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Länderübergreifende Forschung Zentrum für Röntgen- und Nanoforschung vernetzt Forschung aus Hamburg und Schleswig-Holstein

Richtfest für 18 Millionen teuren Forschungsneubau

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaft feierten heute das Richtfest für ein neues Labor- und Bürogebäude bei DESY in Hamburg-Bahrenfeld. Das Centre for X-ray and Nanoscience CXNS bildet ein länderübergreifendes Zentrum für die Forschung mit Röntgenlicht in Kombination mit Nano- und Materialwissenschaften. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG), der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und von DESY werden ab 2021 in dem Neubau forschen.

Gruppenfoto vor Richtkranz

Zentrum für Röntgen- und Nanoforschung vernetzt Forschung aus Hamburg und Schleswig-Holstein

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Das Zentrum für Röntgen- und Nanoforschung ist ein weiterer Baustein für die Entwicklung der Science City Hamburg Bahrenfeld. Dabei fügt sich der Neubau perfekt in die bestehende und entstehende Infrastruktur ein und bietet mit seinen hochmodernen Laboren exzellente Arbeitsbedingungen. Das Projekt ist zudem ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie, Hamburg und die Metropolregion weiter zu vernetzen. Gemeinsam wird hier in Zukunft an innovativen Ideen – zum Beispiel neuen Materialien oder Werkstoffen – geforscht und gearbeitet. Die Entwicklung nachhaltiger Hightech-Produkte ist von großem gesellschaftlichen Nutzen.“

„Mit dem CXNS bündeln DESY, das Helmholtz-Zentrum Geesthacht und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ihre Kompetenzen in den Nanowissenschaften und nachhaltigen Nanotechnologien. Das CXNS wird eine Zentrale für die Entwicklung und Untersuchung neuer Materialien und Werkstoffe, neuer Sensortechnologien, neuer röntgenbasierter Abbildungsverfahren und die Entwicklung von neuen Katalysatormaterialien für chemische Prozesse“, sagte Prof. Helmut Dosch, Vorsitzender des DESY-Direktoriums und Bauherr des Gebäudes.

Dr. Oliver Grundei, Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur, Schleswig-Holstein: Zitat, Zitat

Die rund 18 Millionen Euro für das Gebäude kommen aus Mitteln des Bundes, der beteiligten Länder Hamburg und Schleswig-Holstein und aus den Grundetats der drei beteiligten Forschungseinrichtungen. Die Planung des Gebäudes wurde durch das Berliner Architekturbüro Reiner Becker Architekten BDA realisiert, der Hochbau durch den Generalunternehmer SBI Siemke & Co. aus Hamburg.

Dr. Volkmar Dietz, Leiter der Unterabteilung 71 „Großgeräte und Grundlagenforschung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), betonte: „Das neue Zentrum für Röntgen- und Nanoforschung passt als Ort der interdisziplinären und institutionsübergreifenden Forschung zu drängenden Fragen der Gesellschaft ideal in die Hightech-Strategie der Bundesregierung. Daher unterstützt das Bundesforschungsministerium den Bau des Zentrums mit mehr als 15 Millionen Euro.“

Das neue fünfgeschossige Gebäude hat eine Grundfläche von über 5.000 Quadratmetern, davon sind 730 Quadratmeter für Laborflächen vorgesehen. Es bietet Platz für rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unter anderem soll es die Zentrale des DESY für Nanoforschung werden. TDie neuen Labore bieten ideale Bedingungen für die Strukturierung, Herstellung, Charakterisierung und Markierung von Nanoproben, die dann in dem hochintensiven Röntgenlicht der Forschungslichtquellen PETRA III, FLASH oder European XFEL untersucht werden. Die dafür notwendigen hochempfindlichen Laborgeräte werden auf besonders schwingungsentkoppelten Einzelfundamenten im Gebäude stehen, die fragilen Proben können auf kürzestem Wege in die PETRA-Experimentierhalle „Max von Laue“ überführt werden.

Prof. Andreas Stierle, Leiter des DESY-Nanolabs und des CXNS-Bauprojekts, sagte: „Mein Team und ich sind sehr froh, mit dem DESY NanoLab nun bald in unser endgültiges Zuhause umzuziehen. Wir finden im CXNS beste Bedingungen für die Erforschung der Eigenschaften einzelner Nanopartikel vor, die für bessere Katalysatoren zur Energieumwandlung und für neuartige Materialien relevant sind.“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Geesthacht nutzen den Neubau für ihr Kompetenzzentrum GEMS „German Engineering Materials Science Centre“: „In diesem Gebäude werden später Materialien für die Zukunft erforscht. Vielleicht ein ultraleichtes Konstruktionsmetall oder sichere Feststoff-Speicher für Wasserstoff“, sagt der Wissenschaftliche Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, Prof. Matthias Rehahn. „Durch die Nähe zu den anderen Forschungsgruppen im Gebäude werden Synergien genutzt. So werden Materialinnovationen entstehen, die wir auf dem Weg in eine klimaneutrale Gesellschaft dringend benötigen.“ Der Leiter der Forschungsplattform GEMS, Prof. Martin Müller, ergänzt: „Mit unseren Experimentiereinrichtungen verfolgen wir live Prozesse im Material, die in Millisekunden ablaufen. Diese ,in-situ' Experimente ermöglichen eine zielgerichtete Herstellung von Leichtbaumaterialien mit besonders guten Hochtemperatur-Eigenschaften.“

Kiels Unipräsident Prof. Lutz Kipp betonte, DESY sei schon lange ein verlässlicher und bedeutender Partner mit Weltgeltung für die CAU: „Seit Jahrzehnten loten wir hier gemeinsam unsere Forschungsfragen strategisch aus und konnten so sehr erfolgreich zum beiderseitigen Nutzen neue Förderformate der Helmholtz-Gemeinschaft und für Universitäten in gemeinsame Erfolge ummünzen.“ Eine besondere Rolle habe dabei das Ruprecht-Haensel-Labor (RHL) als verbindende Einrichtung zwischen CAU, ihrem Forschungsschwerpunkt KiNSIS und DESY gespielt, so Kipp weiter. Daraus hätten sich weitere Kooperationen ergeben. „Inzwischen arbeitet die CAU intensiv an gemeinsamen Projekten mit der Universität Hamburg, dem European XFEL und dem Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie. Diese länderübergreifende Zusammenarbeit werden wir im neuen CXNS fortsetzen. Hier erhalten Kieler Arbeitsgruppen aus den Bereichen Nanowissenschaften, Molekülphysik und Oberflächenforschung optimale Arbeitsbedingungen. So tragen wir gemeinsam zu neuen Erfolgen im norddeutschen Wissenschaftsraum bei“, ergänzt Prof. Kai Rossnagel vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik der CAU.

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