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Stadtteil Grasbrook Das Team aus Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten ist als Sieger gekürt worden

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Der städtebauliche und freiraumplanerische Ideenprozess, den die HafenCity Hamburg GmbH gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und der Behörde für Umwelt und Energie für den neuen Stadtteil Grasbrook am Südufer der Norderelbe ausgelobt hatte, wurde am 3. April abgeschlossen. Die öffentliche Beteiligung in der Schlussphase und die finale Jury-Sitzung wurden wegen der Corona-Krise in virtueller Form durchgeführt. Der prämierte Entwurf des Teams Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten wird nun das städtebauliche und freiraumplanerische Gesamtbild des Stadtteils Grasbrook bestimmen.

Das Team aus Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten ist als Sieger gekürt worden

Im neuen Stadtteil Grasbrook am Südufer der Norderelbe entstehen 3.000 Wohnungen, 16.000 Arbeitsplätze, großzügige Grün- und Freizeitanlagen, innovative Nutzungs- und Mobilitätskonzepte sowie neue Verknüpfungen zum Nachbarstadtteil Veddel. Die nächsten Schritte sind jetzt die Erstellung einer detaillierten Funktions- und Bebauungsplanung, die Vergabe der Grundstücke und die weitere architektonische Planung der einzelnen Gebäude. Erste hochbauliche Maßnahmen könnten in 2023 beginnen. 

Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen:
„Für die Entwicklung des neuen Stadtteils Grasbrook haben wir mit unserer Jury-Entscheidung eine sehr gute Grundlage geschaffen. Für die zukünftige städtebauliche und freiraumplanerische Entwicklung haben wir einen robusten Entwurf, der ein starkes Potential für die Zukunft hat. Er ermöglicht vielfältiges, qualitativ gutes Wohnen und verfügt über exzellente Freiraumqualitäten mit dem tollen zentralen Park in der Mitte des Stadtteils und der markanten grünen Promenade an der Elbe. Ein Meilenstein für Hamburg als lebenswerte grüne Stadt am Wasser. Der neue Stadtteil wird bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen, interessante und innovative Arbeitsplätze und lebendige, vielfältige Freiräume bieten. Für die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner des Grasbrook, für die Veddel und die anderen benachbarten Stadtteile sowie für die gesamte Stadt wird in den nächsten Jahren ein unverwechselbarer Ort entstehen. Ich danke allen Jurymitgliedern für ihr Engagement während des gesamten Verfahrens.“ 

Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung, HafenCity Hamburg GmbH:
„Der Grasbrook wird mit dem Entwurf von Herzog & de Meuron und Vogt Landschaftsarchitekten zu einem neuen Vorzeigestadtteil, von klarer städtebaulicher Struktur, einem großen öffentlichen Bereich mit einer spektakulären Dachkonstruktion und einem Park im Zentrum. Er eröffnet außerdem die Möglichkeit für Nachhaltigkeitsinnovationen für einen klimaneutralen Stadtteil und für eine innovationsgeprägte Nutzerstruktur. Und die Integration der Veddel wird mit diesem Entwurf und der vorgeschlagenen Brücke sehr gut gelingen. Jetzt gilt es bis zum Sommer 2021 die Vorplanung mit einer erneuten intensiven Bürgerbeteiligung abzuschließen.“ 

Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen:
„Hamburg bekommt einen neuen großen Park auf dem kleinen Grasbrook und an seinen Flanken entstehen schrittweise neue interessante und ungewöhnliche Lagen für das Wohnen und für das Arbeiten mitten in der Großstadt. Und darüber hinaus schafft eine schöne neue Brücke den Kurzschluss zwischen der bis dato isolierten Veddel und dem neuen Stadtteil auf dem kleinen Grasbrook.
Mit dem prämierten Entwurf des Teams Herzog & den Meuron und Günter Vogt Landschaftsarchitekten hat die Stadt einen überzeugenden „räumlichen Fahrplan“ bekommen, der den Sprung über die Elbe jetzt konkret und anschaulich macht.“

Prof. Matthias Sauerbruch (Vorsitzender des Preisgerichts):
„Das war ein sehr ambitioniertes Verfahren, was wir trotz der Corona-Krise zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht haben. An der Entwicklung der Entwürfe seit der Zwischenpräsentation konnte man ablesen, wie stark der Dialog die Autoren geleitet und angeregt hat. Am Ende hat die Arbeit gewonnen, die auf eine sehr kluge Weise die Anregungen aufgenommen hat. Das Team Herzog & de Meuron mit Vogt Landschaftsarchitekten ist zu einem Ergebnis gekommen, das eine einfache Grundstruktur bietet, die aber in allen Aspekten enormes Entfaltungspotential hat. Es wird ein neues Quartier vorgeschlagen, das aus der städtebaulichen Sprache Hamburgs entstanden ist und die lokale Geschichte auf eine sehr interessante Art und Weise weiterschreiben wird.“ 

 

Seit der ersten Jury-Sitzung am 3. Dezember 2019 hatten drei ausgewählte internationale Planungsteams, durch die Jury jeweils aus einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Büro zusammengestellt, an der Konkretisierung ihrer Ideen zum neuen Stadtteil Grasbrook gearbeitet.

1. Preis:Herzog & de Meuron Basel Ltd. (Basel) und VOGT Landschaftsarchitekten AG (Zürich)
2. Preis:Mandaworks AB (Stockholm) und Karres en Brands RB (Hilversum)
3. Preis:ADEPT ApS (Kopenhagen) und Studio Vulkan Landschaftsarchitektur GmbH (Zürich)

Es waren besondere Bedingungen, unter denen dieser anderthalb Jahre dauernde intensive Ideenprozess für Hamburgs neuen Stadtteil Grasbrook abgeschlossen wurde. Die Corona-Pandemie erforderte entsprechende Anpassungen und innovative Lösungen. Die geplante öffentliche Schlusspräsentation am Vorabend der Jury-Sitzung wurde ersetzt durch eine 12-stündige Online-Beteiligung. Um dem ursprünglichen Format möglichst nahe zu kommen, wurden pro Team eine umfangreiche 20minütige Videopräsentation sowie Pläne zur Verfügung gestellt. Rund 200 Kommentare von interessierten Bürgerinnen und Bürgern waren eingegangen, über Nacht ausgewertet und in die Jury-Sitzung eingebracht worden.

Auch die ganztägige Jurysitzung am Tag darauf wurde weitgehend in digitaler Form als Videokonferenz durchgeführt. Für die Jury-Mitglieder, die physisch präsent waren, konnten in der 1.200 qm großen Halle des Hamburg Cruise Centers entsprechend große Schutzabstände gewahrt werden.

 

Entwurfserläuterung des Siegerentwurfs von Herzog & de Meuron / Vogt Landschaftsarchitekten durch die Jury (in Auszügen) 

Die Arbeit nimmt die vorhandenen Potenziale des Grasbrook auf und schafft eine robuste Stadtstruktur mit Promenaden am Wasser (Elbpromenade, Prager Ufer), der Verbindungs- und Sichtachse vom Veddelhöft zum Dresdner Ufer, den Wasserlandschaften und ihrem vorhandenen naturnahen Inventar mit einem großen Park als Zentrum einer zukünftig grünen Halbinsel. 
Der große Park im Zentrum mit dem seitlich angrenzenden Dach und dem Bezug zur Norderelbe nach Nord-Westen, der Promenade als Gegenüber der HafenCity, dem zentralen Platz mit den öffentlichen Nutzungen, einer tragfähigen Erschließungsstrasse und wohlproportionierten Wohn-Höfen sind gute Freiraumtypologien. Sie schaffen eine langfristig städtebaulich tragfähige Gliederung, sind ruhig und einfach verständlich. Durch die Konzentration auf den zentralen Park entsteht ein starkes Grundgerüst, das über Generationen trägt. „Der Volkspark Veddelhöft ist der Knüller“ ... Er reiht sich ein in die großen grünen Freiräume jenseits der Elbe, die die Stadtlandschaft von Hamburg prägen, und schafft die Verbindung zur Veddel.
Der Park kann als erstes angelegt werden und steht damit schon in einer frühen Phase der Quartiersentwicklung allen Hamburgern, vor allem aber den Bewohnerinnen und Bewohnern der Veddel als Freiraum zur Verfügung. Er ist der „Generator des neuen Stadtteils“. Seine Größe und Lage, in Kombination mit dem Dach und der Wasserfläche des Moldauhafens, schaffen einen unverwechselbaren, zusammenhängenden und abwechslungsreichen Freiraum mit Aussicht auf die Hamburger Innenstadt.
Der Einbezug aller vorhandenen Naturstandorte und die besondere Aufmerksamkeit der ökologischen, wasser- und klimaschonenden Aspekte werden durch die Jury besonders positiv hervorgehoben. 

Die Jury hat bereits Überarbeitungshinweise für die nächste Phase gegeben, u.a.:
Die Nutzung und Wirtschaftlichkeit des Daches müssen durch Integration von Nutzungen und den Einschub von Gebäuden weiterentwickelt werden, damit die großartige Struktur auch wirtschaftlich tragfähig wird.
Es soll überprüft werden, wie unter Berücksichtigung der gewünschten Zielgrößen des Wohnungsbaus die Zahl der guten Wohnungen erhöht werden kann, ohne dass Wohnungen am lärmexponierten Saalehafen oder im Hafentorquartier liegen.
Außerdem soll überprüft werden, wie im Hafentorquartier die Flexibilität für unterschiedliche Nutzungen hergestellt werden kann.   

Öffentlicher Dialog – Der Beteiligungsprozess 
Das gesamte Wettbewerbsverfahren Grasbrook, das im September 2019 startete, wurde durch einen intensiven Beteiligungsprozess begleitet, der in einer Mischung aus öffentlichen Veranstaltungen und Online-Angeboten auf ein außerordentlich hohes Interesse der Öffentlichkeit traf. Die Nachbarn aus der Veddel, aus Rothenburgsort, Wilhelmsburg und der HafenCity sowie Hamburgerinnen und Hamburger waren im Rahmen von vier Grasbrook-Werkstätten mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten, Online-Beteiligungen sowie aufsuchender Befragung dazu eingeladen, aktiv am Ideenprozess mitzuwirken.
Die Ergebnisse des Diskussionsprozesses wurden dokumentiert, ausgewertet und bereits in die Aufgabenstellung des „Wettbewerblichen Dialogs“ aufgenommen.
Zuletzt hatten Bürgerinnen und Bürger im Januar 2020 das Angebot einer ganztägigen Bürgerwerkstatt wahrgenommen, den entwerfenden Planungsbüros persönliche Anregungen und Hinweise für die endgültige Ausarbeitung der finalen Entwürfe zu geben. Insgesamt haben circa 2.500 Bürgerinnen und Bürger ihre Anregungen, Befürchtungen und Ideen in den Ideenprozess zum Grasbrook eingebracht.
Auch nach der Entscheidung des Wettbewerblichen Dialogs werden die nächsten Planungsschritte mit vielfältigen öffentlichen Beteiligungsmöglichkeiten begleitet. Voraussichtlich im Herbst 2020 werden die Ergebnisse des Wettbewerblichen Dialogs nochmals mit Plänen und Modellen öffentlich ausgestellt und in verschiedenen öffentlichen Diskussionsformaten erörtert. Im Herbst 2020 startet außerdem die formale Bürgerbeteiligung im Rahmen des B-Planverfahrens. 

Hamburgs neuer Stadtteil Grasbrook
Der neue Stadtteil Grasbrook liegt gegenüber der HafenCity, am Südufer der Norderelbe, und wird der westlich angrenzende neue Stadtteilnachbar der Veddel sein. Der Stadtteil soll ein feinkörnig gemischter und lebendiger Ort werden, gleichzeitig hat er das Potenzial für ein weltweit vorbildliches nachhaltiges Projekt, das auf CO2-armen Ressourcenverbrauch setzt.  Vorgesehen sind circa 3.000 Wohnungen, in Miete und Eigentum, für Genossenschaften und Baugemeinschaften, davon ein Drittel geförderte Wohnungen. Auch die soziale Infrastruktur mit Grundschule und Kitas sowie neue Angebote für Nahversorgung, Sport und Kultur werden hier ihren Platz finden. Darüber hinaus entstehen circa 16.000 Arbeitsplätze. Durch einen verbesserten Zugang zum ÖPNV, mit neuen Angeboten für Kultur und Nahversorgung sowie großzügigen Grünflächen soll der Grasbrook einen unmittelbaren Nutzen für die Menschen in den umliegenden Stadtteilen stiften.

Innovatives Wettbewerbs-Verfahren: Städtebau und Freiraum auf „Augenhöhe“ 
Für die städtebauliche und freiraumplanerische Qualifizierung des neuen Hamburger Stadtteils Grasbrook ist die Zielsetzung, unter internationaler Beteiligung eine qualitätvolle Funktionsplanung auf Basis des Wettbewerbsergebnisses als Grundlage für die spätere Bebauung zu erstellen. Als vorlaufendes Verfahren wurde der so genannte Wettbewerbliche Dialog gewählt, der eine kontinuierliche Bearbeitung der Auslober und Planungsbüros im Dialog sowie eine weitgehende Beteiligung der Öffentlichkeit ermöglicht. Als besonders innovatives Element wurde die Freiraumplanung nicht als „nachträgliche Begrünung“, sondern als gleichberechtigter Wettbewerbsbestandteil zeitgleich mit dem Städtebau bearbeitet. Als Vorarbeiten flossen die Ergebnisse der umfassenden Standortanalyse, der vorlaufenden Beteiligungsprozesse sowie erste Ansätze zu den strategischen Innovationsthemen ein. 

Bildmaterial / Videoclips mit Juryerläuterungen des Siegerentwurfs sowie der 2. und 3. Preisträger finden Sie im Pressebereich unter www.grasbrook.de.

Außerdem ist dort die Auswertung der Onlinebeteiligung abrufbar. 

 

Rückfragen der Medien:
Susanne Bühler, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin
HafenCity Hamburg GmbH, Tel: +49 (0)40 – 37 47 26 14
E-Mail: buehler@hafencity.com 

Pressestelle der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
Barbara Ketelhut | Pressesprecherin
Telefon: 040 42840-2051
E-Mail: pressestelle@bsw.hamburg.de
www.hamburg.de/bsw
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Aufzeichnung der Pressekonferenz vom 06.04.2020


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