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Forschungsförderung Rund 7,5 Millionen Euro EU-Förderung für Hamburgs Spitzenforschung

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Europäischer Forschungsrat zeichnet drei Projekte mit dem renommierten „ERC-Advanced Grant“ aus

Hamburger Wissenschaftseinrichtungen haben bei der Einwerbung von EU-Fördermitteln des Europäischen Forschungsrates (ERC) sehr gut abgeschnitten: Drei der 35 Forschungsstipendien, die in der aktuellen Förderrunde an Wissenschaftler*innen in Deutschland verliehen wurden, gehen nach Hamburg. Die Auszeichnung mit dem hochdotierten Forschungspreis würdigt herausragende wissenschaftliche Leistung: Prof. Dr. Claudia Benthien von der Universität Hamburg forscht zu „Poetry in the Digital Age“; Prof. Dr. Christian Büchel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) geht der Frage nach, wie sich aus einem akuten Schmerz ein chronisches Leiden entwickelt, und Prof. Dr. Marcus Altfeld vom Heinrich-Pette Institut (HPI) untersucht die Regulation der Funktion von Natürlichen Killerzellen. ERC-Advanced Grants sind mit einer Förderung von bis zu 2,5 Millionen Euro pro Projekt über eine Laufzeit von fünf Jahren verbunden.

Rund 7,5 Millionen Euro EU-Förderung für Hamburgs Spitzenforschung

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Ich freue mich sehr, dass Hamburg bei der Einwerbung von Fördermitteln des Europäischen Forschungsrates erneut so erfolgreich war. Drei der hochangesehenen ERC-Advanced Grants werden an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Universität Hamburg, dem UKE und dem Heinrich-Pette-Institut verliehen – das ist ein starkes Ergebnis! Ich gratuliere der Preisträgerin und den Preisträgern sehr herzlich zu ihrem Erfolg, den sie mit ihrem unermüdlichen Einsatz für wissenschaftliche Erkenntnis herbeigeführt haben. Die drei Auszeichnungen sind auch ein erneuter Beleg für die Exzellenz des Wissenschaftsstandortes Hamburg: Bei insgesamt 35 ERC-Advanced Grants, die in dieser Runde nach Deutschland vergeben wurden, ist das eine sehr gute Quote.“

Die Forschungsfördermittel der EU spielen für die Wissenschaft in Hamburg eine wichtige Rolle: Seit Beginn des laufenden Förderprogramms „Horizon 2020“ in 2014 flossen bisher rund 255 Millionen Euro nach Hamburg.

Die Preisträger und ihre Projekte

Prof. Dr. Claudia Benthien ist Literaturwissenschaftlerin am Fachbereich Sprache, Literatur, Medien der Universität Hamburg. In ihrem Projekt „Poetry in the Digital Age“ wird sie über einen Zeitraum von fünf Jahren Instrumente zur Analyse gegenwärtiger Poesie entwickeln. Zeitgenössische Poesie hat viele Formen – sie steht heute in einer Wechselwirkung mit populären Formaten wie Poetry Slam oder Spoken Word und kann zum Beispiel auch Instrument für politischen Aktivismus sein. Auch die neuen Orte der Lyrik wie Hauswände oder die verschiedenen Social Media-Plattformen sollen in die Forschung einbezogen werden.

Der Schmerzforscher Prof. Dr. Christian Büchel ist Direktor des Instituts für Systemische Neurowissenschaften des UKE. In seinem Projekt „PainPersist“ geht es um die Mechanismen, wie akuter Schmerz in chronischen Schmerz übergehen kann. Allein in Deutschland leben nach Angaben der Deutschen Schmerzgesellschaft rund 12 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen. Das Ziel der Forschung am UKE: Patientinnen und Patienten die Kontrolle über ihre Schmerzen ermöglichen. Für Prof. Büchel ist dies bereits die zweite Auszeichnung durch den ERC. 2011 wurde er für seine Placebo-Forschungen ebenfalls mit einem ERC-Advanced Grant in Höhe von 2,5 Millionen Euro an Fördermitteln bedacht.

Prof. Marcus Altfeld ist Leiter der Abteilung „Virus Immunologie“ am Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie und ferner Direktor des Instituts für Immunologie UKE und Koordinator des Forschungsbereichs HIV im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Das durch den ERC-Advanced Grant unterstützte Projekt mit dem Titel „RegNK“ (Regulation of Natural Killer cell function) untersucht die Bindung von Natural Killer (NK)-Zellrezeptoren an bestimmte Moleküle und deren Einfluss auf menschliche Erkrankungen, wie zum Beispiel Hepatitis B-Virusinfektionen. Durch die gewonnenen Erkenntnisse soll es letztendlich möglich werden, NK-Zellen für immuntherapeutische Interventionen gegen Infektionen und Entzündungskrankheiten nutzbar zu machen.

Über die ERC-Advanced Grants und die aktuelle Förderrunde

Der ERC ist Teil der Fördersäule „Exzellenz in der Wissenschaft" des Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizon 2020". Er zeichnet mit seinen Advanced Grants herausragende Leistungen von bereits erfahrenen exzellenten Wissenschaftler*innen in der Forschung aus. Die Preise sind mit jeweils bis zu 2,5 Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren dotiert und ermöglichen eine Förderung innovativer Projekte.

Bei der aktuellen Ausschreibung wurden von 1881 eingereichten Anträgen 185 Projekte für einen ERC-Advanced Grant bedacht. Die Erfolgsquote liegt damit in dieser Förderrunde bei 9,8 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das Gesamtfördervolumen liegt bei insgesamt 450 Millionen Euro.

Bezogen auf den Standort der geförderten Projekte liegt Deutschland mit 35 ERC-Advanced Grants an erster Stelle, knapp vor Großbritannien (34 Grants). Dahinter folgen mit einigem Abstand Frankreich (21 Grants), die Schweiz (16 Grants) sowie die Niederlande und Spanien (jeweils 14 Grants). Der Anteil der geförderten Wissenschaftler*innen liegt bei knapp 21 Prozent.

 

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