischen Konzepte im Rahmen einer Werkstatt öffentlich vor. Für die Bürgerinnen und Bürger besteht so auch die Möglichkeit, mit den Planungsteams direkt ins Gespräch zu kommen und Feedback für die weitere Bearbeitung zu geben. 
  • Öffentliche Schlusspräsentation am 2. April 2020
    Die überarbeiteten Entwürfe der Planungsteams aus der Vertiefungsphase werden öffentlich vorgestellt.
  • Jury-Entscheidung am 3. April 2020: Der beste Freiraumentwurf und der beste städtebauliche Entwurf werden bestimmt. 

Innovatives Wettbewerbs-Verfahren: Städtebau und Freiraum auf „Augenhöhe“  

Für die städtebauliche und freiraumplanerische Qualifizierung des neuen Hamburger Stadtteils Grasbrook ist  das Ziel, unter herausragender internationaler Beteiligung eine qualitätvolle Funktionsplanung als Grundlage für die spätere Bebauung zu erstellen. Als Verfahren wurde der so genannte Wettbewerbliche Dialog gewählt, der eine kontinuierliche Bearbeitung der Auslober und Planungsbüros im Dialog sowie eine weitgehende Beteiligung der Öffentlichkeit ermöglicht. Als besonders innovatives Element wird die Freiraumplanung nicht als „nachträgliche Begrünung“, sondern als gleichberechtigter Wettbewerbsbestandteil zeitgleich mit dem Städtebau bearbeitet. Als Vorarbeiten flossen die Ergebnisse der umfassenden Standortanalyse, der vorlaufenden Beteiligungsprozesse sowie erste Ansätze zu den strategischen Innovationsthemen ein.

(Die Auslobungsbroschüre finden Sie zum download unter www.grasbrook.de)

 

Die Aufgabenstellung für die teilnehmenden Büros war und ist herausfordernd. Es gilt, u.a. folgende Aspekte zu berücksichtigen: 

  • Urbanität durch feinkörnige Nutzungsmischung aus Wohnen, Büro, Bildung, Kultur, Forschung und Entwicklung
  • Hohe Dichte und innerstädtische Nutzungsintensität
  • Räumliche und nutzungsbezogene Identitätsbildung der Teilräume/Quartiere
  • Hochwertige Freiräume und Förderung urbaner Ökosysteme
  • Lärmschutz gegenüber den Verkehrstrassen im Osten und dem Hafen im Süden
  • Sicherung der (geschützten) Bestandsgebäude und bestehenden Raumstrukturen
  • Berücksichtigung von Biodiversität und Klimawandel bei Aspekten des Stadtklimas und der urbanen Wasserkreisläufe
  • Ökologische Aufwertung der Uferzonen und Einbindung der Wasserflächen
  • Erarbeitung eines nachhaltigen Erschließungs- und Mobilitätskonzepts
  • Mitdenken einer innovativen Ver- und Entsorgung
  • Wirtschaftlichkeit der Bebauungs-, Erschließungs- und Freiraumstruktur
  • Insgesamt Klima-Neutralität ermöglichen 

 

Pressekontakt: 

Susanne Bühler
Pressesprecherin
HafenCity Hamburg GmbH
Telefon: 040 37 47 26 14
E-Mail: buehler@hafencity.com

 




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Barbara Ketelhut

Pressesprecherin

Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
Neuenfelder Straße 19
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