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Gesetz seit einem Jahr in Kraft Hamburg erzielt weitere Fortschritte bei Resozialisierung

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Das Hamburgische Resozialisierungs- und Opferhilfegesetz (HmbResOG) hat sich zum ersten Mal gejährt. Durch das Gesetz, das zum 1. Januar 2019 in Kraft trat, soll den Gefangenen in Hamburg der Weg in ein straffreies Leben weiter geebnet werden.

Hamburg erzielt weitere Fortschritte bei Resozialisierung

Mit der Haftentlassung stellen sich den Betroffenen in der Regel Herausforderungen wie die Arbeits- oder Wohnungssuche, die Beantragung von Sozialleistungen oder die Weiterführung einer Therapie. Hier hilft ihnen seit Januar 2019 der verbindliche Rechtsanspruch auf Erstellung eines Eingliederungsplans im Rahmen des sogenannten integrierten Übergangsmanagements. Das Angebot zur Aufnahme in das Übergangsmanagement beginnt regelmäßig schon sechs Monate vor der Haftentlassung. Auch in Freiheit stehen den Entlassenen die Fallmanagerinnen und Fallmanager des Übergangsmanagements noch weitere sechs Monate als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung.

Justizsenator Dr. Till Steffen erklärt: "Mit dem Resozialisierungsgesetz sorgen wir dafür, dass alle Hilfsangebote an Gefangene – ambulant und stationär – wirksam ineinandergreifen und die Kooperation aller beteiligten Stellen gestärkt wird. Wir helfen verurteilten Straftätern damit auf dem Weg in ein straffreies Leben. Das schafft gleichzeitig Perspektiven für straffällig gewordene Menschen und Sicherheit vor weiteren Straftaten für die Gesellschaft."

Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard: "Wer in Haft war, hat es nicht ganz leicht, wieder den eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden. Durch Beratung und Hilfestellungen trägt die Stadt dazu bei, dass das einfacher gelingt. Die Resozialisierungsmaßnahmen sind wichtig, um außerhalb der Mauern wieder gut in einem eigenen sozialen Umfeld und selbstbestimmten Leben anzukommen. Und sie sind ein wichtiger Beitrag dazu, das Leben auch langfristig zu stabilisieren."

Ziel des Resozialisierungsgesetzes ist es, eine erneute Straffälligkeit zu vermeiden, indem frühzeitig der konkrete Bedarf an Hilfe erkannt und entsprechende Maßnahmen zur Unterstützung bereits in den letzten Monaten des Vollzuges eingeleitet werden, beispielsweise mit einer Schuldnerberatung oder Qualifikationsmaßnahmen. In Eingliederungskonferenzen setzen sich Vollzugsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter mit der jeweiligen Fallmanagerin oder dem Fallmanager unter Einbeziehung von freien Trägern sowie der jeweiligen Gefangenen zusammen und erarbeiten einen individuellen „Fahrplan“ für die ersten sechs Monate nach der Entlassung.

Dazu sagt Steffen: "Insbesondere im Bereich der Schuldnerberatung sehen wir – etwa beim Umgang mit Mahnungen, Pfändungen und Schreiben von Gläubigern – mehr Selbstständigkeit und Problembewusstsein der Betroffenen."

Um die Effekte aller Beratungen und sonstigen Hilfestellungen auf den Resozialisierungsprozess insgesamt valide einschätzen zu können, soll eine umfassende Evaluation noch in diesem Jahr beginnen. Andere Bundesländer blicken positiv auf das Beispiel Hamburg und arbeiten zum Teil, etwa in Schleswig-Holstein, ebenfalls an einem ähnlichen Gesetzesentwurf. 

Vergangene Woche war überdies eine Expertendelegation aus Zürich in Hamburg zu Gast, um sich mit ihren Hamburger Kollegen zu dem Thema auszutauschen. Theo Eugster, Direktor Vollzugseinrichtungen Zürich, erklärte: "Was mich beeindruckt, ist die Konsequenz, die Stringenz der Konzepte – auch die Hartnäckigkeit und die engen Kontakte mit externen Firmen, Betrieben, zukünftigen Arbeitgebern. Die Konsequenz, die Arbeit mit den Insassen auf Ausbildung, Berufsausbildung und auf Qualifikation auszurichten, hat mich sehr beeindruckt."

Hintergrund

Federführend für das Übergangsmanagement ist das Fachamt für Straffälligen- und Gerichtshilfe im Bezirksamt Eimsbüttel. Hier erstellen Fallmanager in Abstimmung mit den Vollzugsanstalten und den Betroffenen die Eingliederungspläne und koordinieren die Umsetzung der Maßnahmen. Die Inanspruchnahme der Hilfen nach dem Resozialisierungs- und Opferhilfegesetz erfolgt auf freiwilliger Basis.

VIDEO: Züricher Delegation in Hamburg - drei Stimmen zum ResoG in Hamburg


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