Geburten Aktionsplan „Gesunde Geburt in Hamburg“

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Gesundheitsbehörde richtet Fachkommission zur Weiterentwicklung der geburtshilflichen und frühkindlichen Versorgung in Hamburg ein

In den Hamburger geburtshilflichen Einrichtungen sind 2019 25.070 Kinder zur Welt gekommen. Hamburg trägt damit eine hohe versorgungspolitische Verantwortung in der Geburtshilfe, auch für das Umland. Neben den Hamburgerinnen nutzen auch rund 5.000 auswärtige Schwangere jedes Jahr die Geburtsstationen der Hansestadt. Angesichts von Bevölkerungswachstum und hohen Geburtenzahlen soll die Versorgung rund um die Geburt bedarfsgerecht ausgebaut, personell gestärkt und qualitativ weiterentwickelt werden. Dafür hat die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) und eine Fachkommission aus allen Versorgungsbereichen einen ersten Vorschlag für einen Aktionsplan „Gesunde Geburt in Hamburg“ entwickelt. Diese Handlungsfelder sollen nach der konstituierenden Sitzung der Kommission am Mittwoch durch deren Mitglieder in Arbeitsgruppen bzw. Fachgesprächen ausgearbeitet und mit konkreten Maßnahmen umgesetzt werden.

Aktionsplan „Gesunde Geburt in Hamburg“

​​​​​​​Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks: „Hamburg bietet Schwangeren, Müttern und Neugeborenen bereits eine umfassende, vielfältige geburtshilfliche und frühkindliche Versorgung: Von einer bedarfsdeckenden, hohen Anzahl stationärer und ambulanter Entbindungsmöglichkeiten bis hin zur Unterstützung und Begleitung von Schwangeren und jungen Familien. Um die Betreuung für werdende Eltern auch in Zukunft zu gewährleisten und den neuen Herausforderungen anzupassen, wollen wir in einer Fachkommission mit Praktikerinnen und Praktikern dieser Stadt weitere Ansätze zur Optimierung der geburtshilflichen Versorgung erarbeiten. Gemeinsames Ziel muss es sein, die Zeit rund um die Geburt in jedweder Hinsicht zu unterstützen und nachhaltig gesundheitsförderlich zu gestalten.“

Vor diesem Hintergrund hat die Gesundheitsbehörde Handlungsfelder identifiziert, die in der Fachkommission aus Vertreterinnen und Vertretern der Geburtskliniken, der Krankenkassen, der Ärztekammer Hamburg, der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft, des Hebammenverbands Hamburg, des Berufsverbands der Frauenärzte, einer Elterninitiative sowie der Gesundheits- und Sozialbehörde besteht, diskutiert und ausgestaltet werden sollen:

Hamburg verfügt über elf Geburtskliniken, darunter fünf Perinatalzentren Level 1, ein Perinatalzentrum Level 2, zwei perinatale Schwerpunkte und ein Geburtshaus. Insgesamt gab es in den elf Geburtshilfen und dem Geburtshaus Hamburg in 2018 insgesamt 25.576 geborene Kinder bei 25.077 Geburten. Auch in 2019 hält die positive Entwicklung in der Geburtshilfe an. Entsprechende Kapazitäten in der Geburtshilfe und der Neonatologie sollen auch zukünftig ausreichend zur Verfügung stehen. Der quantitative und qualitative Ausbau der Geburtshilfe in Hamburg soll beraten werden. Dabei sollen auch neue Konzepte wie z.B. der von Hebammen geleitete Kreißsaal von der Fachkommission „Gesunde Geburt“ geprüft werden.

Da Prävention in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielt, will sich die Fachkommission für eine noch stärkere Gesundheitsförderung in der Schwangerschaft und im 1. Lebensjahr einsetzen. Die Stärkung der Gesundheit von Schwangeren und ihren Kindern umfasst auch, krank machende Einflussfaktoren zu minimieren. Dazu gehören z.B. Drogen aller Art, aber auch eine ungesunde Ernährungsweise. Gesundheitsfördernde Aspekte wie das Stillen und die rechtzeitige Herstellung des ausreichenden Impfschutzes der Kinder wird ebenso unterstützt wie Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz von jungen Familien.

Es soll ein Hamburger Vorsorgeprogramm für die Vermeidung von Frühgeburten entwickelt werden. Die Unterstützung und Begleitung von jungen Familien mit besonderen Belastungen ist seit Jahren in Hamburg durch die Frühen Hilfen durch u.a. Babylotsen, Familienhebammen und Mütterberatung gewährleistet. Aufgrund der steigenden Inanspruchnahme sollen die Frühen Hilfen bedarfsgerecht weiterentwickelt werden.

Die Wochenbettbetreuung durch Hebammen soll gestärkt und ausgebaut werden. Hierfür wurde zusammen mit dem Hebammenverband ein Online-Hebammenportal eingerichtet, das die Suche nach vorgeburtlicher und nachgeburtlicher Betreuung erleichtert. Dessen Nutzung soll evaluiert und genutzt werden, um regionale Versorgungsengpässe auszumachen und zu überwinden. Neue ambulante Angebote wie Hebammensprechstunden, zum Beispiel in städtischen Einrichtungen, sollen realisiert werden.

Zudem will die Fachkommission „Gesunde Geburt“ Maßnahmen unterstützen, die die Arbeitsbedingungen von Hebammen verbessern. Dazu gehört ein adäquates Personalkonzept in der stationären Geburtshilfe. Nur ausgebildetes qualifiziertes und in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehendes Fachpersonal kann den gestiegenen Erwartungen von werdenden Eltern und Geburtenzahlen entsprechen. Dazu gehört auch die Vollakademisierung der Hebammenausbildung in Hamburg ab September 2020, um den gestiegenen Anforderungen und dem internationalen Standard bei dieser Ausbildung gerecht zu werden. Mit dem Start des Studiengangs Hebammenwissenschaft wird Hamburg die Zahl der Ausbildungskapazitäten auf insgesamt 180 Plätze steigern. Auch genügend in der Neonatologie weitergebildete Pflegefachkräfte müssen zur Verfügung stehen. Hier gilt es, die Weiterbildung zu steigern und den Interessentinnen und Interessenten die Teilnahme zu erleichtern.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Qualitätskriterien für die geburtshilfliche Versorgung entwickelt, die einen bundesweiten Vergleich über die Güte der Behandlung ermöglichen. Diese Informationen sollen künftig noch besser genutzt werden, um die Qualität der Hamburger Geburtskliniken zu bewerten und um bei Nicht-Einhaltung der Qualitätsvorgaben über die Krankenhausplanung zu intervenieren.

Hamburg hat eine Kaiserschnittrate von rund 31 Prozent. Es soll in der Fachkommission diskutiert werden, mit welchen Maßnahmen diese gesenkt werden kann. Ziel ist, Kaiserschnitte so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig durchzuführen.

Die Zufriedenheit von Müttern und Vätern insbesondere mit dem Aufenthalt in ihrer geburtshilflichen Einrichtung soll künftig in Hamburg erhoben werden. Die Resultate werden diskutiert und für Maßnahmen zur Verbesserung genutzt. Sie sollen außerdem veröffentlicht werden.

 

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Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
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