Schluss mit der Zettelwirtschaft! Hamburg arbeitet an Einführung des digitalen Staatsexamens

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Die Digitalisierung der Hamburger Justiz schreitet weiter voran. Künftig sollen Studierende sowie Referendarinnen und Referendare ihre Staatsexamina am Computer schreiben können. Konkrete Pläne stellt die Justizbehörde nun vor.

Ein Mann sitzt an einem Tisch vor einem PC-Monitor und schreibt etwas auf ein Blatt Papier.

Hamburg arbeitet an Einführung des digitalen Staatsexamens

In Hamburg soll das digitale Staatsexamen eingeführt werden. Dabei schreiben die Prüfungskandidatinnen und -kandidaten ihre Klausuren an speziell eingerichteten PCs. Für die Studierenden sowie Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare endet damit eine Zettelwirtschaft: Bisher werden die Klausuren, die jeweils 5 Stunden dauern, noch per Hand auf Papier geschrieben.

Das digitale Staatsexamen bietet mehrere Vorteile: Für die Kandidatinnen und Kandidaten ist das Schreiben, Umformulieren und Umformatieren am PC einfacher. Außerdem wird die Chancengleichheit verbessert: Die Art der Handschrift spielt keine Rolle mehr, zudem lassen sich keine Rückschlüsse mehr auf das Geschlecht ziehen. Auch für die Prüferinnen und Prüfer wird die Arbeit angenehmer. Getippte Arbeiten lassen sich durch das klare Schriftbild und eine bessere Struktur leichter korrigieren. Die Prüfungsämter reduzieren künftig Papierberge – Klausuren mit mehr als 40 Seiten sind keine Seltenheit – und den kostspieligen Versand der Arbeiten.

Geplant ist, dass die Kandidatinnen und Kandidaten an eigenen Tischen und PCs arbeiten, die mit einem Sichtschutz jeweils voneinander getrennt sind. Auch eine Schutzfolie auf dem Monitor soll verhindern, dass abgeschrieben wird. Das System wird robust und betrugssicher aufgebaut: Jede Kandidatin und jeder Kandidat wird sich mit einer eigenen Kennung anmelden, einen offenen Internetzugang werden die PCs nicht haben. Geschrieben wird über ein Textprogramm ohne Auto-Korrektur. In kurzen Abständen wird automatisch zwischengespeichert.

Justizsenator Dr. Till Steffen sagt dazu: "Wir reden nicht nur über Digitalisierung, wir treiben sie voran in der Justiz. Auch viele Prüfungskandidatinnen und -kandidaten wünschen sich das digitale Staatsexamen. Das ist verständlich. Wer schreibt im Beruf noch viel per Hand? Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, dass das Staatsexamen noch auf Papier geschrieben wird. Diese Zettelwirtschaft wollen wir beenden. Voraussichtlich starten wir zunächst mit dem zweiten Staatsexamen. Die erste Probeklausur soll im nächsten Jahr stattfinden und das System dann bis 2022 in Betrieb sein."

Hintergrund

Juristische Staatsexamina werden in Hamburg an 84 Tagen im Jahr geschrieben – mit rund 900 Kandidatinnen und Kandidaten pro Jahr, Tendenz steigend. Insgesamt werden vom Justizprüfungsamt und vom Gemeinsamen Prüfungsamt der Länder Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg jährlich rund 1.200 Prüflinge betreut. Sowohl die Kandidatinnen und Kandidaten als auch die Prüferinnen und Prüfer sollen bis auf weiteres entscheiden können, ob sie digital oder noch händisch arbeiten wollen. In einem weiteren Schritt sollen auch die Anmeldung zum Staatsexamen und die Abfrage der Ergebnisse digital ablaufen.

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